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Elektrotechnik
A+A 2007 - Bessere Leistungsfähigkeit durch Prävention
ep11/2007, 3 Seiten
Prävention als Investition für die Zukunft Die A+A hat weiter an Akzeptanz als internationale Markt- und Kommunikationsplattform für Arbeits- und Gesundheitsschutz - besonders für die Fragen der betrieblichen Prävention - gewonnen. Bereits fast jeder fünfte der 55200 Messegäste reiste aus dem Ausland an. Auf dem 30. Fachkongress fand ein intensiver Erfahrungsaustausch der Experten in 15 Veranstaltungsreihen unter dem Leitthema „Arbeits- und Gesundheitsschutz International“ statt. Die Konferenz der International Labour Organization (ILO), einer Organisation der UN, wurde diesmal in den Kongress integriert. Diese wurde unter der Überschrift „Menschenwürdige Arbeit als globales Ziel und nationale Realität“ und zählte Teilnehmer aus 65 Nationen. Die insgesamt sehr positive Messestimmung war auch ein Ausdruck des günstigen wirtschaftlichen Umfelds. Das stellte auch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit einer aktualisierten Marktstudie unter Beweis. Das Marktvolumen für Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) ist demnach allein in Deutschland von 2004 bis 2006 um etwa 11 % auf 1,42 Mrd. Euro angewachsen. Der europäische Markt wird von Experten auf ein Volumen von 4 bis 5 Mrd. Euro geschätzt. Große Bandbreite an Produkten und Lösungen Eine enorme Bandbreite an Produkten und Services für den individuellen Schutz, die kollektive Sicherheit und die Gesunderhaltung am Arbeitsplatz erwartete den Besucher. Ergonomie im Büro. So kam kaum jemand am Besuch der Ausstellung „Erfolgsfaktor Büro“ in Halle 7a vorbei. An dem Gemeinschaftsstand des Initiativkreises Neue Qualität der Arbeit (INQA) wurden bewährte Praxislösungen aus dem Arbeits- und Lebensraum Büro vorgestellt. Die Themenvielfalt bewegte sich von rein technischen Themen wie z. B. einer blendfreien und farbechten Ausleuchtung bis hin zu solchen, wie die geeignete Büroeinrichtung, aber auch die richtige Sitzhaltung, gesundes Raumklima und Lärmreduktion am Arbeitsplatz. BG-Boulevard. Bei den Berufsgenossenschaften in Halle 5 war reger Andrang zu verspüren. Neben der anschaulichen Darstellung von möglichen Unfallrisiken am Arbeitsplatz auf der BG-Aktionsbühne, erhielten die Besucher nützliches Informationsmaterial, z. B. Hilfen für die spezifische Gefährdungsbeurteilung im Betrieb. Zentrales Thema aller BGen war diesmal die „Prävention Haut“, wozu umfangreiche Beratung geboten wurde. Vorbeugender Brandschutz. Dieses mittlerweile ständige Thema der A+A zog das interessierte Fachpublikum besonders in Halle 6, wo die Übungen des Werksfeuerwehrverbandes WFV stattfanden. Gut besucht war auch der Stand des Bundesverbandes Brandschutz-Fachbetriebe. Trends der Arbeits- und Schutzbekleidung Die Arbeits- und Schutzbekleidung stellte auch diesmal einen wichtigen Schwerpunkt der Fachausstellung dar. Es war spannend zu beobachten, dass sich hier zunehmend einige Trends durchsetzen - z. B. die Entwicklung zur Multifunktionsbekleidung und zur Kleidung im Baukastensystem für mehr Flexibilität beim Einsatz. Neben den reinen Schutzfunktionen, insbesondere der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA), gewinnt offensichtlich verstärkt die Verbesserung des Tragekomforts und der Atmungsaktivität der Kleidung an Wichtigkeit. Dazu arbeiten bereits viele Hersteller, wie z. B. Uvex und Elten, eng mit wissenschaftlichen Einrichtungen - u. a. den Hohensteiner Instituten oder dem Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens - zusammen. Darüber hinaus kommt der fachgerechten Reinigung und Pflege, besonders der PSA, immer mehr Bedeutung zu. Hier präsentierten sich vor allem die textilen Mietdienstleister mit ihren Leistungen aus einer Hand. Einige Beispiele sollen diese Entwicklung verdeutlichen. Baukastenkonzept. So bietet beispielsweise Kübler mit der Kollektion Image Vision (Bild ) aus einem leichten und doch strapazierbaren Baumwoll-Polyester-Gewebe eine Fülle individueller Kombinationsmöglichkeiten. Die Kollektion besteht aus Jacke, Bund- und Latzhose sowie eine Zipp-Off-Hose. T-Shirts sowie Kurz- und Langarm-Polo-Shirts komplettieren die neue Linie. Multifunktionskleidung. Tempex arbeitet schon seit Jahren an einer Schutzbekleidung, die einen Rundumschutz, besonders für Mitarbeiter in Energieversorgungsunternehmen bietet. Bei der Kollektion „Multi Protection mit 7 kA“(Bild ) konnte der Lichtbogenschutz auf 7 kA/0,5 s gemäß ENV 50354/2 erhöht werden. Diese Bekleidung gibt es in leuchtendem Orange und Gelb sowie Warnrot gemäß EN 471. Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 11 950 BRANCHE AKTUELL Fachmesse A + A in Düsseldorf vom 18.-21.09.2007 Bessere Leistungsfähigkeit durch Prävention Die Sensibilität gegenüber Sicherheits- und Gesundheitsrisiken hat spürbar zugenommen. 55200 Fachbesucher (2005 noch 54350) zog es zu der mit 1460 Ausstellern aus 51 Nationen international führenden Fachmesse für persönlichen Schutz, betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Auf dem parallel dazu durchgeführten internationalen Kongress wurden über 6000 Teilnehmer registriert. Stimmen zur Fachmesse Franz Müntefering, Bundesminister für Arbeit und Soziales, bei der Eröffnung im Congress Center: „Sicherheit und Gesundheit sind unverzichtbare Voraussetzungen, um die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu erhalten und zu fördern. Das geht alle an - die Unternehmen, aber auch die Sozialversicherungen und die Politik“. Eugen Müller, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit Basi (Kongress-Organisator): „Der Arbeitsschutz hat sich von einer grauen Maus zu einer modernen Disziplin der betrieblichen Prozesskette gewandelt. Die A+A ist diesen Weg mitgegangen und hat ihrerseits wichtige Impulse gegeben“. Gerd Zeisler, Präsident des Messebeirates der A+A 2007 und Direktor Vertrieb Europa der Dräger Safety: „Nach Jahren der Stagnation legt auch der deutsche Markt für Schutzartikel endlich wieder zu. Sicherheitsthemen rücken offenbar verstärkt in den Fokus des Top-Managements. Auf der A+A 2007 waren im Vergleich zu den Vorjahren spürbar mehr Entscheider anzutreffen“. Arbeitskleidung - vielseitig kombinierbar PSA für die Arbeit in verschiedenen Gefahrenbereichen Hinzu kommen die Zertifizierungen für Flammschutz nach EN 531 A, B1, C1, für Schweißerschutz nach EN 470-1, für Wetterschutz nach EN 343, Klasse 3/3 für elektrostatische Ableitfähigkeit nach EN 1149-1 und für Chemikalienschutz nach EN 13034, Typ 6. Das Programm besteht aus Parka mit heraustrennbarem Winterfutter, Anorak mit einzippbarer Fleecejacke und Latzhose. Die Fleecejacke kann auch separat getragen werden und erfüllt ebenso die Normen für Flamm-, Lichtbogenschutz und Antistatik. Sicherheitsschuh für die Baustelle. Gerade hier wird das Schuhwerk stark beansprucht. Elten bietet mit der neuen Schuhgruppe Top-Worker, bestehend aus Halbschuh, Schnürstiefel, Winterstiefel sowie Schnürstiefel mit Membran-Ausstattung als Wetterschutz, robuste und bequeme Arbeitsschuhe in sportlicher Optik an. Die Schuhe sind vorwiegend aus Leder gefertigt. Ein stoßfester PU-Spitzenschutz verhindert den Materialabrieb und gewährt eine lange Lebensdauer der Schuhe auch bei knieenden Tätigkeiten. Diese Schuhe entsprechen der Sicherheitsklasse S3. Die profilierte PU-PU-Laufsohle ist säure- und kraftstoffresistent sowie hitzebeständig bis 140 °C. Es werden die Anforderungen nach EN ISO 20345 erfüllt. Sicherheitsschuh im Business-Stil. Für Unternehmer, Architekten und Planer, die sich tagsüber nicht nur im Büro, sondern auch im Produktionsbereich aufhalten, gibt es jetzt S2-Sicherheitsschuhe (Bild ), die optisch eher einem Business-Schuh gleichen. Die Schuhe werden serienmäßig in ESD-Ausstattung gefertigt, sodass sie auch für elektronisch sensible Bereiche zulässig sind. Alle Anforderungen nach EN ISO 20345 S2 werden erfüllt. Besserer Zehenschutz. Der Sicherheitsstiefel der Schutzklasse S 3 Kenya (Bild ) verfügt über eine anatomisch optimierte Zehenschutzkappe aus Aluminium, die auch den kleinen Zeh schützt. Ein speziell entwickeltes, stabilisierendes Gelenk mit Stoßabsorbierung im Fersenbereich sorgt für größeren Tragekomfort. Der vordere Teil des Sicherheitsstiefels ist zudem mit einer Verstärkung versehen, die vor Abnutzung bei knieenden Arbeiten schützt. Der Schuh besitzt einen Nageldurchtrittschutz aus Kevlar und eine ölresistente, hitzebeständige Laufsohle bis 120° C aus PU/PTU und ist zertifiziert nach EN ISO 20345 2004, Schutzklasse S 3. Schutzhandschuh gegen Vibrationsbelastung. Zur Reduzierung der Vibrationsbelastung wurde nun ein Schutzhandschuh (Bild ) entwickelt, der den Anforderungen der neuen Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung voll gerecht wird. Der Handschuh besteht aus einer Modulversion und ist in die Kategorie II eingestuft. Hier werden ein flüssigkeitsdichter Innenhandschuh mit einer Antivibrationseinlage und ein separater Außenhandschuh kombiniert. Der Außenhandschuh ist auswechselbar. Der Anti-Vibrationshandschuh ist so beschaffen, dass durch die Dämpfungseigenschaften von 75-250 Hz eine Reduzierung des Hand-Arm-Vibrations-Syndroms erreicht wird. Er besitzt eine präventive Schutzwirkung mit der Absorbierung von Schwingungen nach EN 10819 3.3. Handschuh für Elektroarbeiten. Hier bietet KCL mit dem Electro einen Schutzhandschuh (Bild ) fur Arbeiten in Spannungsbereichen bis 1 kV AC. Er ist aus speziellem Naturlatex gefertigt und ermöglicht durch die anatomische Formgebung ein gutes Tastgefuhl. Fur den angenehmeren Tragekomfort ist der Handschuh jetzt innen mit einem nahtlosen Baumwolltrikot ausgestattet. Er bietet Schutz vor Storlichtbogen nach CENELEC ENV 50354 Klasse 2 und der IEC 61482-1. Die entsprechenden Tests wurden vom Institut für Elektrische Hochleistungstechnik (IPH), Berlin, durchgeführt. Es sind Handschuhe der Klassen 00, 0 und 1 lieferbar. Weitere clevere Lösungen Gegen Stolper- und Rutschgefahr. Kabelbrücken, die lose herumliegenden und gefährlichen Strom- und Datenkabel sicher und schnell verstauen, bietet Serpa (Bild , a). Gegenüber herkömmlichen Produkten müssen diese nicht erst am Fußboden verschraubt werden. Die zwei unterschiedlich breiten Kabelbrücken, die maximal drei beziehungsweise neun Kabel fassen, sind binnen Minuten verlegt und verhindern so folgenreiche Stolperunfälle am Arbeitsplatz. Auffanggurt in explosionsgefährdeten Bereichen. Die Miller by Sperian (vormals Bacou-Dalloz-Gruppe) stellte ihren antistatischen Auffanggurt Atex (Bild ) vor. Dieser eignet sich für den Einsatz in elektrostatisch aufgeladener Atmosphäre. Der Auffanggurt entspricht der Norm CE EN361 und der ATEX-Richtlinie 94/9/CE gemäß den Normen EN 131463-1 und -5. Das System ist für sichere Höhenarbeiten in explosiven Bereichen einsetzbar. Der Auffanggurt ist mit einem antistatischen Polyestergurt ausgestattet, der das Risiko einer elektrostatischen Aufladung verhindert. Er verfügt über zwei Auffangösen (am Rücken und am Brustbein) sowie eine Rückenösenverlängerung. Diese Verlängerung erleichtert das Befestigen des Verbindungsmittels, sobald der Auffanggurt angelegt ist. Das Auffangsystem ist mit einem Rückenpolster ausgestattet. Für Umweltschutz und Hygiene. Für den besonderen Hygienefaktor ist das Baumwollgewebe der neuen Stoffhandtuchrolle von CWS mit Silberionen veredelt. Im Vergleich zu anderen antibakteriellen Mitteln wirkt Silber bereits in kleinen Konzentrationen lang anhaltend gegen ein breites Spektrum an Bakterien und ist für den menschlichen Körper absolut ungefährlich. Die antibakterielle Wirkung der Handtuchrolle wurde durch die Hohensteiner Institute, ein unabhängiges, internationales Textilforschungs-und Entwicklungszentrum, im Rahmen von Tests geprüft und zertifiziert. Insgesamt kann die Stoffhandtuchrolle bis zu 100 Mal wieder verwendet und rund 15000 Mal zum Händeabtrocknen benutzt werden. Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 11 952 BRANCHE AKTUELL Anti-Vibrationshandschuh Sicherheitsschuh mit Aluminium-Zehenschutzkappe Foto: Mascot Auffangurt für explosive Bereiche Foto: Miller by Sperian S2-Sicherheitsschuh Modell „Officer“ Foto: Elten Elektrikerhandschuh mit Baumwolltrikot Fotos: KCL Kabelbrücken Foto: Serpa
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