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Arbeits- und Gesundheitsschutz | Veranstaltung | Elektrotechnik

Arbeitschutz + Arbeitssicherheit 2003

ep1/2004, 2 Seiten

Mit einem Besucher-Plus von über 10 Prozent unterstrich die A+A ihre Position als die international führende Messe- und Kongressveranstaltung für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Sie bestätigte damit die Notwendigkeit und Bedeutung von präventivem Handeln eindrucksvoll.


Kongressprogramm Mangelhafte Vorbeugung und vernachlässigte betriebliche Gesundheitsförderung verursachen in Deutschland trotz sinkender Zahl an Arbeitsunfällen immer noch einen Schaden von rund 30 Mrd. Euro. Wie die hohen Folgekosten von berufsbedingten Krankheiten/Unfällen reduziert werden können und sich das Arbeitsumfeld motivationsfördernd ausgestalten lässt, waren die wesentlichen Themenkomplexe. Aus den 40 Veranstaltungsreihen und zehn Sonderveranstaltungen, die etwa 6 000 Fachkräfte besuchten, werden einige praxisbezogene nachfolgend behandelt. Gefährdungsbeurteilung Das Arbeitsschutzgesetz (Arb Sch G) fordert vom Arbeitgeber, durch eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind. Dabei hat er eine kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen anzustreben. Um dies sicherzustellen, muss er für eine geeignete Organisation sorgen. In diesem Sinne ist die Gefährdungsbeurteilung ein Strategie-, Planungs- und Optimierungsinstrument, das in die betriebliche Organisation zu integrieren ist, um seine vorbeugende Wirkung für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten sowie für die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu entfalten. Eingeschätzt wird, dass die betriebliche Gefährdungsermittlung und Risikobeurteilung in Großbetrieben den gesetzlichen Forderungen entspricht. Allerdings werden die festgelegten Maßnahmen häufig nicht konsequent angewandt. Wichtig für einen guten Arbeitsschutz sind: · Führungskräfte stehen hinter den Maßnahmen. · Fachgerechte Risikobeurteilung. · Gefährdungsbeurteilung auf die Tätigkeiten und nicht auf die Objekte orientiert - Maßnahmen sind in die betriebliche Praxis einzubinden. · Maßnahmenhirarchie aufbauen. · Wirkungskontrollen. · Arbeitsbedingungen verbessern. · Beschäftigte sensibilisieren. · Effiziente Arbeitsabläufe. · Arbeitsschutzgerechte Unternehmenskultur. · Freisetzung weiterer Potentiale. Anlässe für Gefährdungsbeurteilungen sollten sein: Neugestaltungen von Arbeitsplätzen, Neuanschaffungen von Arbeitsmitteln, Neueinstellungen, wesentliche Änderungen und besondere Ereignisse. In kleineren Betrieben sollte die Entwicklung eines Arbeitsschutzkonzepts in drei Stufen erfolgen: · Erarbeitung eines Konzepts durch den Unternehmer - er kennt den Betrieb genau. · Konsultation einer Sicherheitsfachkraft. · Hinzuziehen eines Experten (vertiefende Analyse, spezifische Maßnahmen). Die größten Schwierigkeiten bestehen in Betrieben mit bis zu 5 Mitarbeitern. Hier kommt es vor allem auf die Einstellung des Unternehmers an. Sein Verhalten muss vorbildlich sein. Hinzu kommt, dass zz. Gefährdungsbeurteilungen für ortsveränderliche Arbeitsplätze (z. B. beim Kunden) nicht vorliegen. Der Unternehmer muss deshalb ein offenes Ohr für seine Mitarbeiter haben. Von den Berufsgenossenschaften wird gefordert, Kleinbetrieben zu helfen. Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) Schutzanzüge. Die geltenden Prüfnormen sind für die Auswahl von Geweben für die unterschiedlichen Einsatzzwecke der Schutzanzüge nur eine bescheidene Hilfe. Beispielsweise teilt die ENV 50354 den Lichtbogenschutz in zwei Klassen ein: · Klasse 1 - Lichtbogendauer 0,5 s, Abstand 30 cm, Kurzschlussstrom 4 kA · Klasse 2 - Lichtbogendauer 0,5 s, Abstand 30 cm, Kurzschlussstrom 7 kA. Untersuchungen zeigen, dass mit diesen beiden Klassen nur 90 bis 95 % aller Störlichtbogenunfälle erfasst werden. Technisch machbar sind weit höhere Standards. Das mögliche Schutzniveau beträgt das 20-fache. Die Prüfnormen sichern somit nur einen Mindeststandard und lassen Gewebe die Prüfung bestehen, die für höhere Gefährdungen nicht geeignet sind. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Tragekomfort. Schutzanzüge können nur dann wirken, wenn sie getragen werden - auch bei heißem Wetter. In Zukunft wird die Schutzkleidung „bioaktiv“. Auch ein stark schwitzender Arbeiter wird dann nicht mehr zu „riechen“ sein. Unterschiedliche Verfahren sind in der Erprobung. Entscheidend wird sein, welche Kombination das Mikroklima auf der Haut möglichst unverändert lässt. Auffangsysteme. Höhensicherungsgeräte, mitlaufende Auffanggeräte einschließlich beweglicher Führung sowie Falldämpfer mit Verbindungsmitteln sind Teilsysteme eines Auffangsystems gegen Absturz. Die sichere Funktion der PSA ist u. a. von der „bestimmungsgemäßen Benutzung“ abhängig. Diese wird in der zur PSA gehörenden Informationsbroschüre des Herstellers eindeutig beschrieben. Die Praxis zeigt jedoch, dass PSA u. a. bei hochgelegenen ebenen Arbeitsflächen gegen Absturz in horizontaler Anordnung eingesetzt werden. Ein Beispiel ist das Arbeiten an einer Kante auf einem Flachdach, wobei sich der Anschlagpunkt auf der Flachdachebene befindet. Hier kann es im Falle eines Absturzes über die Dachkante durch zu hohe mech. Belastungen der Ausrüstung, Kantenbeanspruchungen und große Fallstrecken zu Abstürzen kommen. Diese „Kantenanwendung“ ist deshalb unbedingt zu vermeiden. Sicherheit und Gesundheitsschutz am Bau In wirtschaftlich schlechten Zeiten versucht man mit allen Mitteln Kosten einzusparen, um dem ruinösen Preiswettbewerb zu begegnen. Einsparungen ja, aber nicht auf Kosten der Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter. Das wäre eine Milchmädchenrechnung. Die wichtigsten Potentiale, die Mitarbeiter besitzen, sind Gesundheit, Wissen, Können und die persönliche Kompetenz. Diese bringen sie in die Firma ein. Sie gilt es zu schützen und zu fördern. Gemeinsame Aufgabe von Arbeitgeber und Arbeitnehmer muss es sein, die Bedürfnisse der Mitarbeiter und die Ziele des Unternehmens im Rahmen der objektiven Möglichkeiten optimal miteinander in Einklang zu bringen. Kleinbetriebe sind hier meist überfordert und machen dann gar nichts. Sie sind auch der Meinung, dass sie für Sicherheit und Gesundheit genug Geld ausgeben und andere dafür zuständig sind. Das ist falsch. Auch die Arbeitnehmer müssen wieder lernen, mehr Verantwortung zu übernehmen. Es ist aber die Aufgabe aller Verantwortlichen, hier Hilfe anzubieten. Am leichtesten wird es gehen, wenn man die Arbeitnehmer aktiv mit einbezieht. In einem Pilotprojekt entwickelte die Arbeitsgemeinschaft der Bau-BG ein Konzept mit dem Betriebsabläufe optimiert und die Prävention nachhaltig beeinflusst werden. Zu erwarten ist, dass Arbeitsschutz, Wirtschaftlichkeit und Image für die kleineren und mittleren Unternehmen deutlich verbessert werden. Ein wichtiges Instrument der Prävention von Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren ist die Ergonomie - Arbeitsmittel, -abläufe und -bedingungen menschengerecht gestalten. Im Baubereich müssen daher die körperlichen Belastungen - wie schweres Heben und Tragen sowie ungünstige Körperhaltungen - im Mittelpunkt der Überlegungen stehen. Untersuchungen ergaben weiterhin, dass eine schlechte psychosoziale Situation mit einem deutlichen Anstieg des Krankenstandes verknüpft ist. Dies gilt auch dann, wenn nur Arbeitsunfähigkeitsfälle aufgrund von Arbeitsunfällen betrachtet werden. Am stärksten ist der Anstieg - mehr als 60 % - bei denen, die die Beziehung zu den Arbeitskollegen als „schlecht“ einschätzen im Vergleich mit denen, die die Beziehung als „gut“ angeben. Aus den genannten Gründen müssen Maßnahmen zum Abbau von psychosozialen Belastungen besondere Beachtung finden. Produktneuheiten 1 300 Aussteller aus 50 Nationen präsentierten im Rahmen der A+A-Fachmesse die gesamte Bandbreite an Produkten und Services für den persönlichen Schutz und störungsfreie Betriebsabläufe - vom einfachen Ohrstöpsel bis hin zu komplexen, elektronischen Sicherheitssystemen. Insgesamt informierten sich 53 600 Fachbesucher über die neuesten Trends. Dass die Messe hierfür Gradmesser ist, zeigte der internationale Zuspruch der Besucher. Jeder Fünfte war aus dem Ausland - die Besucherzahl aus den neuen EU-Mitgliedsländern sowie den EU-Anwärterstaaten verdoppelte sich. Werkzeuge, Schutzausrüstungen Die Vollkunststoffzangenserie ISO-plus (Bild ) dient der maximalen Elektropraktiker, Berlin 58 (2004) 1 BRANCHE AKTUELL A+A 2003 vom 27. bis 30.10. in Düsseldorf Arbeitsschutz und Sicherheit fanden großes Interesse Mit einem Besucher-Plus von über 10 Prozent unterstrich die A+A ihre Position als die international führende Messe- und Kongressveranstaltung für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Sie bestätigte damit die Notwendigkeit und Bedeutung von präventivem Handeln eindrucksvoll. Sicherheit beim Arbeiten an unter Spannung stehenden Anlagen. Der komplett isolierte Kopf und die gegeneinander isolierten Backen verhindern Kurzschlüsse wärend der Anwendung. Schlanke Köpfe gestatten auch Arbeiten unter beengten Platzverhältnissen. Gegenüber Zangen mit Metallrohling besteht ein Gewichtsvorteil bis 40 %. Mehr Schutz als der herkömmliche Gesichtsschutz bietet der Elektriker-Gesichtsschutzschirm mit Haube (Bild ). Diese Schutzausrüstung verhindert durch die weit heruntergezogene Haube, dass ein auftretender Lichtbogen das Gesicht und die Halspartie schädigen kann. Interblock (Bild ) verhindert das Führen eines Fahrzeugs unter Alkoholeinfluss. Das System wird der Zündung vorgeschaltet und lässt das Fahrzeug erst nach erfolgter Atemkontrolle starten. Bei unzulässiger Alkoholkonzentration wird der Startvorgang blockiert. Der Einsatz der Geräte wird insbesondere im Bereich der Dienstfahrzeuge gesehen. Eine Multifunktionsweste mit integriertem elastischem Auffanggurt (Bild ) ist unter den unterschiedlichsten Bedingungen einsetzbar. Unabhängig von Größe und Figur des Trägers gewährleistet die Kombination aus dehnbarem Material und Mehrfachverstellsystemen Komfort und Benutzerfreundlichkeit. Hervorzuheben ist das leichte Anlegen. Arbeitskleidung, Arbeitsschuh Der Blaumann hat ausgedient, unter diesem Motto zeigten verschiedene Firmen Arbeits- und Schutzkleidung. Wind- und wasserabweisende Textilien sowie neuartige Soft-Materialien sorgen für einen hervorragenden Klimaaustausch und ein angenehmes Tragegefühl. Außerdem wird immer mehr Wert auf ein gutes Aussehen gelegt, wie man es aus dem Freizeitbereich gewohnt ist. „Nicht-Umknick-Schuh“. Stolpern, Rutschen und Stürzen sind die Ursache von täglich über 1 000 Unfällen in deutschen Unternehmen. Diese Unfälle ziehen oftmals schwere Verletzungen der Fußgelenke nach sich. Ein neuer Sicherheitsschuh (Bild ) verhindert diese durch die bewegliche Schaftmanschette aus strapazierfähigem Kunststoff, die den Fersenbereich umschließt und das Fußgelenk sicher schützt. Mit Quattro Tech wird ein Sicherheitsschuh mit einer selbstreinigenden Sohle vorgestellt (Bild ). Die Sohle besteht aus verschiedenen Dichten, um an jeder Stelle den richtigen Schutz zu bieten. Hart an der Außenseite (Strapazierfähigkeit und Stabilität), sichere „soft spots“ im Innern (rutschfest in allen Richtungen) und mit einem Torsionsstabilisator, der zusätzliche Stabilität und Unterstützung bei jeder Bewegung bietet. Die federnde Zwischensohle sorgt für eine ausgezeichnete Dämpfung und hohen Komfort. Elektropraktiker, Berlin 58 (2004) 1 23 Vollkunststoffzangenserie a) Kombizange b) Greifzange c) Kabelschneider d) Telefonzange Fa. intercable Multifunktionsweste Fa. Bacon Dalloz Alkoholtest mit Interlock Fa. Dräger Saety AG Quattro-Tech-Sohle Fa. Traxx Sicherheitsschuh Fa. Elten Gesichtsschutzschirm mit Haube Fa. Preising a) b) c) d)

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