Nutzfahrzeuge
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Elektrotechnik
58. IAA Nutzfahrzeuge - Neue Transporter für Handwerker
ep11/2000, 3 Seiten
Mehr als 1200 Unternehmen aus 42 Ländern präsentierten sich auf dem Messegelände. Bei den leichten Nutzfahrzeugen eigentlich nur aus dem europäischen Raum. Einige Neuheiten und Besonderheiten bei den Fahrzeugen, den Ausbauten und im Dienstleistungsbereich stellen wir vor. Kastenwagen bis 2 t VW hatte einen Caddy als Montagefahrzeug für Elektriker mit einem Werkstattausbau der Fa. Bott ausgestellt (Bild ). Mit einer Gesamtlänge von 4,2 m offeriert der Caddy Kastenwagen ein Ladevolumen von 2,9 m3 und eine Nutzlast von 550 kg. Den Renault Kangoo Rapid (Bild ) gibt es jetzt auch mit einem Turbodiesel-Direkteinspritzer-Motor, ein 1,9 TDI mit 59 kW (80 PS). Auf Wunsch ist auch ein „Proaktiv“-Automatikgetriebe lieferbar. Dieses passt sich mit seinen neun Schaltprogrammen an den jeweiligen Fahrstil und die Verkehrsbedingungen an. Transporter - 2 bis 3,5 t Dieses Nutzfahrzeug-Segment ist in den letzten vier Jahren auf mehr als 500.000 Einheiten im Jahr angewachsen. Die so genannten „Medium Vans“ erreichten 1999 einen Marktanteil von rund 20 Prozent am gesamten europäischen Nutzfahrzeugmarkt. Dieser wies im letzten Jahr ein Gesamtvolumen von 2,5 Millionen Neuzulassungen auf. Auch auf die Sicherheit wird bei diesen Fahrzeugen zunehmend Wert gelegt. Komponenten wie Airbags oder ABS zählen häufig schon zur Serienausstattung. Frontantrieb. Mit den frontgetriebenen Ausführungen komplettierte Ford sein Transit-Programm. Bei diesem dualen Antriebskonzept bedienen die heckgetriebenen Varianten das Marktsegment bis zwei Tonnen Nutzlast, während die Fronttriebler im Eintonner-Segment zum Einsatz kommen. Fünf Gewichtsklassen, vier Ladelängen, drei Radstände und drei Motoren runden die Modellvielfalt ab (Bild ). Die Motoren entsprechen der Euro-3-Abgasnorm. In den Modellen mit Vorderradantrieb kommt eine 2,0-Liter-Variante mit 55 kW (75 PS), 63 kW (85 PS) oder 74 kW (100 PS) zum Einsatz. Bei dem 2,4-Liter-Aggregat der heckgetriebenen Versionen stehen die Abstufungen 55 kW (75 PS), 66 kW (90 PS) und 88 kW (120 PS) zur Wahl. Eine 107 kW (145 PS) starke 2,3-Liter-Benzinervariante soll im nächsten Jahr präsentiert werden. Mit dem Ford Transit „Service Line“ bietet Ford eine vorspezifizierte rollende Werkstatt für Installateur-Betriebe. In diesem Fahrzeug kommt ein komplettes dreiteiliges Regalsystem des Spezialausrüsters Bott zum Einsatz. Die Modelle der „Service Line“ verfügen über eine Holzverkleidung von Laderaumboden und -seitenwänden und werden als Hecktriebler mit dem mittleren Radstand von 3500 mm angeboten. Kooperation. Als „Weltpremiere“ boten Opel und Renault in einer 1996 begonnenen Kooperation den Prototypen einer neuen Transporter-Generation: den Renault Trafic oder Opel Vivaro (Bild ). Die neue Modellreihe ist im Segment der leichten Nutzfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht zwischen 2,0 und 2,8 t angesiedelt. Das maximale Ladevolumen des mit zwei Radständen (3 098 und 3 498 mm) erhältlichen Transporters beträgt bis zu sechs Kubikmeter, die höchstmögliche Nutzlast 1 200 kg. Für den Antrieb sorgen zwei 1,9-Liter-Diesel-Motoren sowie ein 2,0-Liter-16V-Benziner, die zusammen ein Leistungsspektrum von 80 bis 120 PS abdecken. Ein 133-PS-Turbodiesel wird später das Angebot ergänzen. Der Vivaro ersetzt im Opel-Nutzfahrzeugprogramm den Arena, den das Unternehmen seit 1997 angeboten hatte. Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 11 940 Branche aktuell 58. IAA Nutzfahrzeuge Neue Transporter für Handwerker Auf der diesjährigen Messe in Frankfurt drehte sich alles um LKW, Zubehör und Dienstleistungen. Auch im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge bis 3,5 t, die für das Handwerk als Service-und Montagefahrzeug besonders interessant sind, gibt es neue Entwicklungen. Für den Bereich der Kastenwagen gibt es bei den Werkstattausrüstungen ausziehbare Seitenblöcke (Fa. Servicemobil), hier in einem Peugeot Partner (baugleich mit dem Fiat Scudo) VW Caddy als Service-Fahrzeug für den Elektriker Der Peugeot Expert hat eine zweite Schiebetür. Dahinter verbirgt sich ein Regal für Kleinteile, die besser entnommen werden können Fotos: Stefan Wagner Branchenmodelle: Mit dem Transit „Service Line“ bietet Ford eine rollende Werkstatt. Das Regalsystem stammt von der Fa. Bott Den Renault Kangoo Rapid gibt es jetzt auch als Turbodiesel-Modell mit 59 kW (80 PS) Sowohl Opel Vivaro als auch Renault Trafic werden im Werk der General Motors-Tochter IBC Vehicles Ltd. in Luton (Großbritannien) hergestellt. Der Verkauf startet im Frühjahr 2001. Die fahrfertige Studie eines „Leichtbau-Transporters“ für den Verteilerverkehr, also beispielsweise die Belieferung von Baustellen mit Material, zeigte Daimler-Chrysler (Bild ). Dieser „Alu-Sprinter“ ist länger, breiter und höher als der serienmäßige Sprinter-Kastenwagen mit gleichem Radstand, so dass sich ein Ladevolumen von 15 m3 gegenüber 13,4m3 beimherkömmlichen Sprinter ergibt. Stärker noch stieg die Nutzlast: von 1300 kg auf 1500 kg. Dieser Zuwachs konnte nur durch das Leichtbau-Konzept für den Aufbau erzielt werden. An die Fahrzeugklasse bis 3,5 t werden hohe Anforderungen hinsichtlich Volumen und Nutzlast durch die aktuelle Führerscheinregelung mit einer Begrenzung des Pkw-Führerscheins auf 3,5 t gestellt. Transporter über 3,5 t Mit dem Daily 65 C 15 erweitert Iveco seine Produktpalette jetzt bis 6,5 t. Ebenfalls neu ist die Daily-Variante „Kastenwagen teilverglast“. Dieses Modell ermöglicht den gleichzeitigen Transport von Material und bis zu sechs Personen einschließlich Fahrer. Vorteile dieser Variante gegenüber einem Kombi sind der größere und hochgeschlossene Laderaum beim Personentransport, das leichte Entfernen der Passagiersitze und der dadurch schnell erzielbare Laderaum. Damit bietet er sich besonders für Arbeitstrupps an, die Werkzeug und Material mitführen. Werkstatteinbauten Für die Zusammenarbeit zwischen Fahrzeugherstellern und Ausrüstern von Inneneinrichtungen gibt es verschiedene Ansätze. Die Fa. Renault führt pro Jahr etwa vier Sonderaktionen für einzelne Gewerke durch. Zusammen mit einer Einbaulösung sind dann speziell konzipierte Fahrzeuge zu einem günstigen Kombinationspreis erhältlich. Eine andere Strategie sind die maßgeschneiderten Individuallösungen. Diese sind dann genau auf die Belange des Handwerkers abgestimmt und können allen Anforderungen gerecht werden. Bleibt man als Handwerker bei einer Gewichtsklasse des Fahrzeugs, kann bei den marktführenden Systemanbietern für Werkstatteinbauten ohne Schwierigkeiten der Einbau weiter verwendet werden. Neben den drei „Marktführern“ Sortimo (Zusmarshausen, Bild ), Bott (Gaildorf, Bild ) und Servicemobil (Mengerskirchen, Bild ) waren auch kleinere Hersteller von Werkstatteinbauten vertreten. Sie zeigten einige interessante Entwicklungen. Die Firmen Dinzl aus Schillingsfürst und Aluca aus Schwäbisch Hall bauen Fahrzeugeinrichtungen nur aus Aluminium, um die Nutzlast möglichst wenig einzuschränken (Bild ). Bei der Firmenkooperation Scheu/BTI (Ingelfingen) ließen sich die Werkzeugkoffer aufeinanderstapeln und fest verbinden. Mehrfaches Hin- und Herlaufen vom Fahrzeug zum Kunden entfällt (Bild ). Miete Im Dienstleistungsbereich der Automobilhersteller gab es einige Angebote, die für Branchen mit jahreszeitlich bedingten Schwankungen interessant sein können, um Spitzen abzudecken. Kurzzeitmiete von Charter Way (Daimler Chrysler). Sie wurde speziell für saisonal abhängige Bereiche wie beispielsweise die Baubranche geschaffen. Sie ermöglicht es einer Firma, in Spitzenzeiten einsatzgerechte Fahrzeuge immer dann zur Verfügung zu haben, wenn sie sie braucht. Langzeitmiete bei Iveco. Seit September 2000 können Iveco-Kunden in Deutschland ihre Fahrzeuge nicht nur kaufen, sondern beim Tochterunternehmen Transolver Services Gmb H mit Sitz in Unterschleißheim auch mieten. Das neue Angebot „Contract Hire“ umfasst Fahrzeuge aller Produktsegmente. Hier können auch Transporter für die Dauer von sechs bis 60 Monaten gemietet werden. Der Mietkunde kann dabei zwischen einem Standardmietvertrag und einer Palette von Zusatzleistungen (Versicherungen, Schutzbrief, Wartungsvertrag u. a.) wählen. Bei Inanspruchnahme sämtlicher Leistungen wird er von allen technischen und finanziellen Risiken des Fahrzeugbetriebs freigestellt. S. Wagner Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 11 942 Branche aktuell Kooperation: Renault Trafic und Opel Vivaro sind baugleich Foto: Adam Opel AG Die Fa. Sortimo zeigte auch einen Iveco Daily für die Elektrobranche mit speziellen Halterungen für Kabeltrommeln Aus Gewichtsgründen bietet die Fa. Dinzl Werkstatteinrichtungen aus Aluminium an Die Hochdachversionen der Transporter, hier ein Sprinter von Daimler-Chrysler, bieten genügend Stehhöhe für Arbeiten im Fahrzeug, Ausbau Bott Fotos: Stefan Wagner Die Werkzeugkisten der Fa. Scheu/BTI lassen sich für den Fußweg zum Kunden zusammenklammern Eine Nutzlast von 1500 kg und ein Ladevolumen von 15 m3 hat die fahrfertige Studie des Alu-Sprinters von Daimler Chrysler Foto: Daimler Chrysler AG
Autor
- S. Wagner
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