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Elektrotechnik
13. Vortragsveranstaltung Elektrotechnik der BGFE
ep8/2006, 1 Seite
lerplätze sind natürlich die entsprechenden Normen und die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) der Verteilungsnetzbetreiber zu beachten. Welche Möglichkeiten ergeben sich für die Verteilungsnetzbetreiber? Manfred Armbruster: Wie bereits erwähnt, können in unseren Zählerschränken auf dem neuen Zählerfeld mit integrierter BKE-I neben dem elektronischen Haushaltszähler auch alle bisher verwendeten Zähler auf einem Zählerfeld mit Zählerkreuz eingesetzt werden. Die Befestigungs- und Kontaktiereinrichtung ermöglicht das Verschließen der Kontaktöffnungen. In dieser Stellung ist die Kundenanlage vom Netz getrennt. Dies erlaubt es dem VNB, die Anlage im Bedarfsfall zu sperren und in diesem Zustand die BKE-I in Verbindung mit einer Plombierschraube zu plombieren. Zusätzlich kann zum Sperren der Anlage auch ein universell einsetzbarer Sperradapter mit Parkposition für den eHZ auf die BKE aufgesetzt werden. Der eHZ kann hierbei in Parkposition plombiert werden, um einen Diebstahl des Zählers zu vermeiden. BGFE im Wandel Olaf Peterman, HGF der BGFE, informierte über die geplante Fusion mit der TBBG zum 01.01.2008 und zu weiteren anstehenden Veränderungen. So beabsichtige die Bundesregierung, im Sinne eines effizienten Arbeits- und Gesundheitsschutzes, die gegenwärtig bestehende Anzahl von 26 BGen weiter zu reduzieren - etwa 6 BGen und die Einführung einer Einheitsversicherung seien dabei im Gespräch. Petermann schätzte ein, dass Deutschland im internationalen Maßstab bei der „Prävention Strom“ zwar an der Spitze stünde. Jedoch lägen allein über 60 % der Gesamtkosten bei den langfristigen Rentenzahlungen. Aufgrund der sinkenden Anzahl der Versicherten wächst damit der Anspruch an die BGFE, auch in Zukunft eine qualitativ gute Präventionsarbeit zu sichern. Verrutscht wäre das Branchenprinzip in den BGen. Während kleine und mittlere Betriebe 5-10 % ihrer Bruttolohnsumme als Beiträge zu entrichten haben, würden Großbetriebe nur mit etwa 0,6 % zur Kasse gebeten. Das ist insbesondere mit dem hohen Anteil an Verwaltungspersonal in Großbetrieben und den geringeren Risiken zu erklären. Breites Themenspektrum Die Vorträge boten eine große inhaltliche Bandbreite. Hier eine kleine Auswahl: Arbeiten unter Spannung (AuS). AuS stellte eines der zentralen Themen am 1. Vortragstag dar. Aus der Sicht eines EVU äußerte sich z. B. Jan Schäfer von den Stadtwerken Hannover. Er vermittelte einen Überblick zu den derzeit geltenden Vorschriften, insbesondere auch den Neuerungen der BGV A3 „Arbeiten unter Spannung an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln“. In einigen Punkten stellte er Nachbesserungsbedarf fest und forderte zudem die Entwicklung neuer störlichtbogenfester Arbeitsschutzbekleidung. Dr. Helmut Bücker, BGFE, war der Meinung, dass Persönliche Schutzausrüstung (PSA) für das AuS nur begrenzt nutzbar sei. Es käme vielmehr auf die Anwesenheit einer 2. Person an, um die Rettungskette bei derartigen Arbeiten sicherzustellen. Jörg Adamus, Vattenfall, befasste sich vordergründig mit den Europäischen Grundsätzen, den Allgemeinen Leitlinien für sicheres Arbeiten unter Spannung auf Basis der EN 50110 „Betrieb von elektrischen Anlagen“. Er betonte die Notwendigkeit, auch in einem fortschreitend liberalisierten europäischen Markt der Berufsausübungs- und Wettbewerbsfreiheit auf dem Gebiet der Wartung, Reparatur und Instandhaltung elektrischer Anlagen die sachgerechte Anwendung von AuS zu gewährleisten. Daher haben sich die BGFE, der Fachausschuss Arbeiten unter Spannung der ETG (ETG FA 2.2) und die Sektion Elektrotechnik des IVSS darüber verständigt, im internationalen Fachgremium für Arbeiten unter Spannung „Live Working Association“ die technisch organisatorischen (Mindest-) Anforderungen für sicheres AuS zu erarbeiten. Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV). Zu den elektrischen Gefährdungen im Alltag und Risiken für Implantatträger in starken elektromagnetischen Feldern der Arbeitsumgebung machte Prof. Dr. J. Silny, RWTH Aachen, den Zuhörern bewusst, dass diese Problematik im Arbeitsprozess noch weit unterschätzt werden würde. Immerhin gäbe es in Deutschland etwa 650000 Patienten mit einem Herzschrittmacher, darunter über 3000 unter 50 Jahren. Die meisten würden diese Tatsache ihrem Arbeitgeber aus falscher Scham verschweigen. Die EU-Richtlinie „Elektromagnetische Felder am Arbeitsplatz“ ist bis April 2008 national in Kraft zu setzen - so Markus Fischer, BGFE. Mit der BGV B11 und BGR B11 wäre bereits eine gute Basis für eine praktikable Umsetzung in die entsprechende Verordnung vorhanden. Windenergieanlagen. Viel Lob erntete Wolfgang Pechoc, BGFE, für seine Erläuterungen zum Aufbau und Inhalt der neuen BGI 657. Diese berücksichtigt die Fachmeinungen der Experten des Arbeitskreises „Winderenergieanlagen“ und sei eine gute Basis für einen wirksamen Arbeitsschutz. Schwerpunktaktion Handmultimeter. Mit Besorgnis reagierten die Zuhörer auf den Bericht von Thomas Apel, Regierungspräsidium Kassel. Die hessische Arbeitsschutzverwaltung hatte im Rahmen ihres Auftrags zur Marktüberwachung von 2005 bis 2006 in einer Aktion 35 Handmultimeter in der Preislage von 2,99 bis 35 Euro verschiedener Hersteller auf sicherheitstechnische Mängel getestet. Auslöser war ein Unfall mit einem Handmultimeter im Jahr 2002. Trauriges Ergebnis: alle 35 Geräte fielen durch, waren nicht richtlinienkonform und stellten z. T. ein erhebliches Gefährdungspotential für die damit arbeitende Elektrofachkraft oder Privatperson dar. Leider konnten auf Anfrage der Teilnehmer keine Herstellernamen genannt werden, da die Aktion noch nicht beendet war. Der ep wird in seinen nächsten Ausgaben ausführlicher zu ausgewählten Themen der Tagung berichten. Elektropraktiker, Berlin 60 (2006) 8 600 BRANCHE AKTUELL Vergleichsaufbau a) zwei eHZ mit integrierter Befestigungs- und Kontaktiereinrichtung (BKE-I) b) eHZ mit BKE-A (Adapter) c) Ferarris-Zähler 13. Vortragsveranstaltung Elektrotechnik der BGFE Auch in Zukunft Prävention Über 400 Teilnehmer verfolgten aufmerksam an den zwei Veranstaltungstagen die Vorträge der 21 Experten für Arbeitsschutz und -sicherheit in Nürnberg. Die Referenten vermittelten ein breites Spektrum an Fachwissen zur Unfallprävention aus Theorie und Praxis und informierten zu aktuellen Änderungen im Vorschriften- und Regelwerk. Die Möglichkeit des aktiven Dialogs und der Diskussion mit den Referenten wurde rege genutzt. Dr. Jens Jühling, neuer Leiter der Präventionsabteilung der BGFE eröffnet die Veranstaltung T. Apel bei seinem Bericht zu gravierenden Sicherheitsmängeln bei Handmultimetern EP0806-598-611 24.07.2006 10:03 Uhr Seite 600
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