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Elektrotechnik

11. Verbandstage des LIV Mecklenburg/Vorpommern - Eine Veranstaltung mit großem Zuspruch

ep3/2001, 1 Seite

Vom 23. bis 25. Januar fanden in Rostock die 11. Verbandstage der Elektrohandwerke Mecklenburg/Vorpommerns statt. Neben der Mitgliederversammlung und den Fachgruppensitzungen wurde wiederum eine Fachschulung veranstaltet – über 2200 Teilnehmer nutzten diese hervorragende Gelegenheit.


Öffentliche Mitgliederversammlung Landesinnungsmeister Klaus Pick stellte in seinen Ausführungen fest, dass die Lage in Mecklenburg/Vorpommern laut Wirtschaftsumfrage unter den Mitgliedsfirmen nach wie vor nicht gut aussieht, wie folgende Zahlen eindrucksvoll zeigen: · Auftragsreichweite 56 % 1 Monat 32 % 1 bis 2 Monate 9 % 3 bis 4 Monate 2 % 5 bis 6 Monate 2 % über 6 Monate · Tendenz der Auftragslage 6 % besser 37 % gleichbleibend 57 % schlechter. Das E-Handwerk muss große Anstrengungen unternehmen, um diese Situation zu verändern. In einer Zeit gewaltiger Umbrüche ist diese Aufgabe besonders schwierig. Vor allem gilt es, gemeinsam Möglichkeiten und Wege zu finden, um dem Druck anderer Gewerke standzuhalten. Ein wichtiger Schritt in dieser Richtung war die Unterzeichnung eines Vertrages mit dem Dachdeckerverband (Bild ), der die Zusammenarbeit bei der Errichtung von Photovoltaikanlagen zum Inhalt hat. Vor allem sind die Rahmenbedingungen zu verbessern. Durchzusetzen sind die Forderungen: · Erhalt des Meisterbriefs · Erhalt bestehender Betriebe - keine Existenzgründerhilfe · gesetzliche Auftraggeberbürgschaftspflicht · Abschaffung der Ökosteuer · Verbesserung des Schulniveaus · Gleichbehandlung des Energieträgers Strom · lange Übergangsfristen bei der EU-Ost-Erweiterung (Arbeitnehmerfreizügigkeit und Erbringung handwerklicher Leistungen). In ihren Grußworten unterstrichen die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Großhandel, die bestehenden Problem gemeinsam mit dem Handwerk zu lösen. Elektrohandwerke im Wandel W. Tschischka, ZVEH-Vizepräsident, (Bild ) behandelte in seinem Festvortrag die Entwicklung des Elektrohandwerks und zeigte die gewaltigen Änderungen auf, denen es sich zu stellen gilt. Im Zeitraum von 1960 bis 1990 war die „Elektrowelt“ noch in Ordnung. Jeder kümmerte sich um sein Gebiet. Der Markt war geordnet, z. B. Energiegebietsmonopol der EVU, Installateurverzeichnis. Der Einfluss der Baumärkte war gering. Die technischen Normen wurden national erarbeitet. 1990 setzte eine Änderungsflut ein, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Der Prozess der Liberalisierung wird stürmisch weitergehen und die technischen Auftragsfelder werden immer mehr zusammenwachsen. Bedingt dadurch ist eine völlige Neuordnung der Strukturen zu verzeichnen, und damit tauchen neue Anbieter auf. Gibt es unter diesen Bedingungen überhaupt eine Chance für das E-Handwerk? Diese Angst ist unbegründet, so W. Tschischka Die Elektrotechnik wird trotz aller Veränderungen eine entscheidende Stellung einnehmen. Das E-Handwerk muss seine Kernkompetenz nutzen, um sich durchzusetzen. Tätigkeitsfelder sind reichlich vorhanden - Anlagenbau, Gebäudetechnik, alternative Energie, Energiebewirtschaftung von Gebäuden, Renovierungen (dieser Sektor wird wachsen,) usw. Der Elektrotechniker ist auf dem Weg zum Systemintegrator und Dienstleister. Nicht der Verkauf von Technik ist wichtig, sondern der Verkauf von Kundennutzen. Schwierig ist es natürlich für kleine Betriebe. Sie müssen sich zusammenschließen, um auch bei größeren Aufträgen als Anbieter auftreten zu können. Hierbei gilt es, das · Integrationsmodell · Kooperationsmodell · Spezialisierungsmodell erfolgreich zu nutzen. Fazit der Ausführungen: Die Elektrohandwerke haben eine gute Grundlage und werden auch in Zukunft bestehen, wenn alle vorhandenen Chancen, genutzt werden. Fachschulung Bei der Wahl der 21 Vortragsthemen und Autoren hatten die Verantwortlichen des LIV wieder eine glückliche Hand. Belohnt wurden sie durch die höchste bisher erreichte Teilnehmerzahl - über 2200. Eigentlich sind es noch viel zu wenige, die den Ernst der Lage erkannt haben, bei den augenblicklichen Umwälzungen, die von W. Tschischka beschrieben wurden. Es ist jedoch erfreulich, dass immer mehr Unternehmer erkennen, wie wichtig es ist, sich und die Mitarbeiter ständig zu qualifizieren. Nur dann kann man den Anforderungen des Marktes gerecht werden - dabei geht es nicht einmal darum, ein besseres Ergebnis zu erzielen, sondern überhaupt am Markt zu bleiben. Den größten Zuspruch fand auch in diesem Jahr der Vortrag von B. Schulze (ZVEH-Normenbeauftragter) zur Normenreihe DIN VDE 0100. Wichtige Änderungen von Normen, die in diesem Jahr verbindlich werden sind: · (Teil 443) Auch in Gebäuden sind alle Steckdosenstromkreise bis 32 A durch FI-Schutzschalter zu schützen. · (Teil 704) Mit Kleinspannung betriebene Geräte dürfen auf Baustellen eingesetzt werden. · (Teil 701) Bei Räumen mit Wanne oder Dusche ist der Bereich 3 entfallen. Der Bereich unter der Wanne zählt zum Bereich 1. Alle Wechselstromkreise sind mit FI-Schutzschalter 30 mA auszurüsten - Ausnahme Boiler/ Durchlauferhitzer. Geräte in den Bereichen 1 und 2 in IP X4. Durchlauferhitzer/Boiler sind im Bereich 1 zugelassen. Eine kleine Ausstellung im Rahmen der Verbandstage bot die Möglichkeit, sich bei den Ausstellern über neue Produkte zu informieren. Vorstandswahl Die Wahl des neuen Vorstands war bei dem umfangreichen Programm dieser Verbandstage nur ein Punkt von vielen. Es ergaben sich auch keine wesentlichen Änderungen: K. Pick, Vorsitzender, J. Gauer und W. Oertel, Stv. Vorsitzende, Th. Kowalk, Schatzmeister (K.-H. Hoffmann stand aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung), K. Bollmann, Wirtschaftsausschuss, L. Freud, besondere Aufgaben. H. Elster Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 3 174 Branche aktuell 11. Verbandstage des LIV Mecklenburg/Vorpommern Eine Veranstaltung mit großem Zuspruch Vom 23. bis 25. Januar fanden in Rostock die 11. Verbandstage der Elektrohandwerke Mecklenburg/Vorpommerns statt. Neben der Mitgliederversammlung und den Fachgruppensitzungen wurde wiederum eine Fachschulung veranstaltet - über 2200 Teilnehmer nutzten diese hervorragende Gelegenheit. Im Rahmen der Verbandstage wurde durch den LIV und den Dachdeckerverband ein Kooperationsvertrag unterzeichnet (v.r.n.l. K. Pick, LIV; J. Koop, A. Luks - Dachdeckerverband) In seinem interessanten Vortrag ging H.-J. Tschischka (ZVEH-Vizepräsident) auf die Probleme des E-Handwerks ein und auf die Chancen, die sich bieten

Autor
  • H. Elster
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