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Betriebsführung und -Ausstattung

Sexistische Werbung

Vorsicht Sexismusfalle! [Update]

05.08.2016

Im Mai rügte der Presserat sexistische Werbung bei Handwerksbetrieben. Ein Berliner Bauhandwerker ließ sich davon nicht beeindrucken.

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Manche Klischees sind zäh wie Hundehaufen an der Schuhsohle: Man bekommt sie einfach nicht weg. Zum Beispiel Männer mit Sixpacks. In den 90er Jahren kultivierten Rapper, Boygroups und Werbeindustrie das Idealbild des durchtrainierten Mannes, der sich bis unter den Bauchnabel entblößte. Begeisterte Mädchen starrten auf perfekte Muskelstränge. So muss ein echter Kerl aussehen! Die Schlaffis unter den Männern – also die Mehrzahl – erhielten telefonischen Trost für 2,50 DM pro Minute. Beworben wurden die teuren Liebesdienste mit dem legendären Spruch "Ruf! Mich! An!" An diese schöne Zeit erinnerte sich der Werbemittelbeauftragte der Firma Baukonzept Berlin. Vielleicht träumte er von seiner Jugend, als ein Sixpack möglich schien und die Illusion, eine wunderschöne Zwanzigjährige hätte nur auf seinen Anruf gewartet, noch nicht durch die Geständnisse echter Telefonsexhausfrauen im reifen Alter geplatzt war. Also kombinierte der Werbemittelbeauftragte das Foto eines muskulösen Heimwerkerkönigs, der seinen Hammer lang hängen lässt, mit dem bekannten Telefonsex-Slogan:

Stoßseufzer eines Heimwerkerkönigs: "Wenn es wenigstens ein echter Binford wäre …" (Bild: Elektropraktiker) (Zum Vergrößern – nur des Bildes! – hier klicken)

Das ist sicher gut gemeint, wird aber den Presserat nicht entzücken. Und auch beim Vergleich mit den Originalen sieht das selbstgestrickte Motiv auf dem Kastenwagen nicht vorteilhaft aus: 10 Sekunden, die Werbegeschichte schrieben

 Anschauungsmaterial für Schauspielschulen, Seminar Synchronisierung: Wie schaffe ich es, bei der Lippensynchronisierung von drei Silben nicht zu versagen? (Video: franken stein)

Die Legende: Der Coca Cola light-Fensterputzer 


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Autor
Name: Jürgen Winkler