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Bild: Fabian Vogl
Brand- und Explosionsschutz

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

TIMpuls – mehrgeschossige Holzbauten unter Feuer (1)

27.11.2025

Das Bauen mit Holz erfreut sich steigender Beliebtheit. Holz ist ein wichtiger nachwachsender Rohstoff der Zukunft und kann für die notwendige Dekarbonisierung der Erde einen wesentlichen Beitrag leisten. Im Verbundforschungsvorhaben TIMpuls [1] mehrerer technischer Universitäten und Hochschulen wird ein wissenschaftlich begründeter Nachweis erarbeitet, mit dem die unbedenkliche Verwendbarkeit tragender und raumabschließender Holzbaukonstruktionen in mehrgeschossigen Gebäuden bis zur Hochhausgrenze gezeigt wird.

Beteiligt sind daran die Technischen Universität München, die Technische Universität Braunschweig, die Hochschule Magdeburg-Stendal und das Instituts für Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge.

Die erforderlichen Grundlagen zur Fortschreibung bauaufsichtlicher Brandschutzregelungen für die erweiterte Anwendung des Holzbaus werden auf Basis experimenteller und numerischer Untersuchungen erarbeitet.

Ziele und Strategien von TIMpuls

Für die bauordnungsrechtliche Anwendbarkeit der Holzbauweise bis zur Hochhausgrenze werden verschiedene Strategien zum Nachweis der Erfüllung des brandschutztechnischen Sicherheitsniveaus verfolgt. Einhergehend mit dem erweiterten Einsatz der Holzbauweise ist nachzuweisen, dass durch die zusätzliche Brandlast aus der tragenden und aussteifenden Gebäudestruktur das bauaufsichtlich geforderte Sicherheitsniveau im Hinblick auf den Brandschutz nicht bzw. allenfalls nur auf ein gesellschaftlich akzeptierbares Niveau gesenkt wird. Eine Form des Nachweises kann über die Gleichwertigkeit der Holzbauweise gegenüber den konventionellen, nicht brennbaren Bauweisen, erfolgen. Hierbei werden unterschiedliche Aspekte und Lösungswege verfolgt, wie der Nachweis über eine Naturbrandbemessung, das Selbstverlöschen von Bauteilen, die brandschutztechnische Bekleidung „Kapselung“ der Bauteile und die Bewertung der Leistungsfähigkeit der abwehrenden und anlagentechnischen Maßnahmen. Innerhalb der themenbezogenen Risikobetrachtung werden so alle beeinflussenden Parameter des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes berücksichtigt und ganzheitliche Maßnahmen für sichere mehrgeschossige Konstruktionen in Holzbauweise erarbeitet.

Das Ziel ist die Bereitstellung eines vollständigen, wissenschaftlich begründbaren Konzepts, um die Verwendbarkeit von Holzbaukonstruktionen in mehrgeschossigen Gebäuden, auch unter teilweiser Verwendung sichtbarer Bauteiloberflächen, bis zur Hochhausgrenze in ganz Deutschland geregelt, zu ermöglichen.

Ablauf des Forschungsvorhabens

Das Projekt TIMpuls hatte eine Laufzeit von dreieinhalb Jahren (August 2017 bis März 2021). Im Rahmen dieser Laufzeit wurde eine Vielzahl an Themen und Fragestellungen untersucht. Nachfolgend werden auszugsweise einzelne zentrale Punkte dargestellt.

Eine der Grundlagen zu Beginn war die Untersuchung der national sowie international bauordnungsrechtlichen Verwendbarkeit des Baustoffes Holz. Welche aktuellen Regelungen und Richtlinien existieren und auf welche Thesen bzw. Untersuchungen sind diese zurückzuführen. Diese Ergebnisse dienten u. a. auch als Grundlage für die Erstellung eines Ratgebers [2] zum nationalen Stand der bauordnungsrechtlichen Verwendbarkeit des Baustoffes Holz, der unter www.brandschutznavigator.de abgerufen werden kann.

Autor: Thomas Engel

Literatur

[1] Technische Universität München: Forschungsvorhaben TIMpuls. München, 2021; Online-Verweis: https://www.cee.ed.tum.de/hbb/forschung/abgeschlossene-forschungsprojekte/timpuls/; Abruf: 06. 11. 2023.

[2] Engel, T.; Lechner, M.: Baurechtskonformes Planen und Bauen mit Holz – Verwendbarkeitsnachweise und technische Regeln für den Brandfall im Holzbau. München, Technische Universität München, 2020.

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.