Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Raspberry Pi – industrietauglich gestaltet
Seit seinem Erscheinen hat der Raspberry Pi die Entwicklung von Automatisierungsgeräten nachhaltig beeinflusst. Die Bereitstellung der Compute Module hat diesen Trend ausdrücklich befördert. Die Nutzung dieser Platinen erlaubt Entwicklern und Herstellern eine deutliche Verkürzung der Entwicklungszeit und die Konzentration auf die Umsetzung der spezifischen Anforderungen der jeweiligen Geräteentwicklung.
Berghof Automation kann auf mehr als ein halbes Jahrhundert erfolgreicher Entwicklung verweisen. Das in Eningen unter Achalm (Schwäbische Alb, östlich von Reutlingen gelegen) beheimatete und nach wie vor familiengeführte Unternehmen wurde im Jahr 1966 von Georg Zundel gegründet. Mit der frei programmierbaren Steuerung FPS 76 gehört Berghof seit 1976 zu den Pionieren bei der Entwicklung und Herstellung von speicherprogrammierbaren Steuerungen. Diesem Anspruch wird das Unternehmen auch aktuell nach wie vor gerecht. Über die Jahrzehnte sind zur Automatisierungstechnik noch Bereiche wie etwa die Test- und Prüftechnik sowie die Prozesssteuerung hinzugekommen. Zum Angebot an Automatisierungstechnik gehören aktuell Kompakt- und Displaysteuerungen, aber auch Bedienpanels und Sicherheitssteuerungen sowie die als Industrie PC (IPC) und modular erweiterbare Steuerungen konzipierten Geräte der B-Nimis-BC-Pi und der B-Nimis-MC-Pi Produktreihen. Insbesondere Letztere sind für den im Bereich der Elektroinstallation und der Automatisierungstechnik tätigen Praktiker von Interesse.
Gerätetechnik
Rein äußerlich gibt es zwischen den Industrie-PCs der B-Nimis-BC-Pi-Produktreihe (B – Box-PC) und den modularen Steuerungen der B-Nimis-MC-Pi-Produktreihe (M – modular) keine erkennbaren Unterschiede. Ein Blick auf die in den Handbüchern enthaltenen Blockschaltbilder bestätigt diesen Eindruck. Hardwareseitig sind diese Geräte also nahezu identisch. Wie anderswo gilt eben auch hier letztlich: „Die Software macht den Unterschied“. Beide Produktreihen umfassen jeweils die drei Varianten Pro, Prime und Plus.
BC/MC – Pro, Prime und Plus
Alle drei Varianten verfügen über ein Compute Modul 4 (CM 4) als zentrale Komponente. Diese Module werden mit unterschiedlicher Speicherausstattung angeboten und in den Nimis-Produktreihen eingesetzt. Pro, Prime und Plus verfügen an der Vorderseite über 4 LEDs zur Statusanzeige, den 24-V-Versorgungs-, einen Display- und einen Ethernet-Anschluss sowie zwei USB-Anschlüsse. Zu den Gemeinsamkeiten aller Varianten gehören zudem ein seitlicher EtherCAT-LVDS1)-Anschluss und auf der Rückseite ein Lüfteranschluss sowie auf der Oberseite ein USB-2.0-Zugang zum Flashen des Betriebssystems bei der BC-Produktreihe. Die Unterschiede zwischen den Varianten beziehen sich insbesondere auf die Anzahl der an der Vorderseite sichtbaren Schnittstellen (LAN, CAN/CANopen) und RS232/485 sowie einem Micro-SD-Kartenschacht auf der Oberseite. Unterschiede gibt es zudem zwischen der BC- und MC-Produktreihe bezüglich der Speicherausstattung.
Erweiterungsmodule
Pro, Prime und Plus sind Basisgeräte an welche I/O-Module über die seitliche angeordnete EtherCAT-LVDS-Schnittstelle direkt angeschlossen werden können. Die Erweiterungsmodule entsprechen in der Bauform den Basismodulen (Bild). Um I/O-Module auch in einiger Entfernung abgesetzt vom Basismodul installieren zu können, bedarf es zusätzlicher Busmodule in Form von Buskopplern. Das Sortiment der Erweiterungsmodule ist im Laufe eines Jahrzehnts entstanden und umfasst aktuell (Stand II/23) 20 Module. Neben den bereits erwähnten Buskopplern gibt es welche mit integrierten digitalen Ein- und Ausgängen, einen 2-Port-Extender, ein Modul, das ein weiteres CAN-Interface bereitstellt, und diverse Module mit analogen und digitalen Ein- und Ausgängen in unterschiedlicher Zahl und für verschiedene Ansprüche.
Autor: Dr.-Ing. Horst Möbus
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