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Industrie-PC mit dem Raspberry Pi Compute Module 3 a) RB100-CM3 b) RB300-CM3 c) RB350-CM3, Quelle: ICO, Kristech/Pigeon
Steuerungstechnik | Regelungstechnik

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

Raspberry Pi – industrietauglich gestaltet

13.11.2025

Ursprünglich für Bildungszwecke konzipiert, hat der Einplatinencomputer Raspberry Pi die Produktentwicklung im Bereich der Automatisierung grundlegend verändert. Die Bereitstellung der Compute Module hat diese Entwicklung weiter vorangetrieben. Insbesondere die aktuell verfügbaren Module CM3 und CM4 erfreuen sich großer Beliebtheit und finden daher eine breite Anwendung.

Die in Diez an der Lahn beheimatete Gesellschaft für Innovative Computer (ICO) kann auf eine mehr als 35 Jahre umfassende Erfahrung in der IT-Branche verweisen. Heute ist das Unternehmen als IT-Systemhaus und als Importeur sowie als Distributor von Computer- und Kommunikationstechnik, aber auch von Technik für die Automationsbranche, etwa in Form von Industrie-PC (IPC), am Markt aktiv. Auf dem Raspberry Pi basierende Produkte werden in Form von Panel-IPC, Box-IPC und Hutschienen-IPC (REG – Reiheneinbaugeräte) angeboten. Zu diesem Marktsegment gehören auch die Pigeon-IPC des Herstellers Kristech. Das im Jahre 2004 gegründete Unternehmen hat seinen Sitz in Ustron, einer kleinen Stadt in den Beskiden, unweit des Dreiländerecks Polen-Slowakei-Tschechien. Schon früh hat das polnische Unternehmen die sich aus der Verfügbarkeit der Compute Module des Raspberry Pi ergebenden Chancen erkannt und zielgerichtet für die Entwicklung einer eigenen Produktreihe genutzt.

Gerätetechnik

Die Pigeon-IPC sind REG-Kompaktgeräte mit unterschiedlicher Ausstattung bezüglich der Verarbeitungsleistung, des verbauten SoC (System on Chip), der verfügbaren Ein- und Ausgänge, der integrierten Schnittstellen und anderer Merkmale. Entscheidend für die Verarbeitungsleistung ist letztlich das verbaute Raspberry Pi Compute Module. Es lassen sich daher grundsätzlich zwei Gruppen unterscheiden:

  • Geräte mit einem Compute Module 3 (CM3-Geräte) und

  • Geräte mit einem Compute Module 4 (RB700-Geräte).

Es wird jeweils eine Einstiegs-, eine Standard- und eine maximal ausgestattete Variante angeboten.

Gemeinsamkeiten

Zwischen den sechs verfügbaren Varianten gibt es viele Gemeinsamkeiten. Alle CM3-Geräte sind mit einem Compute Module 3 ausgerüstet, während die RB700-Geräte auf einem Compute Module 4 basieren. Daraus resultiert der Typ des eingesetzten SoC. Da jeweils Module gleichen Typs eingesetzt werden, ist die Ausstattung der eMMC Flash mit 4 GB bzw. 8 GB ebenfalls gleich. Die RAM-Ausstattung beträgt einheitlich 1 GB. Andere Ausstattungen sind aber entsprechend der verwendeten Compute Module möglich. Alle Geräte besitzen folgende Gemeinsamkeiten:

  • Alle Geräte verfügen über eine CAN- und eine 1-Wire-Schnittstelle.

  • Die Ausstattung mit digitalen Ein- und Ausgängen ist einheitlich. Es stehen jeweils 12 digitale Eingänge, davon acht als optisch isolierte und vier als potentialfreie, sowie acht Ausgänge zur Verfügung.

  • Jedes Gerät ist mit einer Echtzeituhr (RTC) ausgestattet.

  • Es gibt zwei bzw. drei USB-2.0-Anschlüsse.

Darüber hinaus gibt es bestimmte Merkmale, die – wie die Ausstattung mit dem Compute Module – lediglich in der jeweiligen Gruppe gleich sind.

IPC mit dem Compute Module 3

Seitens Kristech werden drei Modelle mit dem Compute Module 3 gefertigt (Bild). Das Modell RB100-CM3 ist das Einstiegsgerät und unterscheidet sich von den Modellen RB300-CM3 sowie RB350-CM3 durch die fehlende HDMI-Schnittstelle, der Nichtverfügbarkeit von analogen Ein- und Ausgängen sowie dem Nichtvorhandensein einer USV. Das Modell RB350-CM3 verfügt darüber hinaus über eine Mini PCIe zum Anschluss eines GPRS-, EDGE-, 3G- oder LTE-Moduls. Alle Geräte verfügen über jeweils einen RS-485- und einen RS-232-Anschluss.

Autor: Dr.-Ing. Horst Möbus

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.