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OPTA – eine Arduino-basierte Kleinsteuerung, Quelle: Finder
Steuerungstechnik (allg.) | Steuerungstechnik

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

Opta – programmierbare Logikrelais

31.07.2025

Bewährte Vorgehensweisen nutzen und mit eigenen technischen Kompetenzen verbinden, das gehört zu den Erfolgsrezepten bei der Entwicklung technischer Geräte. Wenn auch noch eine vielfach genutzte Gerätekategorie, wie die der Kleinsteuerungen, Ziel der Entwicklung ist, dann dürfte der Erfolg geradezu „vorprogrammiert“ sein. Für das nachfolgend vorgestellte Produkt trifft dies sicher zu.

Finder, ein deutsch-italienischer Technologiekonzern mit Hauptsitzen in Almese und Turin in Norditalien sowie Trebur-Astheim im Rhein-Main-Gebiet, kann auf viele Jahrzehnte erfolgreicher Entwicklung verweisen. Was im Jahr 1954 mit einem Stromstoßschalter begann und in den darauffolgenden Jahrzehnten mit Relais unterschiedlicher Bauart und für nahezu jeden Anwendungszweck seine Fortsetzung fand, hatte letztlich zur Folge, dass das Unternehmen in der Branche geradezu zum Synonym für einen Relaishersteller wurde. Darüber hinaus zählen Geräte zur Wärmeregulierung, Schaltnetzteile, Überspannungsschutzgeräte, per NFC programmierbare Zeitrelais, Energiezähler und Installationsschütze zum Sortiment. Die mit den Relais verbundenen technischen Kompetenzen haben auch in Angeboten wie dem Smarthome-System Yesly [1] ihren Niederschlag gefunden. Mit dem programmierbaren Logikrelais (PLR) OPTA wird diese Vorgehensweise weiter gepflegt, was auch der Bezug zur Relaistechnik in der Produktbezeichnung deutlich macht. Dass man nicht nur eine Arduino-Platine nutzt, sondern das PLR auch in Kooperation mit dessen Schöpfern entwickelt, ist sicher nicht zuletzt der räumlichen Nähe beider Firmensitze in Norditalien zu verdanken.

Gerätetechnik

Das für die Montage im Verteiler-/Schaltschrank (IP 20) konzipierte Gerät kann schon aufgrund der Bauform (Reiheneinbaugerät) und den Abmessungen (4 Teilungseinheiten) als Kleinsteuerung beziehungsweise Mini-SPS wahrgenommen werden (Bild). Die technische Ausstattung bestätigt diese Wahrnehmung.

Aus-/Eingänge

Die OPTA-Logikrelais verfügen über jeweils 4 Relaisausgänge, deren Schaltleistung die direkte Ansteuerung aller im Gebäudebereich gängigen Verbraucher erlaubt. Die 8 Eingänge können – je nach Bedarf – als digitale, das heißt binäre, oder analoge Eingänge konfiguriert werden. Sind die Eingänge als Analogeingänge konfiguriert, können diese mit dem Spannungssignal 0 ... 10 V (einem Einheits- bzw. Standardsignal) angesteuert werden.

Zentrale Komponente

Die Geräte benötigen eine Versorgungsspannung von 12 V DC bis 24 V DC. Zentraler Bestandteil der Logikrelais sind die Arduino-Platinen Portenta H7. Diese sind mit dem Mikrocontroller STM32H747XI bestückt, auf dem zwei ARM-Kerne vom Typ Cortex-M7 und Cortex-M4 arbeiten. Als Speicher sind 2 MB Flash und 1 MB RAM verbaut. Diese Ausstattung mit Rechenleistung und Speicher geht weit über das bisher in dem Bereich der Kleinsteuerungen bekannte Maß hinaus. Des Weiteren werden moderne Technologien wie etwa OTA (Over the Air) zur Übertragung von Firmware-Updates unterstützt und integrierte Sicherheitselemente garantieren die Einhaltung des X.509-Standards.

Schnittstellen und Varianten

Die OPTA-PLRs sind mit einer USB-C-Buchse und einem Ethernetanschluss (RJ45) ausgerüstet. Über den USB-Anschluss erfolgen die Programmierung und die dazu nötige Energieversorgung. Der Ethernetanschluss ermöglicht die Einbindung der Logikrelais in ein übergeordnetes Netz. Bei der Vorstellung des Produktes auf der Nürnberger Fachmesse SPS im Jahre 2022 wurden zunächst drei Varianten gezeigt, die sich lediglich bezüglich der Ausstattung mit Schnittstellen unterscheiden. Alle Varianten verfügen über die Möglichkeit der Einrichtung von Modbus-TCP/IP-Verbindungen. Die Plus-Variante verfügt zudem über einen Modbus-R485-Port. In der Advanced-Variante steht neben dem Modbus-R485-Port noch ein zusätzlicher Wi-Fi/BLE-Funkzugang zur Verfügung.

Autor: Dr.-Ing. Horst Möbus

Quellen
[1] Möbus, H.: Yesly – steuern per Bluetooth und Wi-Fi. Elektropraktiker Berlin 74(2020)1, S. 45–46.

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.