Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Multifunktionscontroller und I/O-System
Das weltweite Angebot an programmierbarer Steuerungstechnik ist ausgesprochen vielfältig. Diese Vielfalt wird nicht zuletzt durch Innovationen von Anbietern aus dem deutschsprachigen Raum getragen. Dabei ist es oft die Nähe zu den Maschinenbauern oder Verfahrenstechnikern sowie deren Bedürfnissen, die zu neuen Ideen inspiriert.
Die in Neustadt am Rübenberge in der Nähe von Hannover beheimatete HESCH Industrie-Elektronik GmbH wurde 1976 von Walter Schröder gegründet. Über die Jahrzehnte hat sich die Gesellschaft zu einem innovativen und zukunftsorientierten mittelständischen Unternehmen entwickelt. Heute gehört HESCH zur Management Holding AXXERON Technologies GmbH. Das Unternehmen bietet Dienstleistungen im Bereich der Elektronik-entwicklung und Fertigung, also Soft- und Hardware für MSR-Technik. Angeboten werden aber auch der Schaltschrankbau, die Übernahme von EMV-Prüfungen sowie Aktivitäten zur Erhöhung der Ressourceneffizienz. Zur Produktpalette gehören zudem Komponenten für spezielle Anwendungen wie etwa Differenzdruckregler und Differenzdruckmess-umformer sowie Ventil- und Filtersteuerungen. Für die im Automatisierungsbereich tätigen Elektrofachkräfte sind insbesondere zwei Angebote von Interesse: der Multifunktionscontroller (MFC) und das intelligente I/O-System HIMOD. Insbesondere dort, wo die typische Kleinsteuerung an Grenzen stößt, aber der Einsatz einer klassischen SPS möglichst noch vermieden werden soll, lohnt sich einen Blick auf dieses Angebot.
Gerätetechnik und Software
Eine der grundlegenden Zielstellungen der Entwickler des Multifunktionscontrollers war es, den Verfahrenstechnikern ein Gerät bereitzustellen, das diese selbst – möglichst ohne vertiefte SPS-Kenntnisse – programmieren können. Diese Absicht findet sich sowohl im Hardwarekonzept als auch bei der Gestaltung der Programmiersoftware wieder.
MFC – variabel konfigurierbar
Der Multifunktionscontroller verfügt über ein für den Schalttafeleinbau geeignetes Gehäuse (Bild a) mit einer frontseitigen Schutzartklasse von IP 65. Das Gerät kann wahlweise mit 100 ... 240 V AC oder 24 V DC versorgt werden. An der Frontseite befinden sich neben einem resistivem 3,5“-Touch-Screen (320 x 240 Pixel), zwei frei programmierbare LEDs für Zustandsanzeigen und vier frei belegbare Tasten auch ein Micro-USB-Anschluss. Auf der Geräterückseite (Bild b) findet man neben dem Netzteilsteckplatz einem Steckplatz für Relaisausgänge, einen variabel bestückbaren Steckplatz für Kommunikationskarten sowie zwei variabel bestückbare Steckplätze für E/A-Karten. Die Relaiskarte stellt 12 Ausgänge bereit, von denen jeweils vier als Öffner-, Schließer- und Arbeitskontakt genutzt werden können. Über die variabel konfigurierbare Kommunikationskarte kann der MFC gleichermaßen in ein übergeordnetes Automatisierungssystem eingebunden werden, aber auch als zentrale Komponente (Master/Server) für externe Komponenten (z. B. I/Os) Verwendung finden. Es stehen zwei Kommunikationskarten zur Verfügung:
- 2 x Ethernet und 2 x RS-485 oder
- 1 x Ethernet, 1 x RS-485 und 1 x Profibus.
Diese können dann durch Parametrierung/Programmierung verschiedene Nutzungsvarianten bereitstellen. Diese Varianten bieten dann jeweils im Detail drei beziehungsweise vier Schnittstellen. So bietet etwa die Variante Ethernet + CAN jeweils 1 x Ethernet (LAN), 1 x CAN und 1 x RS-485 (Modbus RTU Master). Eine ähnliche Variabilität bietet das System bezüglich der Bestückung und Nutzung der E/A-Karten. Hier werden zwei Karten angeboten, die sich vor allem bezüglich der Ausstattung des analogen Eingangs (Normsignaleingang oder Millivolt-Eingang) unterscheiden.
Autor: H. Möbus
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