Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Leuchtfadenlampen mit großen Unterschieden – LED-Filamentlampen im Test
In einer Langzeitstudie des Bundesamtes für Energie (BFE), der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) und der Sendung „Kassensturz“ des öffentlichen Rundfunks „Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)“ wurde eine Reihe von LED-Filamentlampen 2015/2016 näher untersucht.
Kriterien der Bewertung
Die Messungen wurden durch das Prüf- und Zertifizierungsinstitut des VDE durchgeführt. Das Institut in Offenbach verfügt über die dafür notwendigen Messeinrichtungen.
Die Lichtstärken in alle Richtungen (Lichtverteilkurve) wurden mittels Fotogoniometer erhoben. Die elektrische Leistung lieferte ein Wattmeter, daraus resultierte die Energieeffizienz (Lumen je Watt). Der Lichtstrom – und damit die Nutzungsdauer – wurde mit der Ulbrichtkugel nach null, 1 000, 2 000, 4 400 und 6 000 Betriebsstunden gemessen.
Als Nutzungsdauer sind jene Betriebsstunden definiert, während denen der Lichtstrom der Lampe mindestens 70 % des deklarierten Wertes erreicht. In Bild 4 sind die großen Unterschiede zwischen den Produkten erkennbar.
Die beiden Lampen Sylvania und Megaman erreichten eine Nutzungsdauer von 30 000 Stunden, die Wilva brachte schon nach 500 Stunden nicht mehr die geforderten 70 % des deklarierten Lichtstromes. (In einem Haushalt entsprechen 10 000 Betriebsstunden etwa 10 Jahren.)
Farbwiedergabe: Bei allen Produkten mit einer Ausnahme ist der Farbwiedergabeindex mit 80 deklariert, die Messwerte liegen ausnahmslos zwischen 80 und 82. Auf der Packung der Xnovum-Lampe sind 94 vermerkt, was in Anbetracht des tatsächlichen Wertes als Falschdeklaration zu werten ist.
Farbtemperatur: Für die Lampe Wiva ist eine Farbtemperatur von 3 000 Kelvin deklariert, alle anderen Produkte sind mit 2 700 Kelvin bezeichnet. Die Messwerte liegen in einem Bereich zwischen 98 % und 104 % der Deklaration. Die Messungen der Farbwiedergabe und der Farbtemperatur erfolgten mit einem Farbspektrometer.
Die Schaltfestigkeit ist bei keinem Produkt kritisch; alle Lampen können deutlich häufiger – mehr als 200 000-mal – ein- und ausgeschaltet werden als dies die Deklaration vermerkt. Die Deklaration ist bei einigen Produkten fehlerhaft respektive unvollständig. Dies gilt vor allem für die Lampen von Segula und für die Xnovum.
Losgröße
Die Bewertung einer Lampe muss gemäß EU-Verordnung auf einer Losgröße von mindestens 20 Produkten aus unterschiedlichen Verkaufspunkten basieren. Dieser Umfang war innerhalb des Tests nicht möglich.
Eingekauft wurden von jedem Modell je 10 Lampen bei verschiedenen Stellen. Jeweils 4 Lampen wurden zum gleichen Kriterium ausgemessen, zwei Produkte waren Reserve.


Bild 2, links, Vereinfachtes Schaltschema einer Filament-Lampe: Die insgesamt 8 Leuchtfäden sind paarweise in Serie geschaltet, die Betriebsspannung beträgt DC 57,5 V, was einen Gleichrichter im Schraubsockel bedingt – in dieser Konfiguration leuchten im Betrieb 240 LEDs (Grafik: Gasser, eLight/ep)
Bild 3, rechts, Ein Farbspektrum einer Filament-Lampe: Wellenlänge in nm und die entsprechende relative Intensität (Grafik: Gasser, eLight/ep)

