Zum Hauptinhalt springen 
Die Übertragung der Programme auf das Gerät erfolgt ausschließlich über den Bluetooth Low Energy Obelist top3. Um Manipulationen zu verhindern, lässt sich der Bluetooth-Empfänger abziehen (Quelle: Theben)
Gebäudeautomation | Steuerungstechnik (allg.)

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

Kompakte Jahresschaltuhren

03.03.2022

Schaltuhren sind ein wirtschaftlicher Taktgeber für einfache Steuerungen von Beleuchtung, Belüftung, Pumpen usw. Es gibt aber Bereiche, die ganzjährige Datumsfunktionen, wie bewegliche Feiertage, benötigen, jedoch nicht den Funktionsumfang der Spitzenmodelle ausschöpfen. Hierfür gibt es Geräte, die sich sogar für die hohen Einschaltströme von LED-Leuchten eignen.

Für einfache Schaltaufgaben reicht neben der Uhrzeit die Unterscheidung von Werktagen und Wochenende. Aber schon die Parkplatzbeleuchtung eines Supermarkts ist so nicht mehr vollumfänglich programmierbar, unter anderem, weil die Feiertage unberücksichtigt bleiben. Fällt Weihnachten auf einen Dienstag, bleibt der Platz hell erleuchtet, obwohl das Geschäft geschlossen ist. Dies ist nicht nur Energieverschwendung, sondern wirft auch ein – im Wortsinn – schlechtes Licht auf die Ökobilanz des Unternehmens. Aber auch weniger auffällige Verbraucher, wie Lüftungen oder Schließanlagen sind betroffen. Da zudem viele Feiertage, wie Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten, jedes Jahr auf ein anderes Datum fallen, wäre selbst eine Uhr mit einer einfachen Datumsfunktion für diese Aufgabe ungeeignet. Eine weitere Herausforderung speziell bei Beleuchtungen ist die Kanalabschaltung: In einem definierten Zeitraum wird jede zweite Leuchte abgeschaltet, um Energie zu sparen. Damit die Leuchtmittel gleichmäßig verschleißen, muss die Abschaltung alternierend erfolgen. Hierfür sind Uhren mit zwei Kanälen erforderlich. Bei LED-Leuchten verliert diese Technik an Bedeutung, da die Energieersparnis durch die Abschaltung gering ist. Dafür kann die LED-Technik an anderer Stelle Probleme bereiten: Trotz der geringen Nennleistung sind die kurzen Einschaltstromspitzen extrem hoch und können konventionelle Kontakte zerstören. Während bei Glühlampen der Einschaltstrom ungefähr zehn Mal so hoch ist, wie der Nennstrom, findet man bei LED-Lampen Einschaltstromimpulse im μs-Bereich, die das 1 000-
fache des Nennstromes und mehr betragen können. Installateure kennen den Effekt: Wenn in einem Treppenhaus altgediente Glühlampen durch Retrofit-Leuchtmittel auf LED-Basis ersetzt werden, fällt plötzlich der Treppenlicht-Automat aus. Dies kann natürlich auch bei anderen Schaltuhren passieren. Speziell die öffentliche Hand, die in langen Zeiträumen planen muss, investiert gern in die energiesparende LED-Technik. Dies geht nicht ohne geeignete Schaltgeräte. Außerdem muss die Steuerung auch ohne Teilabschaltung reichlich Flexibilität bieten: Einerseits soll Energie sparsam eingesetzt werden, andererseits sollen bei besonderen Ereignissen, etwa einem Stadtfest, im Fasching oder in der Osternacht entsprechend frequentierte Straßen länger als üblich gut beleuchtet sein.

Jahresschaltuhren 
für das Wesentliche

Das oben geschilderte Szenario ist mit einer einfachen Uhr nicht zu realisieren, schöpft aber die Leistungsfähigkeit einer Uhr der Spitzenklasse nicht aus. Für den Installateur bedeutet dies, dass er seinem Kunden kein wirklich attraktives Angebot machen kann. Die „große Lösung“ ist zu teuer und die einfache Schaltuhr liefert ein nur unbefriedigendes Ergebnis. Diese Lücke schließt nun Theben mit ihren neuen top3-Familie. Diese umfasst sechs ein- und zweikanalige 35-mm-Schaltuhren für die Tragschienenmontage. Die Uhren tolerieren während 200 μs bis zu 800 A. Damit lassen sich LED mit einer Leistung von 600 W schalten. Für Glüh- und Halogenlampen stehen 2 600 W zur Verfügung. Die Uhren sind in verschiedenen Ausstattungsvarianten, mit einem oder zwei Kanälen und unterschiedlichem Funktionsumfang erhältlich. Dieser reicht vom einfachen Wochenprogramm bis zum Jahresprogramm mit Astrofunktion. Bei Letzterer werden die Sonnenauf- und -untergangszeiten für einen vom Anwender definierbaren Standort berücksichtigt. Die Beleuchtung wird so abhängig von der Jahreszeit nur dann eingeschaltet, wenn sie wirklich benötigt wird. Im Jahresprogramm sind Feiertagssets für verschiedene Nationen hinterlegt, die sich individualisieren lassen. So kann der Anwender Schließtage hinzufügen, aber auch verkaufsoffene Sonntage berücksichtigen. Dank der sogenannten Osterregel sind auch bewegliche Feiertage für jedes Jahr programmiert. Ein- und Ausschaltzeiten lassen sich in Sonderprogrammen innerhalb einer hierarchischen Priorität vergeben. Datumseingaben können beliebig gestapelt werden. Damit lassen sich klassische Aufgaben der Art „Beleuchtung täglich von 07:00 Uhr bis 20:00 Uhr einschalten, außer an Feiertagen“ äußerst einfach lösen. Autor: M. Witzsch Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.