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Elektrotechnik | Installationstechnik | Dosen und Klemmen

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage

Gewichtsbegrenzung für Schukosteckdosen

12.05.2026

Gibt es Normen oder Vorschriften nach denen die maximale Masse, die eine Schukosteckdose belasten darf, begrenzt ist?

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Frage:
Die Pflegebetten in einem Pflegeheim werden über ein Steckernetzteil mit Kleinspannung versorgt. Gibt es eine Gewichtsbegrenzung für Schukosteckdosen? Ich frage deshalb, weil bei einer Hausbegehung durch die Berufsgenossenschaft die Aussage kam: Mehrfachstecker für Steckdosen seien wegen der Belastung auf die Kontakte nicht zulässig.

Antwort:
Leider geht aus der Fragestellung nicht eindeutig hervor, was die erwähnte „Gewichtsbegrenzung“ mit der Belastung der Kontakte bei Mehrfachsteckdosen zu tun hat. Möglicherweise geht es um die mechanische Belastung, mit der ein Steckernetzteil auf die ortsfeste Steckdose einwirkt, in die das Netzteil eingesteckt wurde, unter Umständen auch in Verbindung mit der Verwendung von Mehrfachsteckdosen. Da es nach dem Wortlaut des Prüfers, der in der Anfrage zitiert wird, aber auch um die Belastung der Kontakte gehen könnte, also um die Belastung der Mehrfachsteckdose mit einer entsprechenden elektrischen Energie, die die daran angeschlossenen Verbraucher verursachen, soll auch dieser Fall betrachtet werden.

Mechanische Festigkeit. Die mechanische Festigkeit von Steckdosen wird in DIN VDE 0620-1 (VDE 0620-1) [1], Abschnitt 24 und von Mehrfachsteckdosen in DIN VDE 0620-2-1 (VDE 0620-2-1) [2], Abschnitt 24 beschrieben. Die Hersteller prüfen nach diesen Normen ihr Produkt und geben durch das Aufbringen des CE-Zeichens an, dass alle notwendigen Eigenschaften vorhanden sind bzw. diesbezügliche Anforderungen erfüllt werden. Sollten hier berechtige Zweifel bestehen, wäre das ein Fall für die Gewerbeaufsicht, die man dann auch unbedingt über diesen Missstand informieren sollte.

Wenn die Vermutung richtig ist, dass es um die Belastung der Steckdose aufgrund von dauerhaft eingesteckten Steckernetzteilen geht, ist dazu folgendes zu sagen: Der Stecker eines Steckernetzteils muss den gleichen Anforderungen entsprechen wie separate Gerätestecker oder Stecker von typischen Verlängerungsleitungen. In DIN VDE 0620-2-1 (VDE 0620-2-1) [2], Abschnitt 9.3 heißt es wörtlich: „Stecker oder Kupplungsdosen, die integraler Bestandteil eines Produktes sind oder Zusatzfunktionen/Zusatzkomponenten enthalten, müssen den Abmessungen der Normblätter und den Anforderungen dieser Norm entsprechen.“

Das bedeutet, dass es bei einem Stecker, der integraler Bestandteil eines Produktes ist, keine Abstriche geben darf. In der Anfrage wird wahrscheinlich weniger auf die Art und Form des Steckers Bezug genommen, als vielmehr auf das Gewicht, das durch das mit dem Stecker verbundene Netzteil hervorgerufen wird.

Mechanisch gesehen wird durch das Gewicht des Netzteils eine zusätzliche Scherkraft am Stecker hervorgerufen, die im 90-Grad-Winkel zur Steckerachse senkrecht nach unten wirkt. Außerdem könnte im Bereich der Kontakte der ortsfesten Steckdose, in die das Netzteil eingesteckt wurde, ein unzulässiges Drehmoment entstehen.

Bezüglich dieses Drehmoments muss jedoch berücksichtigt werden, dass dann, wenn das Steckernetzteil bis zum Anschlag in die Steckdose eingeführt wurde, eigentlich kein gefährliches Drehmoment im Kontaktbereich entstehen sollte, weil das Gehäuse des Netzteils bündig an der Oberfläche der ortsfesten Steckdose anliegt und es sich deshalb in deren Kontaktbereich nicht auswirken kann oder weil das Drehmoment durch die Führung des Steckers in der ortsfesten Steckdose weitgehend abgefangen wird. Sollte also im eingesteckten Zustand ein gewisser Abstand zwischen dem Gehäuse des Netzteils und der ortsfesten Steckdose vorhanden sein, sodass möglicherweise ein Drehmoment im Kontaktbereich wirken könnte, muss selbstverständlich die Konstruktion des Steckers dieses Drehmoment weitgehend mindern können, ohne die inneren Kontakte übermäßig zu belasten. Hier muss der Hersteller die allgemeine Anforderung nach DIN VDE 0620-2-1 (VDE 0620-2-1) [2], Abschnitt 4 beachten. Wörtlich heißt es dort: „Stecker und Kupplungsdosen müssen so konstruiert und gebaut sein, dass sie im bestimmungsgemäßen Gebrauch zuverlässig sind und keine Gefahr nach DIN 31000 (VDE 1000) für den Benutzer oder die Umgebung darstellen.“

Die in diesem Bestimmungstext erwähnte Norm „DIN 31000 (VDE 1000)“ heißt: „Allgemeine Leitsätze für das sicherheitsgerechte Gestalten von Produkten“. Im Abschnitt 5.1 von DIN 31000 (VDE 1000) [3] heißt es: „Produkte müssen so gestaltet werden, dass sie unter Einwirkungen, die bei bestimmungsgemäßer Verwendung und bei vernünftigerweise vorhersehbarer Fehlanwendung zu erwarten sind, sicher sind. Sie müssen insbesondere den zu erwartenden physikalischen und chemischen Beanspruchungen standhalten. Beanspruchungen, die zu unvertretbaren Risiken führen, können z. B. entstehen durch statische oder dynamische Belastungen, durch Einwirkungen von Flüssigkeiten oder Gasen, durch thermische Einwirkungen oder Belastung durch besondere Klimaeinflüsse.“

Der Hersteller ist also verantwortlich für die Sicherheit seines Produktes, sofern ein bestimmungsgemäßer Gebrauch vorausgesetzt werden kann. Mit dem CE-Zeichen gibt der Hersteller an, dass er sämtliche Sicherheitsregeln (aus Europäischen Richtlinien und entsprechenden nationalen Gesetzen und Verordnungen) beachtet und durch Produktprüfungen nachgewiesen hat. Ob das so ist oder ob Zweifel angebracht sind, steht auf einem anderen Blatt. Auch hier gilt das, was zuvor schon gesagt wurde: Sollten berechtige Zweifel bestehen, wäre das ein Fall für die Gewerbeaufsicht, die man dann auch unbedingt über diesen Missstand informieren sollte.

Die schon erwähnte Scherkraft sollte ebenso wenig eine Rolle spielen, weil der Hersteller sein Produkt so gestalten muss, dass sich das Eigengewicht des Netzteils beim dauerhaften Betrieb an der Steckdose nicht negativ auswirkt. Bezüglich der Herstellerverantwortung gilt das, was zuvor bereits gesagt wurde.

Autor: H. Schmolke

Literatur

[1] DIN VDE 0620-1 (VDE 0620-1):2021-02 Stecker und Steckdosen für den Hausgebrauch und ähnliche Anwendungen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen an ortsfeste Steckdosen.

[2] DIN VDE 0620-2-1 (VDE 0620-2-1):2021-02 Stecker und Steckdosen für den Hausgebrauch und ähnliche Anwendungen – Teil 2-1: Allgemeine Anforderungen an Stecker und Kupplungsdosen.

[3] DIN 31000 (VDE 1000):2017-04 Allgemeine Leitsätze für das sicherheitsgerechte Gestalten von Produkten.


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