
Osram verkauft Lichtsparte
Ex Oriente Lux
Der Traditionskonzern Osram verkauft seine Lichtsparte an ein chinesisches Konsortium. Für 9.000 Arbeitnehmer gibt es eine böse Überraschung.
Ausdrücklich ausgeschlossen hat die IG Metall eine Arbeitsplatzgarantie für die Ledvance-Mitarbeiter. Sie könnten das Schicksal der Schlecker-Frauen teilen. Osram-Aufsichtsratsmitglied und IG-Metall-Sprecher Michael Knuth ist trotzdem zufrieden: "Die Transaktion ist eine gute Nachricht für die Mitarbeiter von Ledvance".
Menetekel Hoechst?
Es gibt Zweifel, ob die Verkleinerung des Konzerns zu einer Gesundung von Osram führt. Im Negativfall könnte Osram dem Schicksal der Hoechst AG folgen. Der einstige Weltkonzern wurde unter der Leitung des Vorstandvorsitzenden Jürgen Dormann zwischen 1994 und 1999 vollständig zerschlagen. Die Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie stimmte jedem Teilverkauf zu, so lange, bis der Konzern zu schwach zum Überleben war.
1999 fusionierten die restlichen Unternehmenssparten der Hoechst AG mit dem französischen Konkurrenten Rhône-Poulenc. Der neue Konzern nannte sich Aventis. Nach 136 Jahren verschwand der Name Hoechst aus der Öffentlichkeit.
Die dramatischen Ereignisse werden im Artikel "Verfall einer Legende" von Andreas Molitor eindrucksvoll beschrieben. Hoechst könnte ein Menetekel für Osram sein.
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