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(Bild: ctvvelve/stock.adobe.com)
Installationstechnik | Erdung und Potentialausgleich

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage

Erdung einer Zaunanlage

15.12.2020

Welche Normen bzw. Vorschriften gelten für die Umzäunung von Niederspannungsanlagen?

Frage:
Wir errichten eine Niederspannungsanlage, die von einem Zaun umgeben ist. Muss dieser Zaun geerdet/mit dem Potentialausgleich verbunden werden? Welche Anforderungen gelten bei Zaunanlagen? Antwort:
Zur Beantwortung dieser Leseranfrage ist in erster Linie die Würdigung der Errichtungsnormenreihe DIN VDE 0100 relevant, zusätzlich können allerdings auch noch folgende weitere normative Handlungsfelder von Bedeutung sein: Normenreihe VDE 0185-305 (Blitzschutzmaßnahmen) sowie Normenreihe VDE 0101 (Hoch und Mittelspannungsanlagen). Zur konkreten Fragestellung.In der Normenreihe DIN VDE 0100 sind zu diesem Sachverhalt ausdrücklich keine normativen Anforderungen definiert, somit besteht aus normativer Sicht auch ausdrücklich keine Anforderung, die vom Anfragenden beschriebene Zaunanlage mit der Erdungsanlage oder dem Schutzpotentialausgleich über die Haupterdungsschiene (Umgangssprache „Hauptpotentialausgleich“) des Gebäudes elektrotechnisch wirksam zu verbinden. Zur Beantwortung der beiden anderen normativen Handlungsfelder wird an dieser Stelle nur auf die normativen Fundstellen eingegangen, bei denen es um die Berücksichtigung von vergleichbaren Anforderungen geht. Blitzschutzmaßnahmen. Normenreihe VDE 0185-305 (Blitzschutzmaßnahmen). Normenbezug: DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) [1]. Beispielhaft werden hier die Abschnitte 5-8 der DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) [1] aufgeführt. Hierbei liegen allerdings die Schwerpunkte der normativen Vorgaben auf das Vermeiden von direkten Blitzeinschlägen in die bauliche Anlage bzw. die Entstehung von Schrittspannungen sowie die Einhaltung des Trennungsabstandes, ohne dass Zaunanlage explizit genannt werden. Hinweis. Eine Zaunanlage kann auch als ein Teil der baulichen Anlage angesehen werden. Mittel- und Hochspannungsanlagen. Normenreihe VDE 0101 (Mittel- und Hochspannungsanlagen). Normenbezug: DIN EN 50522 (VDE 0101-2)[2]. Beispielhaft werden hier die Abschnitte 6–7 der DIN EN 50522 (VDE 0101-2)[2] aufgeführt. Hier wird aber der Schwerpunkt auf die Vermeidung von unzulässig hohen Berührungsspannungen bei einem Erdschluss im Mittelspannungsbereich gelegt. Hierbei können Zaunanlagen, die im Bereich von Mittel- und Hochspannungsanlagen angeordnet sind, bezüglich Erdung und Potentialausgleich von Bedeutung sein. Hinweis. Da dies für die betreffende elektrische Anlage bzw. die vom Anfragenden aufgeführte Zaunanlage ausdrücklich nicht zutrifft, soll dieser Sachverhalt nicht weiter betrachtet werden, für weitere Informationen wird auf die DIN EN 50522 (VDE 0101-2)[2] Abschnitte 6–7 und auf den Anhang E verwiesen. Fazit. Somit besteht für die vom Anfragenden aufgeführte Zaunanlage aus normativer Sicht nach den vorliegenden Informationen ausdrücklich keine Notwendigkeit bzw. Verpflichtung, die beschriebene Zaunanlage mit der Erdungsanlage oder dem Schutzpotentialausgleich über die Haupterdungsschiene (Umgangssprache „Hauptpotentialausgleich“) des Gebäudes elektrotechnisch wirksam zu verbinden. Autor: F. Ziegler Literatur: [1] DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3):2011-10 Blitzschutz – Teil 3: Schutz von baulichen Anlagen und Personen. [2] DIN EN 50522 (VDE 0101-2):2011-11 Erdung von Starkstromanlagen mit Nennwechselspannungen über 1 kV. Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.