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Operationssaal in einem Krankenhaus
Gebäudetechnik | Installationstechnik | Blitz- und Überspannungsschutz | Schutzmaßnahmen

Aus dem Facharchiv: Leseranfragen

Einfluss von Überspannungen

02.07.2019

Frage: Nach aktueller Norm DIN VDE 0100-443 sind Überspannungs-Schutzeinrichtungen gefordert, wenn die Folgen von Überspannungen Einfluss haben auf Menschenleben, öffentliche Einrichtungen usw.

Dies ist soweit auch unstrittig. Mir stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, wann eine Überspannung diese Folgen haben kann. Gibt es eine Berechnungsmethode oder sonstige normativen Hilfen, um zu bestimmen, ob eine Beeinflussung stattfindet? Antwort: In der DIN VDE 0100-443 (VDE 0100-443) [1] ist folgender Sachverhalt vom Grundsatz zu betrachten. Durch den Einbau von SPDs soll eine Spannungsbegrenzung entsprechend der Isolationskoordination sichergestellt werden. So werden gefährliche Funkenbildung und daraus resultierende Brände vermieden. Zur Reduzierung der Auswirkungen von Überspannungen müssen nach DIN VDE 0100-443 (VDE 0100-443) [1] Überspannungs-Schutzeinrichtungen (SPDs) installiert werden. Dies gilt nach Abs. 443.4 besonders für folgende elektrische Anlagen:
  • für Sicherheitszwecke zum Schutz des menschlichen Lebens, z. B. medizinische genutzte Bereiche;
  • in öffentlichen Einrichtungen, die beispielsweise Auswirkungen haben auf Kulturbesitz (z. B. Museen) oder einen Ausfall von öffentlichen Diensten oder Telekommunikationszentren nach sich ziehen können;
  • in Gewerbe- oder Industriegebäuden (z. B. Hotels, Banken, Industriebetriebe, Gewerbemärkte, landwirtschaftliche Betriebe);
  • in großen Gebäuden mit einer Ansammlung vieler Menschen (z. B. Büros, Schulen, Kirchen);
  • in Wohngebäuden und kleinen Büros, wenn in diesen Gebäuden Betriebsmittel der Überspannungskategorie I oder II errichtet sind.
Fazit: Da davon auszugehen ist, dass in Gebäuden grundsätzlich Betriebsmittel der Überspannungskategorie I (empfindliche elektronische Geräte) oder II (Haushaltsgeräte, Werkzeuge) angeschlossen und betrieben werden, ist für praktisch alle elektrischen Anlagen eine normative Verpflichtung gegeben, Überspannungsschutz-Maßnahmen zu ergreifen.
Ein zusätzlicher Berechnungsansatz ist hierzu nicht notwendig. Hinweis: Die im Anhang ZA; Abschnitt 443.5 der DIN VDE 0100-443 (VDE 0100-443) [1] aufgeführte Methode zur Berechnung des Risikolevels (CRL) wird in Deutschland grundsätzlich nicht angewendet. Der Beitrag ist in unserem Facharchiv nachzulesen.