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Eine Feuerwehr-informationszentrale (FiZ) ermöglicht die lokalisierung der ausgelösten Melder einer Brandmelderzentrale (BMZ), Quelle: re'graph
Sicherheitstechnik | Brand- und Explosionsschutz | BMA Brandmeldeanlagen

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

Effizienter Feuerwehreinsatz durch moderne Peripherie

25.05.2023

Die Komponenten der Feuerwehr-Peripherie ermöglichen kurze Interventionszeiten und eine effektive Arbeit der Einsatzkräfte sowie einen einheitlichen Zugriff auf die Informationen von Brandmeldeanlagen. Die redundante Vernetzung der Brandmelderzentrale und die digitale Speicherung der Brandschutzdokumentation erlaubt die Anzeige sämtlicher Informationen auf Mobilgeräten und damit bereits während der Anfahrt zum Brandort.

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Der Brandschutz in Deutschland ruht auf mehreren Säulen. Neben der frühen Erkennung von Bränden, der Begrenzung des Feuers auf einen Brandabschnitt und der Bereitstellung von Fluchtwegen zur Selbstrettung der Gebäudenutzer spielt der abwehrende Brandschutz durch die Feuerwehren eine zentrale Rolle. Das professionelle Feuerwehrwesen in Deutschland ermöglicht das Eintreffen der Feuerwehren am Einsatzort je nach Bundesland in acht bis 15 Minuten nach der Alarmierung. In den Landesbauordnungen ist festgeschrieben, dass „bauliche Anlagen so anzuordnen sind, dass […] wirksame Löscharbeiten möglich sind.“ Darüber hinaus werden dort unter anderem Zufahrten und Bewegungsflächen für die Feuerwehr gefordert.

Für einen wirkungsvollen Löschangriff muss die Feuerwehr vor Ort möglichst schnell die Lage des Brandortes erfassen und zum Brandherd vordringen. In kleineren Objekten ist der Ort der Brandentstehung unmittelbar erkenntlich oder geht aus der Alarmmeldung hervor. Wird die Feuerwehr jedoch bei größeren Liegenschaften durch eine automatische Brandmeldeanlage (BMA) alarmiert, ist das nicht unbedingt der Fall. Die Einsatzkräfte sind deshalb darauf angewiesen, die notwendigen Informationen aus der Brandmelderzentrale (BMZ) zu erhalten. Dazu dienen die Elemente der Feuerwehr-Peripherie.

Ein typischer Feuerwehreinsatz in diesen Liegenschaften beginnt mit der Übermittlung der Einsatzadresse durch die Leitstelle. Am Objekt eingetroffen, verschafft sich die Feuerwehr mit dem Objektschlüssel aus dem Feuerwehr-Schlüsseldepot (FSD) Zugang zum Objekt bzw. zu den Räumen. Zentrale Anlaufstelle ist die Feuerwehr-Informationszentrale (FIZ), die – oft von der Brandmelderzentrale abgesetzt und für die Einsatzkräfte leicht zugänglich – ein Feuerwehr-Anzeigetableau (FAT) und ein Feuerwehr-Bedienfeld (FBF), bei Bedarf ein Feuerwehr-Gebäudefunk-Bedienfeld (FGB) sowie die Feuerwehr-Laufkarten (FLK) enthält (Bild ). Damit können u. a. die ausgelösten Brandmelder lokalisiert und alle Meldungen der BMZ zeitlich geordnet abgerufen werden. Die FLK enthalten die Laufwege zu den auslösenden Meldergruppen bzw. Meldern und ermöglichen ein schnelles Vordringen zum Brandherd. Wenn keine elektronischen Informationssysteme eingesetzt werden, ist die FIZ der einzige Ort, an dem die Feuerwehr über die Melderhistorie des FAT einen ersten Überblick über die Ausdehnung des Brandereignisses erhalten kann. Für alle mittels einer Brandmeldeanlage auf die Feuerwehr aufgeschalteten Liegenschaften sind Feuerwehrpläne nach DIN 14095 [1] an die Feuerwehr zu übergeben, die alle relevanten Einsatzinformationen zum Objekt und dessen Umgebung enthalten. In diesem Fall kann die Einsatzleitung bereits während der Anfahrt wichtige Informationen sichten.
Die Geschichte einer einheitlichen Feuerwehr-Peripherie ist lang. Bereits 1984 fand mit der DIN 14661 [2] ein einheitliches Feuerwehr-Bedienfeld (FBF) Eingang in die Normung. Durch die Norm DIN 14662 [3] wurde erstmals im Jahr 2002 ein einheitliches Feuerwehr-Anzeigetableau (FAT) geschaffen. Damit wurde eine abgesetzte und einheitliche Bedienung der BMZ möglich. Bereits seit 1978 entwickelte Brandschutzpionier und re‘graph-Gründer Günther Krupke gemeinsam mit der Feuerwehr und der Siemens AG in Stuttgart die ersten Feuerwehr-Laufkarten, die schnell Bestandteil der Vorschriften wurden und seitdem ständig weiterentwickelt werden.

Autor: I. Heyse

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