Internet-Sicherheit
Browser-Datenschutzanalyse 2026: Warum Yandex, Microsoft Edge und Google Chrome alles wissen wollen
Die aktuelle Studie von Surfshark zur Datenerhebung der 15 beliebtesten mobilen Browser und deren Datenschutzrichtlinien im Play Store zeigt, dass Yandex, Microsoft Edge und Google Chrome das höchste Datenschutzrisiko aufweisen. Weltweit nutzen sieben von zehn Internetnutzern den Browser Google Chrome.
„Neben großen Mengen an Nutzerdaten wie Finanzinformationen, Fotos, Videos und dem Browserverlauf erfassen Yandex und Google Chrome auch Standortdaten. Microsoft Edge und Yandex sammeln Kontakte, Dateien und Dokumente der Nutzer. Besonders auffällig ist, dass Yandex der einzige Browser unter allen untersuchten ist, der Nachrichten innerhalb der App sammelt – darunter könnten auch persönliche Chats der Nutzer fallen“, kommentiert Justas Pukys, Senior Product Manager bei Surfshark.
Die Entwickler der drei datenhungrigsten mobilen Browser geben an, Daten wie Kontakte, Dateien, Dokumente oder den Browserverlauf für App-Funktionalität, Analysen, Personalisierung, Kontoverwaltung sowie zur Betrugsprävention, Sicherheit und Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zu erheben. Letzterer Zweck wird von Yandex als Begründung für das Sammeln von In-App-Nachrichten genannt.
Warum sammeln Browser übermäßig viele Informationen?
Ein genauerer Blick auf die Datenweitergabe mobiler Browser an Dritte zeigt, wie umfangreich diese sein kann: Yandex teilt Zahlungsinformationen der Nutzer. Microsoft Edge gibt ungefähre und präzise Standortdaten sowie Nutzer-IDs weiter (Kennungen, die einer identifizierbaren Person zugeordnet werden können). Aloha übermittelt Absturzprotokolle und Standortdaten, während Phoenix App-Absturzprotokolle, Diagnosedaten, weitere Leistungsdaten der App, App-Interaktionen sowie Geräte- oder andere IDs teilt.
„Je mehr Daten ein Browser sammelt, desto weniger privat wird Ihr Online-Leben. Wenn Sie der Weitergabe Ihrer Daten zustimmen, verlieren Sie die Kontrolle darüber, wie diese verwendet werden. Wie wir sehen, sammeln Browser nicht nur Nutzerdaten, sondern geben sie auch an Dritte weiter. Surfgewohnheiten und Interessen können äußerst sensible Details offenlegen – etwa zu Gesundheit, finanzieller Lage, politischen Ansichten oder persönlichen Problemen – Informationen, die Menschen normalerweise nicht öffentlich teilen möchten“, sagt Pukys.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass zu den datenschutzfreundlichsten Browsern Ecosia gehört, das lediglich vier Datentypen sammelt. Der Samsung Internet Browser erfasst nur zwei Datentypen, während Brave, Mi Browser und Tor überhaupt keine Nutzerdaten sammeln.
Welche Länder nutzen datenschutzriskante Browser
Auf drei Browser entfallen 94 % des weltweiten Marktes für mobile Browser. Chrome führt mit 68,5 %, gefolgt von Safari mit 22 % und Samsung Internet mit 3,5 %.
Surfshark analysierte, welche Länder – abhängig von den dort genutzten Browsern – das niedrigste bzw. höchste Datenschutzrisiko aufweisen und erstellte eine Karte, die diese Tendenzen widerspiegelt. Je häufiger in einem Land datenhungrige Browser genutzt werden, desto höher fällt der Datenschutz-Risikowert aus. Die Analyse zeigt, dass Nutzerinnen und Nutzer in Russland, Ungarn, Bulgarien, Serbien, Mexiko, den Philippinen, Indien, Brasilien, Venezuela, Äthiopien sowie in weiteren Ländern überwiegend besonders datenhungrige und damit datenschutzkritische Browser verwenden. In Norwegen, Südkorea, Schweden, der Schweiz, Dänemark, Kanada, den USA und Taiwan kommen dagegen im Durchschnitt die datenschutzfreundlichsten Browser zum Einsatz.
Wie schneidet Deutschland ab?
Deutschland zählt überraschenderweise zu den TOP-10-Ländern in Europa, in denen vergleichsweise weniger datenhungrige Browser genutzt werden, und weltweit zu den TOP-20. Das deutet darauf hin, dass Menschen in Deutschland insgesamt stärker auf Datenschutz achten als etwa in Frankreich, Spanien oder Polen.
Fazit
„Gesammelte Nutzerdaten ermöglichen es Unternehmen, ein digitales Profil von Ihnen zu erstellen, Ihr Verhalten vorherzusagen und darauf basierend Entscheidungen zu treffen – etwa Ihnen unterschiedliche Preise, Werbung oder Angebote anzuzeigen. Erleidet ein Unternehmen eine Datenpanne oder geht nachlässig mit Daten um, besteht ein hohes Risiko, dass Ihre Informationen geleakt oder offengelegt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass personenbezogene Daten, mit denen einzelne Kunden identifiziert werden können, 2025 die am häufigsten kompromittierte Art von Informationen bei Datenlecks waren“, betont Pukys.
Er rät dringend dazu, einen datenschutzfreundlichen Browser zu nutzen. Andernfalls sollte man so wenige persönliche Daten wie möglich teilen und nur die Mindestinformationen angeben, die der mobile Browser für seine Funktion benötigt. Zudem sollte man regelmäßig die App-Berechtigungen des Browsers überprüfen und einen Passwortmanager verwenden, um die Zugangsdaten sicher zu halten.

