Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Bits und Bytes ohne Tücken
Bei der Planung eines Heimnetzes müssen die Vor- und Nachteile von LAN und WLAN stets sorgfältig abgewogen werden, um unter den jeweils gegebenen Randbedingungen eine optimale Lösung für die Internetversorgung zu finden. Der Aufbau neuer Netze für die flächendeckende Datenkommunikation im gesamten Gebäude bedarf einer sorgfältigen Planung, qualifizierter Installation, fachkundiger Inbetriebnahme und detaillierter Dokumentation. Das gilt vergleichbar auch für die Erweiterung bestehender Netze.
Während in der analogen Welt das Telefon(netz) das wichtigste elektronische Kommunikationsmedium war, erfolgte in der digitalen Welt die Ablösung durch das Internet. Dabei handelt es sich um den nach standardisierten Vorgaben strukturierten Verbund von Computern und Computernetzen, der basierend auf entsprechenden Protokollen weltweit funktioniert.
Das ursprünglich für reine Datenkommunikation konzipierte Internet [interconnected networks] ist inzwischen die wichtigste multimediale Kommunikationsplattform, gekennzeichnet durch den Begriff „Online“. Sie ermöglicht eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen (Applikationen). Durch den Einsatz des Streamingverfahrens sind neben den reinen Datennutzungen (z. B. E-Mail) auch Audio- und Videoübertragungen in Echtzeit realisierbar. Letztere stellen inzwischen etwa 70 % des Verkehrs im Internet dar.
Internetanschluss
Möchte ein Nutzer in seinem Heimbereich auf das Internet zugreifen, dann ist ein Vertrag mit einem Internet-Diensteanbieter [internet service provider (ISP)] erforderlich. Dieser stellt ihm dann einen definierten Anschluss zur Verfügung, an dem er internetfähige Endgeräte (z. B. Computer) betreiben kann. Sollen mehrere Endgeräte gleichzeitig genutzt werden können, dann bedarf es für den Heimbereich eines dafür geeigneten Netzes, das leitungsgebunden und/oder funkgestützt arbeiten kann.
Für die Planung eines solchen Netzes muss zuerst einmal der Umfang des jeweiligen Heimbereichs festgelegt werden, der zwischen einem Ein-Zimmer-Apartment und einem unterkellerten eingeschossigen Einfamilienhaus auf einem Grundstück mit Garage, Vorfahrt und Garten liegen kann. Als Ziel gilt die flächendeckende Versorgung für stationäre und/oder mobile internetfähige Endgeräte.
Als Schnittstelle zwischen den Netzen von ISP und Nutzer ist stets ein Modem [modulator/demodulator] erforderlich, weil es sich bei den Netzen auf beiden Seiten um unterschiedliche Verfahren und Technologien handeln kann (Bild 1). Mit dem Modem wird die geordnete Kommunikation der Daten sichergestellt.
Auf Seite des ISP kann es sich bei den Netzen um folgende Varianten handeln:
DSL [digital subscriber line]-Netze (Fernmelde-Festnetz) – Technologie: Zweidraht
HFC [hybrid fiber coax]-Netze (Breitband-Kabelnetze) – Technologie: Koax
Gf [Glasfaser]-Netze (FTTH-Anschlüsse) – Technologie: Glasfaser.
Soll nur ein stationäres Endgerät angeschlossen werden, dann kann dies über spezifische Anschlussdosen erfolgen.
Das wesentliche Kriterium für einen Internetanschluss sind die beim ISP buchbaren Datenraten für den Downstream (DS) und den Upstream (US). Weisen beide gleiche Werte auf, dann handelt es sich um einen symmetrischen Anschluss, der für viele Kommunikationsanwendungen von zunehmender Bedeutung ist.
Bei der Buchung von Datenraten für einen Internetanschluss muss unbedingt berücksichtigt werden, dass sich alle beim Nutzer gleichzeitig aktiven Endgeräte diese teilen müssen, weshalb die Bezeichnung „shared medium“ gilt. Hier spielen besonders die Videoanwendungen eine wichtige Rolle, weil bei höherer Bildqualität (z. B. 4k) auch mehr Datenrate erforderlich ist.
Autor: Ulrich Freyer
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