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Bild: ADAC/Martin Hangen
Energietechnik/-Anwendungen | Elektromobilität

Elektromobilität

ADAC-Untersuchung: Wallboxen werden günstiger

26.04.2024

Das Laden eines Elektroautos an einer Wallbox statt an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose ist nicht nur sicherer und komfortabler, sondern auch effizienter, da es weniger Ladeverluste gibt. In letzter Zeit sind die Preise für hochwertige Wallboxen deutlich gesunken, sodass sich die Investitionskosten schnell amortisieren können. Der ADAC gibt Tipps zum Kauf von preiswerten Wallboxen.

Vor einigen Jahren lagen die Kosten für den Kauf einer Wallbox noch im oberen dreistelligen Bereich, was sogar die Bundesregierung dazu veranlasste, staatliche Förderungen einzuführen. Mittlerweile sind Wallboxen bereits im Preisbereich von 200 bis 400 Euro erhältlich, wie eine aktuelle Recherche des ADAC in verschiedenen Online-Shops und bei Discountern zeigt. Der Mobilitätsclub hat bereits einige dieser nun preisreduzierten Wallboxen in ähnlicher Bauweise von ABL, Vestel, KEBA und Heidelberg in den Jahren 2021 und 2022 getestet und für gut befunden.

Wallboxen sind sicherer, effektiver und komfortabler

Eine preisgünstige Wallbox kann sich innerhalb weniger Jahre durch deutlich geringere Ladeverluste im Vergleich zum Laden an einer Haushaltssteckdose amortisieren. Beim Laden eines Elektroautos sind Ladeverluste unvermeidbar, was bedeutet, dass mehr Strom aus dem Netz entnommen wird, als tatsächlich in den Akku gelangt. Diese Verluste entstehen unter anderem durch den Betrieb von Steuergeräten und durch Wärmeverluste. Laut einer Untersuchung des ADAC lagen die Ladeverluste beim Laden an einer Wallbox je nach Fahrzeug zwischen 6 und 10 %, während sie beim Laden an einer Haushaltssteckdose zwischen 13 und 24 % betrugen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass der Ladevorgang an einer Wallbox mit 11 kW etwa viermal schneller ist als das Laden an einer Haushaltssteckdose mit 2,3 kW. Dadurch sind auch die Steuergeräte im Fahrzeug kürzer aktiv und verbrauchen weniger Strom, was zu großen Einsparungen führt.

Beispielweise belaufen sich die Kosten für Ladeverluste bei einem jährlichen Ladebedarf von 2000 kWh und einem Strompreis von 40 Cent/kWh bei einer Ladeverlustquote von 8 % (160 kWh) an einer Wallbox auf 64 Euro. An einer Haushaltssteckdose mit einer Ladeverlustquote von 15 % (300 kWh) würden die Kosten 120 Euro betragen, fast das Doppelte.

Nicht nur aus Kostengründen, sondern auch aus Sicherheitsgründen sollten Elektroautofahrer das regelmäßige Laden an Haushaltssteckdosen vermeiden. Die heimischen Leitungen sind in der Regel nicht für hohe Dauerbelastungen ausgelegt, was zu Überhitzungen oder sogar Kabelbränden führen kann.

Bei Anschaffung Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) beachten

Beim Kauf einer Wallbox ist es wichtig zu beachten, dass diese seit Jahresbeginn gemäß Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) steuerbar sein müssen und mindestens einen Steuerungseingang oder eine Schnittstelle haben sollten, über die der Netzbetreiber bei potentieller Netzüberlastung eingreifen kann. Bei Engpässen kann der Netzbetreiber die Leistung auf 4,2 kW reduzieren, aber die Wallbox nicht vollständig abschalten.

Generell muss die Ladeeinrichtung beim Netzbetreiber angemeldet werden, und wenn sie über eine Ladeleistung von mehr als 11 kW verfügt, ist sie genehmigungspflichtig. Die Installation einer Wallbox darf nur von einer qualifizierten Elektrofachkraft durchgeführt werden. Zudem ist eine Konformitätserklärung des Herstellers wichtig, die entweder im Lieferumfang enthalten ist oder zum Download verfügbar ist. Dadurch wird sichergestellt, dass der Hersteller die Verantwortung dafür übernimmt, dass das verkaufte Produkt den geltenden EU-Rechtsvorschriften entspricht.