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Aus dem Facharchiv: Arbeitsunfälle von Elektrofachkräften
Wasserspülung stand unter Spannung

Im Sanitärumfeld kam es zu einem Elektrounfall, da die Installation durch keinen Fachmann errichtet worden war.

(Bilder: BGETM)

Arbeitsauftrag. Die Mitarbeiter eines mittelständigen Unternehmens informierten ihren Produktionsleiter, dass die Toilettenspülung wegen zu geringen Wasserdruckes nicht mehr richtig funktionierte. Die Spülung wurde von einer Regenwasseraufbereitungsanlage über eine Wasserpumpe gespeist.

Unfallhergang. Der Produktionsleiter wollte den Fehler selbst beseitigen und ging zur Regenwasseraufbereitungsanlage an der Stirnseite der Produktionshalle (Bild 1™). Rot umrandet ist der Druckregler, darunter befindet sich die Pumpe. Der Produktionsleiter umfasste zuerst die Wasserpumpe, um eine mögliche Überhitzung festzustellen. Dabei erlitt er einen Stromschlag. Er lief noch zu seinem Büro und brach dann kurz zusammen. Der Betriebssanitäter brachte ihn ins Krankenhaus, wo eine 24-stündige ärztliche Überwachung erfolgte.

Unfallanalyse. Die Fehlersuche ergab, dass der Druckregler undicht geworden war und Wasser austrat. Dieses Wasser konnte dann in die Steckverbindungen der beweglichen Anschlussleitungen eindringen und das Pumpengehäuse unter Spannung setzen. Auf den Bildern 1 und 2 ist zu erkennen, dass die Stromversorgung der Anlage über bewegliche Anschlussleitungen und zudem mit unzureichend geschützten Steckvorrichtungen erfolgte. Diese Installation wurde durch keinen Fachmann errichtet. Überdies fehlte die für feuchte Räume erforderliche Absicherung durch einen Fehlerstromschutzschalter (30 mA). Entsprechend § 3 (1) der BGV A3 hat der Unternehmer dafür zu sorgen, „dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel nur von einer Elektrofachkraft oder unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft den elektrotechnischen Regeln entsprechend errichtet, geändert und instandgehalten werden. Der Unternehmer hat ferner dafür zu sorgen, dass die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel den elektrotechnischen Regeln entsprechend betrieben werden.“

Autor: J. Jühling

Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

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