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Elektroschrott-Gesetz: erweiterte Entsorgungspflicht
Sammelstelle statt Sperrmüll

Mit der Einführung des sogenannten offenen Anwendungsbereichs „Open Scope“ werden viele Gebrauchsgegenstände zu Elektroschrott, die man getrennt entsorgen muss.

Im Jahr 2015 wurden nach Angaben des Umweltbundesamts rund 722 000 Tonnen Elektrogeräte gesammelt (Foto: Animaflora/stock.adobe.com)

Am 15. August 2018 tritt eine Neuregelung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) in Kraft. Einrichtungsgegenstände oder Altkleider mit fest eingebauten elektrischen Bauteilen zählen dann zum Elektroschrott, der getrennt entsorgt werden muss. Alle elektrischen und elektronischen Geräte, die nicht ausdrücklich vom Anwendungsbereich des ElektroG ausgenommen sind, fallen künftig unter das Gesetz. Das Symbol mit durchgestrichener Mülltonne ist dann ein deutlicher Hinweis.

Höhenverstellbare Tische, Badezimmerschränke mit Beleuchtung – wenn das elektrische Element nicht entfernt werden kann, ohne dass man das gesamte Möbel- oder Kleidungsstück zerstören muss, wird das ganze Gebilde zum Elektrogerät erklärt.

Weniger Sperrmüll, mehr Elektroschrott

Kleiderschränke mit fest eingebauten Lampen können ab August im Elektronikfachgeschäft abgegeben werden, sofern dieses zu den gesetzlich zur Rücknahme Verpflichteten zählt. Kleinbetriebe müssen prüfen, ob sie der gesetzlichen Rücknahmepflicht unterfallen, um nicht zur „Müllhalde des Online-Handels" zu werden, warnt die „Deutsche Handwerks-Zeitung".

Die recyclingpflichtigen Geräte werden künftig nicht wie bisher in zehn Kategorien, sondern in nur noch sechs Kategorien aufgelistet. Die Gegenstände können zur Wertstoffsammelstelle gebracht oder unter bestimmten Voraussetzungen auch kostenlos beim Händler abgegeben werden. Geschäfte sind zur Rücknahme von Geräten mit einer Kantenlänge von bis zu 25 Zentimetern oder beim Kauf eines Neugeräts verpflichtet, wenn sie eine mindestens 400 Quadratmeter große Verkaufsfläche für Elektrogeräte haben.

Elektro- und Elektronikgeräte – immer kurzlebiger und schwerer zu reparieren

Ziel des Elektro- und Elektronikgesetzes (ElektroG) ist es, die Sammelquote für Elektroschrott zu erhöhen und für mehr Recycling zu sorgen. Verbraucher dürfen bereits seit Sommer 2016 ihre alten Geräte im Geschäft abgeben und müssen sie nicht wie bisher selbst zum Recyclinghof bringen. Händler, die die Rücknahme von ausgedienten Elektrogeräten verweigern, müssen seit Juni 2017 mit Sanktionen rechnen (ep berichtete).

Verbraucherschützer, die Deutsche Umwelthilfe und Branchenverbände zogen knapp ein Jahr nach der Gesetzeseinführung im Sommer 2017 eine erste Bilanz (ep berichtete). Die Inanspruchnahme des Angebots sei zu gering, der Aufwand hingegen hoch, kritisieren Handelsvertreter. Der Deutschen Umwelthilfe zufolge werde der größte Teil des gesammelten Elektroschrotts illegal entsorgt oder ins Ausland verkauft.



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