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Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Frogblue – 
Automation per Bluetooth

Das Angebot an Produkten zur Haus- und Gebäudeautomation ist seit Jahren kaum noch überschaubar. Neben dem „Platzhirsch“ KNX haben Systeme wie LCN, Digitalstrom, Homematic und viele andere – insbesondere Funksysteme – weite Verbreitung erlangt.

Frogblue – von ganz einfach bis allumfassend. Ein ganzheitliches, alle Funktionsbereiche umfassendes Systemkonzept (Quelle: Frogblue AG)

Dabei kommen Funktechnologien wie Enocean, Z-Wave, Zigbee und DECT zur Anwendung. Die Nutzung von Bluetooth ist bisher weniger verbreitet. Das könnte sich in absehbarer Zeit aber grundlegend ändern.

Mit der in München (Hauptsitz) und Kaiserslautern (Technologieentwicklung) angesiedelten Frogblue AG ist ein weiterer Anbieter von Haus- und Gebäudeautomationsystemen am Markt aktiv. Die Offerte des Unternehmens hat durchaus das Potential für eine breite Akzeptanz im Markt, da diese Bluetooth-Lösung gleichermaßen für Neubauten und die Nachrüstung geeignet ist. Der Anspruch der Universalität des Konzeptes wird aber auch bezüglich des Einsatzes in Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie im Hinblick auf die technischen Funktionen deutlich. Die Frogblue AG ist zwar eine Neugründung, aber kein Start-Up. An der Spitze des Unternehmens stehen mit Nicole Huffer (Vertrieb und Marketing) und Dr. Ralf Hinkel (Strategie und Produktentwicklung) zwei erfahrene Manager. Mit der Mobotix AG hat Dr. Hinkel bereits ein erfolgreiches Unternehmen am Markt platziert. Das bei Frogblue gestandene Experten (Techniker und Kaufleute) am Werk sind, macht auch ein Blick auf die Webseite des Unternehmens deutlich. Frogblue basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz und umfasst alle Funktionsbereiche einer modernen Gebäudeautomation (Bild). Ein Blick auf das Systemkonzept und die verfügbare Gerätetechnik macht zudem deutlich, dass hier nicht nur mit einem innovativen Konzept, sondern zugleich mit einem umfangreichen Angebot an Komponenten gestartet wird.

Systemkonzept

Das Hausautomationssystem Frogblue verwendet den weltweit gültigen Funkstandard Bluetooth Low Energie in der aktuellen Mesh-Variante1) . Hierbei ist jeder Funkknoten zugleich Repeater und es können maximal 
64 000 Knoten miteinander vernetzt werden. Bluetooth Mesh ist ein bidirektionales Funksystem, dessen Knoten automatisch untereinander Kontakt aufnehmen. Damit vergrößert jeder Knoten die Reichweite des Netzes. Zur Sicherung gegenüber unbefugten Zugriff arbeitet das System mit einer 128-Bit-Verschlüsselung. Im Unterschied zu anderen Funksystemen der Hausautomation gehört Bluetooth zur Standardausstattung aktueller Smartphones und Tablets. Diese Geräte können daher direkt – also ohne den Einsatz eines Gateways – mit Frogblue-Komponenten kommunizieren. Zu den Vorzügen des Konzeptes zählt aber auch die Tatsache, dass die Bedienung nicht ausschließlich per Smartphone und Tablets erfolgen muss, sondern dass auch eine Bedienung per Taster möglich ist. Diese Funktion ist sowohl im Wohnbereich (mehrere Generationen) als auch in Zweckbauten (Mitarbeiter mit unterschiedlichen Bedienberechtigungen und Besucher) von Interesse. Aus den exemplarischen Anschlussvarianten lassen sich zudem die unterschiedlichen Zugriffsmöglichkeiten auf Funktionen (z. B. Zeitfunktionen und Szenarien) ablesen. Die Entwickler des Systems haben einen hohen Grad der Vereinheitlichung sowohl bezüglich der Gehäuse als auch der programmierbaren und funkenden Komponente realisiert. Zentraler Bestandteil ist eine Platine die einerseits über die Funktion verfügt frei programmierbar zu sein und andererseits die Sender-/Empfängerfunktion bereitstellt.

Gerätetechnik und App

Die bereits zum Marktstart des Systems verfügbare Produktpalette lässt sich am besten mit „überschaubare Vielfalt“ charakterisieren. Die Geräte werden vorzugsweise in oder auf Unterputzdosen (UP-Dosen) montiert und in die Kategorien Frogs und Cubes unterschieden. Frogs und Cubes werden generell über 230 V AC versorgt.

Frogs – in die UP-Dose

Aktuell umfasst das Angebot 10 Produkte, die direkt in der UP-Dose verbaut werden können. Dazu gehören Aktoren zum Schalten und Dimmen von Licht ebenso wie ein Relaisschalter zur Ansteuerung von Motorantrieben für Rollläden und Jalousien sowie ein Schaltaktor zur Ansteuerung eines Türöffners. Diese Komponenten können über Bluetooth angesteuert werden, verfügen aber in der Mehrzahl zugleich über Eingänge zum Anschluss von Tastern zur unmittelbaren Vorort-Bedienung. Weitere UP-Geräte sind speziell zur Bereitstellung von Eingängen konfiguriert. Damit können Taster/Schalter mit Spannungen von 230 V abgefragt werden. Das Kontaktmodul gestattet die Verwendung von Kleinspannungen. Über Schwachstromleitungen können so Kontakte bis zu einer Entfernung von 100 m eingebunden werden. Ausnahmslos alle Frogs verfügen über ein integriertes Logikmodul zur Realisierung von Komfort- und Zeitfunktionen. Einige der Aktorikmodule sind zudem mit Funktionen zur Leistungsmessung und zur Kurzschlussdetektion ausgerüstet.

Cubes – auf die UP-Dose

Während die Frogs in die UP eingebaut werden, sind die Cubes für die Installation auf einer UP-Dose vorgesehen. Mit diesen Komponenten wird das System um Komfort- und Sicherheitsfunktionen wie

  • Bewegungsmeldung,
  • Zutrittskontrolle,
  • Türöffnung,
  • Audio- und Videotürkommunikation sowie
  • Visualisierung erweitert.

Alle Cubes verfügen neben ihrer spezifischen Ausstattung über 2 Eingänge zum Anschluss und zur Abfrage von Kleinspannungskontakten sowie über Temperatur- und Helligkeitssensorik sowie einen Annäherungssensor (Ausnahme Bewegungsmelder) zur Licht- und Heizungssteuerung oder zur Alarmauslösung.

Mit den Cubes lassen sich ganz unterschiedliche Anforderungen bezüglich der Zutrittskontrolle und der Türkommunikation realisieren. Die Bedieninterfaces bieten nicht nur vielfältige Bedienmöglichkeiten, sondern sind zudem auch aus optischer Sicht attraktiv.

Applikationen

Die App ist für Android- und Apple-Smartphones/Tablets verfügbar und ist sowohl auf Windows- als auch auf Mac-Rechnern einsetzbar. Systemkomponenten (Frogs und Cubes) werden von der App automatisch erkannt und angezeigt. Die Einrichtung eines Systems, dessen Programmierung und Bedienung werden durch eine weitgehend selbsterklärende Benutzeroberfläche erleichtert.

Transponder und Bluetooth 
USB-Stick

Als zusätzliche Komponenten werden ein Transponder mit Lagesensor und ein Bluetooth USB-Stick angeboten. Der Transponder ermöglich die Nutzung der RFID-Schnittstelle der Cubes. Mit dem USB-Stick können Windows- oder Mac-Rechner ohne eingebauter Bluetooth-Schnittstelle zur Konfiguration oder als Bedieninterface genutzt werden.

Fazit

Frogblue ist nicht nur technisch ein rundum interessantes und zeitgemäßes Angebot. Es hat durchaus das Potential, den schon vielfach beschworenen „Durchbruch“ bei der Haus- und Gebäudeautomation kräftig zu fördern. Dazu gehört zunächst einmal die konsequente Nutzung von Smartphones und Tablets und der damit verbundenen App-Bedienoberfläche. Die Entwickler haben aber auch die Fortschritte bei der Bluetooth-Standardisierung konsequent genutzt, um ein System zu schaffen, das sich durch ein hohes Maß an Funktionalität, geradezu bestechender Einfachheit und daraus resultierender guter Handhabbarkeit auszeichnet. Frogblue setzt bezüglich der Funktionalität und des Einarbeitungsaufwandes neue Maßstäbe. Die Entwicklung der Haus- und Gebäudeautomation bleibt auch in Zukunft absolut spannend.

Autor: H. Möbus

Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

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