Anzeige

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Effizienter Verteiler- und Schaltschrankbau

Standardisierung, Automatisierung und prozessübergreifende Lösungen bieten vor allem bei zeitaufwendigen manuellen Tätigkeiten wie dem Verteiler- und Schaltschrankbau beachtliche Optimierungspotentiale. Weidmüller hat sich intensiv mit diesen Themen beschäftigt und Lösungen für jeden Arbeitsschritt entwickelt, die die Prozesse beschleunigen.

Werkzeugwagen mit variablen Werkzeugeinsätzen (Quelle: Weidmüller)

Verteiler- und Schaltschrankbauer stehen heute vor sehr großen Herausforderungen. Durch einen wachsenden Qualitätsanspruch und Kostendruck bei gleichzeitig fehlendem Fachpersonal, erhöhtem 
Dokumentationsaufwand, geringen Stückzahlen und immer kürzeren Lieferzeiten entsteht ein großer Druck. Eine gewisse Planungsunsicherheit rundet dasScenario ab.

Müssen zum Beispiel noch kurzfristig Änderungen in den Verteiler- bzw. Schaltschrank-Aufbau einfließen, kann der Zeitaufwand beispielsweise für veränderte Stromlaufpläne steigen, wenn diese nicht in funktionale Einheiten unterteilt sind. Ändern sich die Anforderungen an den Verteiler bzw. Schaltschrank nach der Planung, stockt der Engineering-Prozess, weil das System in der Konstruktion angepasst werden muss. Deshalb sind Lösungen erforderlich, die die Prozesse im Verteiler- und Schaltschrankbau wirtschaftlicher machen und ganzheitlichen Nutzen stiften.

Effizienzsteigerung in den Werkstattabläufen

Der entscheidende Erfolgsfaktor im Wettbewerb ist hier die Effizienzsteigerung in den Werkstattabläufen. Deshalb hat Weidmüller unter dem Oberbegriff „Workplace Solutions“ jeden Arbeitsschritt untersucht und optimiert. In die Betrachtung mit einbezogen wurde die Studie „Schaltschrankbau 4.0“ [1] des ISW (Instituts für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen) der Universität Stuttgart. Die Stuttgarter Wissenschaftler untersuchen darin nicht nur den Ist-Zustand, sondern geben auch konkrete Handlungsempfehlungen. Ein Ergebnis der Studie ist, dass die Teilnehmer der Studie in der Standardisierung allgemein und in der Standardisierung von Arbeitsplätzen hohes Verbesserungs- und Einsparpotential im Verteiler- und Schaltschrankbau sehen. Die Arbeitsschritte Projektierung und Stromlaufplankonstruktion binden über 50 % der Arbeitszeit in der Planung. Bei der Installation beanspruchen die vielen manuellen Tätigkeiten der mechanischen Bestückung und Verdrahtung sogar über 70 % des Arbeitszeitanteils. Hier setzen die prozessübergreifenden Lösungen von Weidmüller an.

Planen, installieren und betreiben

Digitale Datendurchgängigkeit prägen das gesamte Produktspektrum von Weidmüller. Software-Tools unterstützen den Anwender ab dem ersten Schritt. Mittels M-Print PRO (Beschriftung), Wire Processing Center-Tool (teilautomatisierte Kabelkonfektionierung) und dem Configurator (Konfiguration) werden Daten vom Prozessbeginn an digital erfasst und für alle weiteren Schritte zur Verfügung gestellt. Jedes Tool verfügt über CAE-Schnittstellen, um Daten schnell und unkompliziert in den gängigen Engineering-Umgebungen verfügbar zu machen. Durch den Zugriff auf die in der Planungsphase erstellten Daten wird die Fehlerquote deutlich reduziert, da keine Informationen zwischen den einzelnen Arbeitsschritten verloren gehen und die manuelle Bearbeitung entfällt.

Neben den Instrumenten zur Planung und Weitergabe von Daten hat sich das Unternehmen auch Gedanken über Ergonomie und Effizienz am Arbeitsplatz gemacht. Dabei haben die Detmolder den Arbeitsplatz als Ganzes im Fokus, wie ein mobiler Arbeitsplatz zur Kabelkonfektionierung und Werkzeugwagen demonstrieren.

Tragschienenkomponenten konfigurieren

Mit dem Weidmüller Configurator (WMC) lässt sich der Engineering-Prozesse im Schaltschrankbau erleichtern. Die leistungsfähige Softwarelösung beschleunigt die Auswahl, Projektierung und Bestellung von Tragschienenkomponenten aus dem Produktportfolio. Mit dem Configurator lassen sich beispielsweise auch die Reihenklemmen aus dem Klippon-Connect-Portfolio einfach planen und projektieren. Klippon Connect bietet mit seinen Applikationsprodukten, den universellen Reihenklemmen und dem prozessunterstützenden Service Produktionsvorteile in allen Phasen des Schaltschrankbaus.

Die Produktdaten aus der Configurator-Software sind voll integrierbar in den gängigen Engineering-Systemen, wie z. B. Eplan Electric P8 oder Zuken E3.series. Für den Schaltschrankbau stehen 3-D-Modelle zur Verfügung. Beim Arbeiten mit den gängigen Engineering-Systemen erhält der Anwender beispielsweise eine Klemmenleiste, die nach reinen elektrischen Funktionen aufgebaut ist – es fehlt das mechanische Zubehör. Zur Komplettierung mit diesem hat der Anwender zwei Möglichkeiten: Entweder er durchsucht das Engineering-System nach den passenden Teilen oder er schickt die Daten an den Configurator. Die zweite Möglichkeit ist schneller, effektiver und fehlerfrei, denn die Software komplettiert das Projekt mit dem passenden Zubehör wie Abschlussplatten, Endwinkeln und Markierungen. Anschließend schickt der Configurator die so aufbereiteten Datensätze wieder an das Engineering-System zurück, sodass der Anwender mit dem kompletten Datensatz weiterarbeiten kann.

Die Plausibilitätskontrolle des Configurators hilft aktiv bei der Zusammenstellung der jeweiligen Klemmleiste, indem sie fehlerhafte Aufbauten verhindert und selbstständig korrigiert. Es lässt sich immer nur passend ausgewähltes Zubehör zur aktuellen Konfiguration hinzufügen. Diese automatische Filterfunktion erleichtert die Planung und sorgt für eine sehr große Zeitersparnis sowie einem weiteren Zusatznutzen, eine lückenlose Dokumentation der bestückten Tragschiene. Sobald die passende Zusammenstellung gefunden worden ist, können die Komponenten aus der Software heraus angefragt werden – entweder als Einzelkomponenten oder auch als vormontierte Komplettlösung auf einer Hutschiene.

Der Configurator erlaubt eine virtuelle Beschriftung des kompletten Projektes. Dank direkter Schnittstellen zu CAD-Programmen und der Markierungssoftware M-Print Pro erfolgt eine Planung und Beschriftung der Komponenten in einem Schritt.

Autor: S. Lödige

Literatur:

[1] Tempel, P.; Eger, F.; Lechler, A.; Verl, A.: Schaltschrankbau 4.0 – Eine Studie über die Automatisierungs- und Digitalisierungspotentiale in der Fertigung von Schaltschränken und Schaltanlagen im klassischen Maschinen- und Anlagenbau; Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen, Universität Stuttgart 30. April 2017. n

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

Kommentare

botMessage_toctoc_comments_926
Anzeige

Nachrichten zum Thema

Der kapazitive, durch leichte Berührungen bedienbare Einzeltaster CAPWS01G02 kann hinter Glas und anderen isolierenden Materialien mit einer Stärke von bis zu 6 mm angebracht werden.

Weiter lesen

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage Verlegen von Leitungen hinter einem Herd

Was sagen Normen über rückwärtige Wärmeabstrahlung an einem Herd aus? Gibt es Unterschiede bezüglich einer auf- bzw. unter-Putz-Verlegung?

Weiter lesen

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage Übergangswiderstand von Klemmstellen

Wie groß darf der Übergangswiderstand von Klemmstellen sein? Was sagen aktuelle Normen darüber aus?

Weiter lesen

Neue Produkte Hält dicht

Der Allzweck-Dichtdübel Aqua Stop Pro ermöglicht die sichere, abdichtende und zeitsparende Befestigung im Nassbereich und ist für die Wassereinwirkungsklassen W0-I bis W3-I geeignet.

Weiter lesen

Das Lichtbogen-Fusionsspleißgerät OSSGT eignet sich für den Einsatz in FTTH-Projekten und optischen Backbones.

Weiter lesen
Anzeige