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Aus dem Facharchiv: Normen und Vorschriften
AuS-Werkzeuge - DIN EN IEC 60900 2019-04 (VDE 0682-201)

Diese Norm gilt für isolierte, isolierende und Hybrid-Handwerkzeue, die zum Arbeiten an unter Spannung stehenden Teilen benutzt werden. Die Nennspannung darf dabei 1000 V AC sowie 1500 V DC nicht überschreiten.

AuS nur mit isolierendem Werkzeug (Foto: BG ETEM)

AuS nur mit isolierendem Werkzeug (Foto: BG ETEM)

DIN EN IEC 60900 2019-04 (VDE 0682-201)

Arbeiten unter Spannung – Handwerkzeuge zum Gebrauch bis AC 1 000 V und DC 1500 V

Gegenüber der älteren Norm vom Jahr 2013 ist eine dritte Kategorie „Hybrid-Handwerkzeuge“ aufgenommen worden.

Der Anhang A besitzt eine neue Einführung, die mit einigen Beispielen von isolierten, isolierenden und Hybrid-Handwerkzeugen ausgestattet ist.

Um sicherzustellen, dass ein Werkzeug auch für das Arbeiten unter Spannung geeignet ist, müssen folgende Aufschriften lesbar, mit normaler und korrigierter Sehschärfe eindeutig erkennbar sein:

  • Modell- oder Typbezeichnung;
  • Herstellungsjahr;
  • Bildzeichen „Arbeiten unter Spannung“ – Doppeldreieck siehe Anhang C;
  • Angabe der Spannungshöhe und Art unmittelbar neben dem Bildzeichen Doppeldreieck angeordnet;
  • Nummer der zutreffenden IEC-Norm auch unmittelbar neben dem Bildzeichen Doppeldreieck;
  • Buchstabe „C“ auf dem Handwerkzeug, wenn der Gebrauch nur für niedrige Temperaturen konstruiert ist;
  • zusätzliche Kennzeichnung für zusammengesetzte Handwerkzeuge, die mit Komponenten verschiedener Hersteller verwendet werden können;
  • eventuell eine zusätzliche Kennzeichnung, wenn vom Käufer festgelegt (z. B. Eigentümerzeichen).

Eine weitere wichtige Anforderung betrifft den Isolierstoff. Er muss den zu erwartenden elektrischen, mechanischen und thermischen Beanspruchungen beim üblichen Gebrauch standhalten können. Der Isolierstoffüberzug darf dabei aus einer oder mehreren Schichten bestehen.

Bei Handwerkzeugen, die eine Einstellung des Drehmoments oder einen Schalter für die Laufrichtung besitzen, bedarf es einer strengeren Kontrolle. Es handelt sich hierbei um leitfähige Teile, die mit Abdeckungen aus Isolierstoffen isoliert sind. Diese Abdeckungen sind so fest anzubringen, dass sie sich bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht lösen können.

Bei einem Schraubendreher gibt es am Anfang einen Bereich, der nicht isoliert aufgebaut ist. Dieser nicht isolierte Bereich darf höchstens eine Länge von 18 mm haben.

Ähnlich wie bei einem Schraubendreher besteht diese Anforderung auch bei allen möglichen Arten von Zangen. Es ist dabei auszuschließen, dass während der Arbeit ein Abgleiten der Finger in nicht isolierte leitfähigen Teile möglich ist. Die Bilder 8, 9 und 10 der Norm zeigen die Mindestmaße anhand eines Beispiels auf.                                 bfe-TIB1)
___________
1) Normeninformationsdienst des Bundestechnologiezentrums für Elektro- und Informationstechnik, Oldenburg

Der Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen

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