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Veranstaltung | Elektrotechnik

ZVEH-Jahrestagung in Trier

ep8/2006, 1 Seite

145 Delegierte kamen zur Mitgliederversammlung, um an historischer Stätte neue Ideen auf den Weg zu bringen. Während des Festabends in der Europahalle bot sich die Möglichkeit, in angenehmer Atmospäre einen intensiven Dialog mit Gästen aus der Elektroindustrie und Partnerorganisationen zu pflegen. Mit einer öffentlichen Festveranstaltung klang die Tagung feierlich aus.


Elektro-Geschichte schreiben Der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Hessen/Rheinland-Pfalz, diesjähriger Gastgeber der Tagung, hatte sicher nicht ohne Grund die älteste Stadt Deutschlands als Veranstaltungssort ausgewählt. Warum auch nicht an historischer Stätte ein Stück eigene Geschichte schreiben? Um die Mitglieder auf den fachlichen und verbandspolitischen Tagungsteil einzustimmen, ließ man sie am Begrüßungsabend in den römischen Thermen der Trierer Innenstadt einen kleinen Ausflug in die Geschichte erleben. Am darauf folgenden Festabend wurden die Gäste sogar mit dem Einzug von drei Gladiatoren überrascht (Bild ). Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand aber vor allem die Zukunft des Verbands und seiner Mitglieder. „Wohin geht die Reise?“ - unter dieser Überschrift diskutierten die Delegierten neue Ideen und Visionen und brachten schließlich sehr anspruchsvolle Ziele auf den Weg. Neue Marke für mehr Qualität So wurde beschlossen, den „e-Blitz“ als das bereits seit 1972 existierende Verbandszeichen vollkommen zu erneuern. Dazu wird ein entsprechendes Konzept bis Ende 2006 entwickelt. Dabei geht es keinesfalls nur um eine graphische Überarbeitung, sondern vor allem um das Erreichen einer höheren Qualitätsstufe und eines neuen Markenbewusstseins. Unter der neuen Marke sollen sich die Mitgliedsbetriebe in stärkerem Maße als bisher zu dienstleistungsorientierten Unternehmen profilieren und ihre Kunden mit einem Know-how auf neuestem Stand der Technik beraten. Damit wird eine klare Differenzierung zu Unternehmen, die nicht ausreichend qualifiziert sind, beabsichtigt. Nur derjenige Fachbetrieb darf dann das neue Markenzeichen tragen, der die erforderlichen Kriterien erfüllt wie z. B.: · Meisterabschluss oder vergleichbare Qualifikationen · Mitgliedschaft in einer Elektroinnung · Einhaltung der vorgegebenen Markendisziplin · Qualifikationsbereitschaft · Ausgeprägte Kundenorientierung. Die jeweiligen Landesverbände prüfen, inwieweit der Betrieb die geforderten Bedingungen erfüllt. Mit dem erfolgreichen „Markenbetrieb“ wird dann ein Lizenzvertrag abgeschlossen, der von ihm sowie vom ZVEH, dem Landesinnungsverband (LIV) und der zuständigen Innung zu unterzeichnen ist. Diese Lizenzvergabe ist für Innungsbetriebe kostenfrei. In dieser neuen markenrechtlich geschützte Dachmarke sollen ebenfalls die bereits in der Branche vorhandenen Marken vereint werden. Straffere Strukturen Der Vorstand wurde zudem beauftragt, eine umfassende Strukturreform der Organisation zu erarbeiten. Ziel ist es, die Verbandsstruktur zu straffen und anstehende Aufgaben sinnvoll und effektiv zu bündeln. Für eine bessere Kommunikation werden die Informationen künftig über einen Informationspool als zentrale Schnittstelle zwischen Betrieb, Innung, Landesinnungsverband und Zentralverband ausgetauscht. Elektrofachbetrieb der Zukunft Die Referenten der Fachtagung wagten einen Blick in die fachliche Zukunft. Die Nutzung regenerativer Energien wird dabei sicherlich eine zunehmende Rolle spielen. Unter der Überschrift „Ab in die Zukunft - vom Elektroinstallateur zum Energiemanager -“ stellte Simon-Boris Estermann, Vorsitzender des Bundesfachbereichs Elektrotechnik, seine Zukunftsvisionen vor (Bild ): „Wer kann den Kunden zur Energieeffizienz besser beraten als wir, das Elektrohandwerk?“, ermunterte er seine Kollegen. Einig war man sich darüber, dass die Qualifizierung des Elektrofachbetriebs zum Energiedienstleister auch entsprechende, klar abgegrenzte Kompetenzen in Abstimmung mit dem regionalen Energieversorger voraussetzt. In der Diskussion zeigten sich jedoch einige Betriebe über ein völlig neues Partnerschaftskonzept des ostdeutschen Energiedienstleisters Envia M verunsichert. Die 100-%ige RWE-Tochter startete im 1. Halbjahr 2006 mit 3 ausgewählten Elektrofachbetrieben in Cottbus, Taucha und Marienberg diese neue Marktpartnerschaft im Rahmen von Franchise-Vereinbarungen. Diese Elektrofachbetriebe arbeiten nun als Franchise-Filialen und Vertriebspartner unter der Marke von Envia M. Erklärtes Ziel ist es, ein Dienstleistungsnetzwerk im gesamten Einzugsbereich aufzubauen, um den Kundenservice - Zielgruppen: Privat-und Geschäftskunden - erheblich zu verbessern. Das Ziel ist gut, jedoch lässt der eingeschlagene Weg gegenwärtig noch Fragen offen, die zu klären sind, wie z. B.: zukünftige Stellung des Elektrohandwerks am Markt, Rolle des 3-stufigen Vertriebs usw. Mit guter Leistung Zukunft sichern ZVEH-Präsident W. Tschischka zog zur Festveranstaltung eine positive Bilanz (Bild ) der Tagung. Aufmerksam verfolgten die über 250 Anwesenden auch die Rede des Redaktionsleiters des ZDF-Verbrauchermagazins WISO, Michael Opoczynski. Er mahnte eindringlich, nicht in den Fehler zu verfallen, die Kunden mit Niedrigstpreisen zu erobern, sondern auf Qualitätsarbeit und Kundenorientierung zu setzen. Zur Festveranstaltung wurden auch hervorragende Leistungen geehrt. Besondere Glückwünsche galten dem Nachwuchs, so auch dem Sieger im Bundesleistungswettbewerb Oldenburg, Jan Dengelmann aus Zwickau, und dem Gewinner des 3. Platzes bei den Europameisterschaften der Elektroinstallateure (unter 23 Jahre) in Portugal, Sven Bähr aus Worms. Diese Ergebnisse stimmen zuversichtlich - auch in Zukunft ist die Qualität im deutschen Elektrohandwerk gesichert. Die nächste ZVEH-Jahrestagung vom 29.05. bis zum 01.06.2007 in Würzburg wird es unter Beweis stellen. Elektropraktiker, Berlin 60 (2006) 8 602 BRANCHE AKTUELL ZVEH-Jahrestagung in Trier Erfolgreich in die Zukunft 145 Delegierte kamen zur Mitgliederversammlung, um an historischer Stätte neue Ideen auf den Weg zu bringen. Während des Festabends in der Europahalle bot sich die Möglichkeit, in angenehmer Atmospäre einen intensiven Dialog mit Gästen aus der Elektroindustrie und Partnerorganisationen zu pflegen. Mit einer öffentlichen Festveranstaltung klang die Tagung feierlich aus. Die drei Gladiatoren, v.l.n.r.: F. Faßbender, W. Tschischka und B. Ehinger W. Tschischka ist mit den Ergebnissen zufrieden · Planung, Installation, Inbetriebnahme und Watung von dezentralen Energieerzeugungssystemen · Energieberatung · Energiepass · Modernisierungskonzepte · Energievertrieb · Energiespar-Contracting Elektrofachbetrieb der Zukunft Quelle: Vortrag S.-B. Estermann AUF EINEN BLICK Zahlen und Fakten Den elektro- und informationstechnischen Handwerken gehören in Deutschland rund 78000 Betriebe mit 323000 Beschäftigten an. Der Jahresumsatz der Branche lag im Jahr 2005 bei 31 Milliarden Euro. Der ZVEH vertritt die Interessen von 16 Landesverbänden mit ihren rund 400 Innungen Elektrohandwerke - Energiedienstleistungen EP0806-598-611 24.07.2006 10:03 Uhr Seite 602

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