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Betriebsführung und -Ausstattung | Betriebsausstattung | Nutzfahrzeuge

So sauber wie möglich

Übersicht Transportfahrzeuge
ep9/2020, 4 Seiten

Die Corona-Krise hat auch den Transporter-Sektor gebeutelt. Sie hat die Serienanläufe neuer Modelle verschoben und die Erneuerung der Fahrzeugflotten verzögert. Alternative Antriebe mit geringen Schadstoff-Emissionen bleiben das erklärte Fernziel der Fahrzeugbranche.


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Die neue Perspektive dürfte der Grund dafür sein, dass VW (N) die elektrifizierten Versionen von Caddy und Transporter nicht selbst fertigt, sondern vom Tuning-Spezialisten Abt umrüsten lässt. Dabei bietet der e-Transporter mit langem Radstand den vollen Nutzraum von 6,7 m³. Er kommt mit seinen 113 PS auf Tempo 90 (optional 120) in der Spitze. Auch hier ist die Unterflurbatterie mit 37,3 kWh gut für Reichweiten von 105 bis 138 km. Größere Batterien für größere Reichweiten sollen im Gespräch sein.

Mit leistungsfähigen Elektrofahrzeugen aus der Serienproduktion ist der französische PSA-Konzern bereits auf dem deutschen Markt aktiv. Allen voran mit dem Opel e-Vivaro, der zusammen mit den Schwestermodellen Citroën e-Jumpy und Peugeot e-Expert in Nordfrankreich entsteht. Er ist seit Juli bestellbar und soll noch in diesem Jahr lieferbar sein.

Für den Antrieb seiner Elektroflotte im 1-t-Segment wendet PSA die erprobten E-Komponenten aus dem Corsa-e an. Mit immerhin 136 PS sind die französischen E-Transporter stärker motorisiert als manche Konkurrenz und kommen bis auf Tempo 130. Es stehen Batterien von 50 oder 75 kWh für Reichweiten von 230 bis 330 km zur Wahl. Es gibt sie in drei Längen (4,60 m, 4,95 m und 5,30 m) wie die konventionell angetriebenen Modelle, mit Laderäumen von 3,6 m³, 4,2 m³ und 4,9 m³. Diese E-Transporter von PSA sind für Anhängelasten bis 1 000 kg zugelassen.

Nachdem Daimler die Mercedes V-Klasse im Vorjahr einer Frischzellenkur unterzogen hat, ist nun der mit ihr eng verwandte Vito an der Reihe. Die meist gewerblich genutzten Midsize-Transporter werden serienmäßig auch mit dem in der 1-t-Klasse seltenen Hinterradantrieb angeboten, der Vorteile bei der Traktion etwa auf losem Baustellengrund gegenüber dem üblichen Frontantrieb hat. Den bietet Daimler jedoch auch, begrenzt ihn aber auf die beiden 1,7er Einstiegsdiesel mit 102 und 136 PS, die hier quer eingebaut sind. Eine neue Generation an Dieselmotoren, die es bei der V-Klasse zunächst in drei Versionen gab, wird beim neuen Vito nun in den vier Leistungsstufen 136, 163, 190 und 239 PS angeboten.

Ein Arsenal an Einrichtungen zur Abgasreinigung gehört dazu, vom Oxi-Kat bis zur zweifachen SCR-Reduktion, wobei das dafür notwendige AdBlue in einem jetzt 24 l großen Tank mitgeführt wird. Diese neuen Diesel mit dem Kürzel OM 654 gelten nicht nur als sauber, sondern auch als effizient. Daimler weist beim Vito 119 CDI eine Verbrauchseinsparung von 13 % nach. Darüber hinaus laufen die Motoren leise und ohne störende Vibrationen. Alle Varianten mit Hinterradantrieb sind erstmalig auch mit dem Automatikgetriebe 9G-Tronic bestellbar. Wählbar ist darüber hinaus der permanente Allradantrieb 4 x 4. Das Fahrwerk ist zudem auch mit Luftfederung Airmatic bestellbar.

Die neuen Vito-Modelle gehen mit Retuschen außen und innen an den Neustart, zu erkennen vor allem am neu gestalteten Kühlergrill, der allerdings an die Sonderausstattungen Distronic, aktiver Bremsassistent und lackierte Stoßfänger gebunden ist. Innen kommt zu neuen Luftdüsen und eleganten Stoffen auch ein digitaler Innenspiegel, der mit einer HDR-Kamera in der Heckscheibe verbunden ist und den Blick nach hinten ohne störende Kopfstützen usw. überträgt. Dazu kommen Infotainment und Fahrer-Assistenzsysteme aus dem Limousinen-Sektor. Die Vito-Mo-delle gibt es nach wie vor in drei Längen und entsprechenden Laderäumen.

Seit Ende Juli ist auch die Batterie-elektrische Version als eVito Tourer mit bis zu neun Sitzplätzen bestellbar. Hier treibt der 150 kW (204 PS) starke Elektromotor die Vorderräder der zwei Versionen A2 und A3 an. Dank der unterflur eingebauten Batterie steht der volle Gepäckraum von 1,0 bzw. 1,39 m³ zur Verfügung. Mit der 100-kWh-Batterie kommt der eVito auf Tempo 140 in der Spitze und bis zu 421 km weit. Eine große Anzahl neuer Fahrer-Assistenten und aktuellem Infotainment gehört auch im Transporter-Sektor zum Markenprofil von Mercedes-Benz.

E-Power im Fullsize-Segment

Im Segment der großen Transporter mit dem Gesamtgewicht von bis zu 3,5 t kommt die Elektrifizierung nicht überall gleich schnell voran. Während Mercedes beim Sprinter, Renault beim Master und VW beim Crafter jeweils Transporter mit Batterie-elektrischem Antrieb seit einiger Zeit auf der Basis ihrer konventionell angetriebenen Transporter im Programm haben, wenn auch in begrenzten Stückzahlen, kündigt Fiat beim Ducato den Marktstart seines E-Ducato erst „für die nächsten Monate“ an. Er soll über einen Elektromotor mit 90 kW (122 PS) Leistung und 280 Newtonmeter maximales Drehmoment verfügen und Reichweiten zwischen 220 bis 360 km ermöglichen. Dabei wird die Höchstgeschwindigkeit zugunsten der Reichweite auf 100 km/h begrenzt. Der E-Ducato soll mit allen Aufbauvarianten aus der bisherigen Palette angeboten werden und einen maximalen Laderaum bis zu 17 m³ und eine Nutzlast bis 1 950 kg bieten.

Der von Ford angekündigte Transit mit Elektroantrieb kommt voraussichtlich erst 2022 auf der neuen technischen Basis, die Ford im Rahmen der angekündigten Kooperation mit VW eng mit dem Crafter verzahnen will.

Daimler rüstet bereits kleine Flotten von Zu-stellern wie Hermes und DPD mit den ersten Modellen der eSprinter-Serie aus, die im Hin-blick auf möglichst große Nutzlast mit der begrenzten Leistung von 85 kW (116 PS) angeboten werden. Zwei Batterieversionen von 41 bzw. 55 kWh Nennkapazität ermöglichen Reichweiten von 120 bis 168 km. Drei Fahrprogramme und die Rekuperation beim Bremsen, Verzögern und Bergabfahren verbessern die Effizienz. Für wechselwillige Unternehmen bietet Daimler seine eVan-Ready-App an, mit der vor dem Fahrzeugerwerb eine Analyse von Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Effizienz erstellt werden kann.

Renault hat den Master als vollelektrisches Modell Z.E. im Programm und erweitert nun seine Palette. Zusätzlich zum 3,5-t-Kastenwagen mit Laderäumen bis 12,5 m³ und Nutzlasten bis 1 700 kg ist er jetzt auch als Fahrgestell und Plattform-Fahrgestell zu haben. Die Franzosen verbauen eine kleine Batterie mit nur 33 kWh, die einen 57-kW-Elektromotor (76 PS) antreibt, aber Reich-weiten bis 120 km ermöglichen soll. Als Reichweitenverlängerer (Range Extender) erprobt Renault Wasserstoff-betriebene Brennstoffzellen.

Die Nutzfahrzeugsparte von VW stellt sich noch stärker auf die Elektromobilität ein, in dem sie den seit zwei Jahren in Hannover gefertigten e-Crafter nun in die Serie im polnischen VW-Werk Wrzésnia überführt, um größere Stückzahlen anbieten zu können. Mit ihm entsteht dort auch der baugleiche MAN-Transporter eTGE, von dem bereits Fahrzeuge bei Flottenbetreibern wie den Berliner Verkehrsbetrieben in der Erprobung sind.

VW e-Crafter und MAN eTGE haben einen Elektromotor mit 100 kW (136 PS) Spitzen- und 50 kW (68 PS) Dauerleistung zum Antrieb, der von einer nur 36 kWh starken Batterie gespeist wird. Die 3,5-Tonner mit bis zu 10,7 m³ Laderaum (mit Hochdach) kommen damit 115 km weit. Dank des maximalen Motordrehmoments von 290 Newtonmeter lassen sie sich aber recht flott bewegen. Eine Schnell-Ladung von Null auf 80 Prozent mit 40kW Ladeleistung soll in nur 45 Minuten machbar sein. Gut möglich, dass e-Crafter und MAN eTGE in zwei Jahren zu den Gemeinschaftsprodukten aus der angekündigten Kooperation von Ford und VW Nutzfahrzeuge gehören werden. n


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Weitere Bilder



Start 2022: VW ID.BUZZ (Quelle: Volkswagen AG)


Batterie-elektrischer Opel e-Vivaro mit 100 kW (136 PS) (Quelle: Opel)


Mercedes-Benz eVito Tourer mit 150 kW (204 PS) (Quelle: Mercedes-Benz AG)


Neuer VW Caddy, ab November im Handel. (Quelle: VW)


Neuer VW Caddy, ab November im Handel. (Quelle: VW)


Abt e-Transporter 6.1. und Abt e-Caddy (Quelle: ABT)


Mercedes-Benz eSprinter an der Lades


Renault Master Z.E. mit Kastenaufbau (Quelle: Renault)


FIAT Ducato Electric an Lades

Autor
  • K. Böttcher
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