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Planungssoftware für die Energieverteilung
ep6/2004, 3 Seiten
Demoversion Mit der Planungssoftware Simaris design bietet Siemens ein Werkzeug zur durchgängigen Planung von Energieverteilungen für den Bereich von der Mittelspannung (MS) bis zur Steckdose, also Niederspannung (NS). Wer das Programm näher kennen lernen möchte, kann über die Internetseite www.siemens.de/simaris eine kostenlose Demoversion anfordern. Das Programm erfordert einen Rechner mit einer Mindestkonfiguration gemäß Tafel . Für eine regelmäßige Nutzung wird jedoch ein Prozessor ab Pentium III/700 MHz und ein Hauptspeicher von 256 MByte empfohlen. Die Verwendung eines 19"- Monitors mit einer Auflösung von 1280 x 1024 erleichtert die Orientierung in den angezeigten Plänen. Das Programm verwendet das TCP/IP-Protokoll. Falls dieses nicht standardmäßig installiert wurde, finden sich im mitgelieferten Installations-Handbuch (60 Seiten) ausführliche Hilfen. Auf der CD befindet sich darüber hinaus eine kostenlose Software (PROFIX) zur Projektierung von Mittelspannungs-Schaltanlagen. TIP als Plattform Simaris design ist Bestandteil des unter dem Kürzel TIP (Totally Integrated Power) bekannten Plattformkonzeptes [2] der Firma Siemens. TIP verwendet aufeinander abgestimmte, schnittstellenoptimierte Produkte und Systeme. Die angebotene Palette reicht von der MS-Schaltanlage bis hin zur Steckdose und gestattet die Anbindung der Energieverteilungssysteme an die Industrieautomation und die Gebäudeleittechnik. Simaris design ist ein herstellerspezifisches Dimensionierungstool, dass speziell auf die im Rahmen dieses Konzeptes entwickelten Betriebsmittel abgestimmt ist. Leistungsumfang Das Planungstool unterstützt den Entwurf von Mittel- und Niederspannungsanlagen und ermittelt automatisch für das entstehende Netz folgende Größen/Angaben: · Leistungsbedarf der Einspeisungen · Querschnitt und Aderanzahl der NS-Kabel/Leitung · MS-Schaltgeräte und NS-Schutzgeräte · Verteiler-Typ und Platzbedarf der Gehäuse. Basierend auf den Angaben zu den baulichen Gegebenheiten, den zu versorgenden Verbrauchern und weiteren Parametern, wird auf der Basis des hinterlegten Siemens-Produktsortimentes eine technisch optimierte Anlage geplant. Benutzeroberfläche Einen ersten Eindruck vom Leistungsumfang vermittelt das mitgelieferte Demo-Projekt. Die Zweiteilung des Bildschirmes beim Hauptmenü (Bild ) erleichtert die Orientierung innerhalb der Anlage. Im linken Fenster wird das Netz in einer vom Windows-Explorer bekannten Baumstruktur dargestellt. Das Netzbild im rechten Fenster kann beliebig vergrößert oder verkleinert werden. Wahlweise lassen sich dort die Geräteparameter, der Lastfluss bzw. die Lastverteilung oder die Kurzschlussbelastung anzeigen. Darüber hinaus ist eine Darstellung der Netzstruktur mit Energiebilanz möglich. Die verschiedenen Bearbeitungsfunktionen sind über Pull-down-Menüs oder die Werkzeugleiste aufrufbar. Nach Markierung einzelner Betriebsmittel können weitere Funktionen über die rechte Maustaste aktiviert werden. Erscheinungsbild, Handhabung und Umfang der angezeigten Berechnungsergebnisse sind über den Menüpunkt Einstellungen veränderbar. Projektverwaltung Die bei der Planung entstehenden Unterlagen (Pläne und Listen) werden als Projekt in einer Datei gespeichert. Der Nutzer wird daher nicht mit der Speicherung einzelner Unterlagen konfrontiert. Ein komplettes Projekte kann einfach zwischen verschiedenen Standorten und Bearbeitern ausgetauscht (Export-/Importfunktion) werden. Bei der Anlage eines neuen Projektes sind lediglich Name und Kurzbezeichnung zu vergeben. Vorgaben Der eigentliche Anlagenentwurf beginnt mit den globalen Vorgaben (Bild ). Diese beziehen sich auf Betriebsmittel, Verbraucher und Netzmerkmale. Die eingestellten Werte wirken wie eine Kopiervorlage auf das zu entwerfende Netz und dessen Stromkreise. Hinweise zu den sachlichen Elektropraktiker, Berlin 58 (2004) 6 471 BETRIEBSFÜHRUNG Planungssoftware für die Energieverteilung Die Zeit für eine Planung von Anlagen zur Energieverteilung in Zweck- und Industriebauten wird immer kürzer. Höhere Anforderungen an die Qualität der Projektierungsunterlagen bei zunehmend komplexeren Anlagen sowie ein schwer durchschaubares Vorschriftenwerk müssen von der Fachkraft gehandhabt werden. Unter diesen Bedingungen ist der Einsatz geeigneter Hilfsmittel [1] wie z. B. die im Beitrag vorgestellte Planungssoftware Simaris design unerlässlich. Hauptmenü mit geöffnetem Beispielprojekt Tafel Systemanforderungen CPU Pentium II 350 MHz oder gleichwertig RAM ab 128 MByte Betriebssystem Windows 98/NT 4.0/2000/XP Festplattenplatz 300 MByte Sonstiges Grafik mit mind. 1024 x 768 Pixel Monitor ab 17", Drucker CD-ROM-Laufwerk TCP/IP-Protokollstapel installiert MS-Word und MS-Excel Zusammenhängen (Bild ) und Dropdown-Listen erleichtern die Auswahl der Einstellungen. Einspeisung Die Einspeisung kann wahlweise aus dem MS-Netz oder NS-Ortsnetz erfolgen. Bei Speisung aus dem MS-Netz lässt sich die gesamte MS-Anlage bis hin zu den Gehäusen planen. Verteiler und Verbraucher An die NS-Hauptverteilung lassen sich wahlweise weitere Verteiler, ortsfeste oder ortsveränderliche Verbraucher sowie Kondensatoren anschließen. Für neu hinzugefügte Zweige gelten zunächst die bei den „Vorgaben“ hinterlegten Einstellungen. Fehlende Eingaben, z. B. Kabellängen, zeigt das Netzbild an. Im Formular des Stromkreises (Bild ) können sie nachgetragen werden. Ausgehend von diesem Formular sind Änderungen an allen Vorgaben für die Betriebsmittel und bei den Stromkreis-Eigenschaften möglich, die dann nur für den konkreten Zweig wirksam sind. Dimensionieren Wenn die Anlagenstruktur entworfen ist und alle Verbraucher angegeben sind, dann dimensioniert das Programm die Gesamtanlage einschließlich der Auswahl der konkreten Betriebsmittel. Die Berechnung kann je nach Anlagengröße und PC einige Minuten dauern. Nach diesem Arbeitsschritt kann sich der Bearbeiter von der Einhaltung der Selektivität in den verschiedenen Zweigen des Netzes überzeugen. In diesem Programmteil können auch Einstellungen an den Schutzeinrichtungen vorgenommen werden. Ergebnisse Mit der Auswahl der Betriebsmittel erfolgt automatisch die Festlegung der Gehäuse. Das im Bild dargestellte Beispielergebnis verdeutlicht die erhebliche Arbeiterleichterung durch die Planungssoftware. Im Ergebnis des Entwurfes entstehen nicht nur Netz- und Verteilerbilder, sondern das komplette Leistungsverzeichnis und die Kalkulation. Die Netzbilder können zudem direkt mit dem CAD-Programm Felix-CAD weiter bearbeitet werden. Felix CAD speichert Zeichnungen im Bitmap-Format oder als DWG- bzw. DXF-Datei. Somit sind die Netzbilder praktisch grenzenlos weiterverarbeitbar. Handhabung und Hilfe Das Programm ist übersichtlich strukturiert und für jeden, der über ausreichende Fähigkeiten im Umgang mit Windows-Programmen ver-Elektropraktiker, Berlin 58 (2004) 6 472 BETRIEBSFÜHRUNG Globale Vorgaben minimieren den Eingabeaufwand Auswahl der Verlegeart fügt, mit vertretbarem Aufwand erlernbar. Das rund 125 Seiten umfassende Online-Handbuch ist gut gegliedert und inhaltlich so gestaltet, dass vor allem die Einarbeitung unterstützt wird. Seitens des Anbieters werden bundesweit kostenlose Einführungsseminare angeboten, in denen vorwiegend fachliche Details vermittelt werden. Dabei ist derjenige im Vorteil, der schon erste Erfahrungen im Umgang mit der Demoversion gesammelt hat. Für registrierte Programmanwender steht zu den üblichen Bürozeiten eine Hotline zur Verfügung. Zur Vertiefung der Kenntnisse auf dem Gebiet der Netzplanung werden zudem mehrtägige kostenpflichtige Seminare (www.siemens.de/sitrain) angeboten. Fazit Mit Simaris design steht ein Werkzeug von beeindruckender Leistungsfähigkeit und Komplexität zur Verfügung. Das Programm beinhaltet Module für die Netzplanung, Dimensionierung und Auswahl der Betriebsmittel, Kalkulation und Erstellung nahezu aller für die Bauvorbereitung nötigen Unterlagen. Die Durchgängigkeit der Lösung verringert den manuellen Aufwand deutlich, wobei gleichzeitig die Qualität der Anlagendokumentation entscheidend verbessert wird. Mit Blick auf den Leistungsumfang und den zu erwartenden Produktivitätsgewinn ist die Schutzgebühr von 985,- Euro für eine Einzelplatzversion und 2 485,- Euro für eine Mehrplatzversion (an einem Standort) gerechtfertigt. Das Produkt ist vor allem für Planungsbüros und größere Handwerksbetriebe geeignet. Darüber hinaus bietet sich der Einsatz im Rahmen der Ausbildung von Meistern und Ingenieuren an. Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung erhalten Lizenzen auf Anfrage zu Sonderkonditionen. Literatur [1] Möbus, H.: Instrom Pro - Planungssoftware für Elektroinstallationsanlagen. Elektropraktiker Berlin 58(2004)2, S. 117-119. [2] Wohlgenannt, W.: Planen und Errichten von Energieverteilungen. Elektropraktiker Berlin 58(2004)3, S. 217-219. H. Möbus Elektropraktiker, Berlin 58 (2004) 6 Erfassungsmaske für einen Stromkreis Gehäuse werden entsprechend den Vorgaben dimensioniert
Autor
- H.Möbus
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