Normgerechte Einbindung
In der EN 50173 Informationstechnik – Anwendungsneutrale Kommunikationskabelanlagen Teil 1 bis 6 [1-6] werden Regeln definiert, wie die passive Verkabelungsinfrastruktur für Datennetze in einem Gebäude auszuführen ist. Neben dem allgemeinen Teil 1 [1] wird in den Teilen 2 bis 6 die Umsetzung in Abhängigkeit konkreter Nutzungen/Gebäudetypen beschrieben:
Teil 2 – Bürogebäude [2]
Teil 3 – Industriell genutzte Bereiche [3]
Teil 4 – Wohnungen [4]
Teil 5 – Rechenzentrumsbereiche [5]
Teil 6 – Verteilte Gebäudedienste [6]
Normenlage
ISO/IEC 11801 und TIA/EIA 568 xx
Die Europanorm EN 50173 ist bis auf kleine Details identisch mit der weltweiten Norm ISO/IEC 11801 [7]. Daneben gibt es noch eine weitere Richtlinie der Industrie für den nordamerikanischen Markt: TIA/EIA 568 xx. Diese unterscheidet sich in einigen Punkten von den vorstehend aufgeführten Normen – seien es abweichende übertragungstechnische Grenzwerte für die Übertragungsstrecken oder das Präferieren von ungeschirmten Datenkabeln. Den nachfolgenden Betrachtungen liegt immer die EN 50173 zugrunde.
Weitere wichtige Normen
Im Folgenden noch der Hinweis auf einige wichtige Normen, die bei der Planung von Datennetzen neben weiteren Normen und Richtlinien, die im Teil 1 der EN 50173 nachgeschlagen werden können, zu berücksichtigen sind:
EN 50174 [8]: Informationstechnik – Installation von Kommunikationsverkabelungen (aus drei Teilen bestehend)
EN 50310 [9]: Telekommunikationstechnische Potentialausgleichsanlagen für Gebäude und andere Strukturen
EN 61935 [10] und ISO/IEC 14763: Normenreihen zur Messung der Übertragungseigenschaften von Kupferverkabelung und Lichtwellenleiterverkabelung (aus drei Teilen bestehend)
Grundstruktur nach Teil 1 der EN 50173
Ein häufig realisierter Aufbau ist der im Teil 2 der EN 50173 [2] beschriebene für Bürogebäude. Letztendlich leiten sich aber alle Strukturen, wie sie in den Teilen 2 bis 6 beschrieben sind, aus der Grundgliederung gemäß Teil 1 der Norm ab (Bild 1). Diese Struktur wird nachfolgend am Beispiel des Aufbaus in Bürobereichen gemäß Teil 2 der EN 50173 näher betrachtet.
Begriffe
Zunächst werden Definitionen für wichtige Bezeichnungen gegeben:
Primärbereich: Gelände- oder auch Campusverkabelung zwischen den Gebäudeverteilern (GV) und dem oder den Standortverteilern (SV)
Sekundärbereich: Verkabelung zwischen Gebäude- und Etagenverteilern (EV), auch Steigebereichs- oder vertikale Verkabelung genannt
Tertiärbereich: Etagenverkabelung oder auch horizontale Verkabelung hin zum Teilnehmer
Lichtwellenleiter
Literatur
DIN EN 61935-1 (VDE 0819-935-1):2010-07 Spezifikation für die Prüfung der symmetrischen und koaxialen informationstechnischen Verkabelung Teil 1: Installierte symmetrische Verkabelung nach der Normenreihe EN 50173. n
DIN EN 50310 (VDE 0800-2-310):2020-06 Telekommunikationstechnische Potentialausgleichsanlagen für Gebäude und andere Strukturen.
DIN EN 50174-1 (VDE 0800-174-1):2020-10 Informationstechnik Installation von Kommunikationsverkabelung Teil 1: Installationsspezifikation und Qualitätssicherung.
ISO/IEC 11801-1:2017-11 Informationstechnik Anwendungsneutrale Verkabelung von Standorten Teil 1: Allgemeine Anforderungen
DIN EN 50173-6 V(DE 0800-173-6):2018-10 Informationstechnik Anwendungsneutrale Kommunikationskabelanlagen Teil 6: Verteilte Gebäudedienste.
DIN EN 50173-5 (VDE 0800-173-5):2018-10 Informationstechnik Anwendungsneutrale Kommunikationskabelanlagen Teil 5: Rechenzentrumsbereiche.
DIN EN 50173-4 (VDE 0800-173-4):2018-10 Informationstechnik Anwendungsneutrale Kommunikationskabelanlagen Teil 4: Wohnungen.
DIN EN 50173-3 (VDE 0800-173-3):2018-10 Informationstechnik Anwendungsneutrale Kommunikationskabelanlagen Teil 3: Industriell genutzte Bereiche.
DIN EN 50173-1 (VDE 0800-173-1):2018-10 Informationstechnik Anwendungsneutrale Kommunikationskabelanlagen Teil 1: Allgemeine Anforderungen.
DIN EN 50173-2 (VDE 0800-173-2):2018-10 Informationstechnik Anwendungsneutrale Kommunikationskabelanlagen Teil 2: Bürobereiche.
Weitere Bilder
- I. Kreidler
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