Licht- und Beleuchtungstechnik
Nachgefragt bei ep-Autor Reinhard Schnor: Biologische Lichtwirkungen und ihre technische Umsetzung
ep5/2016, 1 Seite
355 Ganz Vorne Elektropraktiker, Berlin 70 (2016) 5 | www.elektropraktiker.de Eine große Bereicherung für unser Fachgebiet Biologische Lichtwirkungen und ihre technische Umsetzung Human Centric Lighting - also Licht für das Wohlbefinden des Menschen - gehört zu den zentralen Zukunftsthemen der Beleuchtungstechnik. Unser Autor Reinhard Schnor hat sich ausführlich mit dieser Thematik befasst. Der zweite Teil seines Fachbeitrags zeigt in dieser Ausgabe auf, wie sich das Grundlagenwissen auch normengerecht umsetzen lässt und was Planer und Errichter dabei berücksichtigen sollten. Herr Schnor, viele unserer Leser kennen vor allem Ihre Beiträge zu Lampen, Betriebsgeräten oder EU-Regu larien. Was hat Sie gereizt, sich intensiv mit dem biologisch wirksamen Licht zu befassen? R. Schnor: Mich begeistert neben der eigent lichen Lichttechnik vor allem der interdiszipli näre Ansatz. Denn es geht bei einer biologisch wirksamen Beleuchtung nicht nur um Lux und Lumen, sondern ebenso um medizinischbiologische Faktoren. Auch Fragen einer ent sprechend gestalteten Innenraumarchitektur spielen eine wichtige Rolle oder die Kennwerte der spektralen Transmission bei Verglasun gen. Alles in allem kann man das biologisch wirksame Licht als große Bereicherung unse res Fachgebiets ansehen. Mit der Thematik sind aber gleichsam zahlreiche Herausforde rungen verbunden - sowohl für die Industrie als auch für die Planer und Errichter solcher Anlagen. Wie ist der vorliegende Beitrag konkret entstanden? R. Schnor: Eigentlich sollte es „nur“ ein Bericht vom 3. Praxisforum „Biologische Lichtwirkun gen“ in Weimar werden. Am Tagungs ende wurde mir aber klar, dass das ausschließliche Skizzieren von Vortragsinhalten wenig sinnvoll ist - vor allem mit Blick auf die praktische Umsetzung. Solche für die Planer und Errich ter wichtigen Belange kann man von einer mehr wissenschaftlich geprägten Veranstal tung einfach nicht erwarten. Die Teilnahme an einer Informationsveran staltung zum biologisch wirksamen Licht bei der Fa. Trilux brachte dann ergänzend zu Weimar wichtige Erkenntnisse und Hinweise. Bei diesem Seminar wurde das Umsetzen des Grundlagenwissens praxisorientiert und „machbar“ aufgezeigt. Im Folgenden befasste ich mich schließlich mit den Spezifikationen DIN SPEC 5031-100 und DIN SPEC 67600, über deren wesent liche Inhalte in dieser Ausgabe berichtet wird. Ziel war es, mit dem Beitrag ein „handhabbares Werkzeug“ für den Planer und Praktiker an bieten zu können, also: Was steht wo, wie wird es geplant und wer hat geeignete Pro dukte? Zu den weiteren Recherchen gehörten Gespräche mit Fachkollegen sowie das Ab stimmen notwendiger Details mit der Redak tion. Es war schließlich das dritte Konzept, das nunmehr dem Beitrag zugrunde liegt. Der erste Teil erschien im April-Heft und befasste sich im Wesentlichen mit der angesprochenen Tagung. In dieser Ausgabe geht es nun darum, wie sich das Grundlagenwissen auch nor mengerecht umsetzen lässt. Wir haben ein wenig im Archiv gestöbert. Im ep 2/1981 fanden wir einen Beitrag von Ihnen mit der Überschrift „Pflanzenkulturen unter künstlichem Licht“. Im Prinzip ging es schon damals um die biologische Wirkung von Licht. R. Schnor: Ja, aber seinerzeit standen nicht Menschen, sondern eben Pflanzen im Mittel punkt. Allerdings sind einige Erkenntnisse durchaus übertragbar. Während meiner Tätigkeit in der Lampenindus trie war ich von Beginn an auf dem Gebiet der Anwendungstechnik tätig. Dabei ergaben sich die ersten „biologischen Kontakte“ in den 1970er Jahren bei der Zusammenarbeit mit einigen landwirtschaftlichen Instituten. Für deren Gewächshäuser und Klimakammern mussten leistungsstarke und spektral geeignete Lampen gefunden und erprobt werden. Ge meinsam stellten wir fest, dass eine Halogen-Metalldampflampe mit 1000 W (4-Kompo nentenlampe) die besten Ergebnisse erzielte, später folgten dann auch Na-Hochdruck lampen mit 400 W. Gut erinnere ich mich an Ergebnisse eines Institutes für Getreide forschung in Bernburg (Sachsen-Anhalt), das unter den optimierten Bedingungen der Be leuchtung (Lichtfarbe, Intensität) im Gewächs haus vier Ernten pro Jahr bei Sommergerste erzielte. Mit daran beteiligt gewesen zu sein, machte auch etwas stolz. Und schon damals ging der besondere Reiz von der interdiszi plinären Zusammenarbeit und der konkreten technischen Umsetzung aus. n Lesen Sie dazu den Beitrag „Bio logische Lichtwirkungen - norma tive Grundlagen für die Planung und Errichtung“ ab Seite 384. ep-Autor Reinhard Schnor und Chefredakteur Rüdiger Tuzinski besprechen Details des Fachbeitrages Quelle:
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