Betriebsführung
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Nutzfahrzeuge
Mit defensivem Fahren Unfälle vermeiden
ep11/2010, 3 Seiten
Ausrüstung von Pick-up-Ladeflächen Der Fahrzeugeinrichter bietet ebenfalls neu eine Lösung zur optimierten Nutzung der Ladeflächen von Pick-ups. Meist bieten diese vorn zwar eine schicke und bequeme Allrad-Doppelkabine, während die Ladefläche aber nur von hinten zugänglich ist. Ein neuer Schubboden mit mehreren sehr langen Heck-Schubladen nutzt nun den Raum der Pick-Up-Ladefläche optimal aus (Bild a). Ist dieser idealerweise mit einem Hardtop-Aufbau ergänzt, der auch den seitlichen Zugriff über Klappen erlaubt, lässt sich der Schubladenboden nach oben mit weiteren Modulen ausbauen. Die Ideen gehen nicht aus Die speziell für kleine Lieferwagen konzipierte Simpleco-Regalreihe von Sortimo (Bild ) eignet sich auch für die Selbstmontage. Als Weiterentwicklung der Globelyst-Reihe will Sortimo nun die Nachfolger-Generation Globelyst-M Mitte 2011 auf den Markt bringen. Auch das neue System stellt eine sinnvolle Kombination der Materialien Stahl, Alu und Kunststoff in einer Einrichtungsserie (Bild , a, dar. Neue - fast weiße Langgutwannen aus Faserverbund-Kunststoff überzeugen durch ihr geringes Gewicht bei gleichzeitig hoher Festigkeit. Insgesamt ist das Design der M-Reihe etwas heller und wirkt dadurch freundlicher. Neu ist ebenfalls ein in die Pfosten integriertes Verzurrsystem für Pro-Safe-Zurrgurte (Bild b). Diese zeichnen sich durch einen leicht einzuklinkenden Flachhaken aus, der die Ladungssicherung zwischen den Regaleinbauten sehr vereinfacht. Ergänzt wird dieses Zurrsystem durch neu entwickelte Bodenschienen, die das Niederzurren erleichtern. Ein Blick in die Zukunft Einen kleinen Einblick in die fernere Zukunft der Fahrzeugeinrichtung gab Sortimo für Interessierte in einem extra vor neugierigen Blicken abgeschirmten „Space-Room“. Fotografieren war hier nicht erlaubt, deshalb nur so viel: „Spacig“ daran wird allenfalls die eine oder andere versteifende Wabenstruktur in Plastik. Die Fahrzeugeinrichtung bleibt im Grunde eine Regalkonstruktion - wird aber noch bedeutend leichter und auch ein bisschen schöner... R. Domina Konsequenzen für den Unternehmer Auf durchschnittlich alle 300000 gefahrene Kilometer ist ein Unfall und auf alle 600000 sogar ein Unfall mit einem Personenschaden zu verzeichnen - so die Aussagen der Statistik. Das erscheint zunächst wenig. Die Fakten beweisen jedoch, dass damit gravierende Auswirkungen für Unternehmer und Mitarbeiter verbunden sein können. Verkehrsunfälle haben meist schwere körperliche Schäden zur Folge. Abgesehen von dem persönlichen Leid jedes Betroffenen, entstehen für die Unternehmer bei Wege- und Dienstwegeunfällen zum Teil erhebliche Kosten wie: · Lohnfortzahlung · Leistungsausgleich durch andere Mitarbeiter · erhöhte Versicherungskosten bei Dienstfahrzeugen · verminderte Leistung bei längerem Ausfall (Einarbeitung) · Unfallbearbeitungskosten · verdeckte Kosten wie z. B. Rufschädigung der Firma - meist in kleineren Städten oder ländlichen Gebieten und ggf. damit verbundene Kundenverluste. Die Kosten der BG ETEM für die Wege- und Dienstwegeunfälle machen allein zwei Drittel aller Kosten für Entschädigungsleistungen aus. Verkehrssicherheitskurs Der Verein Linowsee hat daher einen Verkehrssicherheitskurs konzipiert. Das wichtigste Ziel des Kurses besteht darin, die Teilnehmer in drei Tagen davon zu überzeugen, dass es Sinn macht, defensiv zu fahren. Es sprechen viele Vorteile für eine defensive Fahrweise wie z. B.: · in erster Linie das verminderte Unfallrisiko sowie · geringerer Kraftstoffverbrauch durch die ebenso vermittelte ökonomischere Fahrweise · damit verbundener geringerer Verschleiß am Fahrzeug · weniger Stress, was sich im Verhalten von Mitarbeitern gerade im Kundenservice positiv auswirkt. Es ist auch unumstritten - Forschungsergebnisse zeigen es - eine sicherheitsbewusste Fahrweise im Straßenverkehr ist untrennbar mit einem sicheren Verhalten in der Arbeitswelt und im Privatbereich verbunden. Es gibt hier eine Wechselwirkung. BETRIEBSFÜHRUNG Elektropraktiker, Berlin 64 (2010) 11 914 Mit defensivem Fahren Unfälle vermeiden Die täglichen Meldungen zum Unfallgeschehen auf der Straße sind kaum dazu angetan, erzieherisch im Interesse einer rücksichtsvolleren und ungefährlicheren Fahrweise einzuwirken. Um Unternehmer und deren Mitarbeiter vor den gravierenden Folgen aus Verkehrsunfällen zu schützen, bietet die BGETEM, Schulungsstätte Linowsee, ein Verkehrssicherheitstraining an. Im Mittelpunkt des Programms steht das defensive Fahren. Aus dem Kursprogramm 1. stets mit min. 3 s Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und mit Licht fahren. 3. 8- bis 10-mal blinken beim Überholen auf Autobahnen 4. auf Autobahnen stets auf der rechten Spur im rechten Drittel fahren 5. an Ampelkreuzungen stets eine Autolänge Abstand zum vorderen Fahrzeug halten 6. Richtgeschwindigkeit von 130 km/h trotz Freigabe auf Autobahnen einhalten 7. die angegebenen Geschwindigkeiten immer als die höchstzulässige Geschwindigkeit betrachten 8. vorm Einsteigen einmal um das Auto laufen - Autocheck 9. permanenter Schulterblick beim Abbiegen Weitere Informationen unter: www.linowsee.de a Neuer Schubboden mit sehr langen Heck-Schubladen für Pick-Up-Ladeflächen Das leichte Regalsystem mit den L- und S-Boxen findet bereits in vielen Transportern Platz Foto: ep Ansprechende Optik des neuen Systems Globelyst-M a Sehr praktisch - die transparenten Einschübe Foto: ep b Neues Zurrsystem erhöht die Sicherheit Fotos: Domina Bedenken ausräumen Der Kurs ist für Versicherte der BGETEM kostenlos. Doch oftmals ist die Auffassung bei Unternehmern und Mitarbeitern verbreitet, dass man bereits gut fährt und schließlich noch nie einen Unfall gehabt hat. Das wird durch diese Umstände bestärkt: 1. Die Illusion der eigenen Unverletzlichkeit und eigenen Unfehlbarkeit ist in keinem anderen Tätigkeitsfeld so hoch wie im Straßenverkehr. 2. Permanentes erfolgreiches Wiederholen von sicherheitswidrigem Verhalten führt zwangsläufig zu gefestigten Gewohnheiten. 3. Das Risiko, im Straßenverkehr von einem Unfall getroffen zu werden, ist relativ gering. Zudem fehlt meist die Zeit, um Mitarbeiter für solche Kurse freizustellen. Dennoch gibt es gute Gründe für ein Fahrtraining. Das Sicherheitskonzept Dem Konzept des Sicherheitstrainings liegen wichtige Überlegungen zugrunde. Zunächst gilt es, mit der völlig falschen Auffassung aufzuräumen, dass ein Tag auf dem Verkehrsübungsplatz ausreicht, um das eigene Fahrzeug in Grenzsituationen zu beherrschen (Bild ). Sich der eigenen Reflexe bewusst werden Meist tritt das Unfallereignis plötzlich und unerwartet ein - z. B. Wild auf der Fahrbahn. Die Reaktionszeit liegt dann normalerweise im Bereich von 1/10 bis zu einer 1 s. Reflexe, erlernte oder unbewußte Verhaltensweisen bestimmen dann die Situation - z. B. die folgenden Reflexe: · Augenlidreflex. Fährt z. B. ein entgegenkommendes Fahrzeug durch eine Pfütze, sodass die Windschutzscheibe mit Wasser bespritzt wird, schließt man stets sofort die Augen und zieht den Kopf zurück. · Nachgreifen beim Herunterfallen von Gegenständen. Fällt die Zigarette herunter, so fasst derjenige sofort nach und achtet in diesem Moment nicht auf den Straßenverkehr. · Abducken oder wegziehen des Kopfes. Das geschieht beispielsweise, wenn ein dünner Ast die Windschutzscheibe trifft. · Herumziehen des Lenkrades bei einem plötzlich auf die Fahrbahn springenden Wild. Dieses Verständnis ist vor allem im Straßenverkehr lebenswichtig. Nicht ohne Grund trainieren beispielsweise die Verteidiger im Fußball jahrelang anhand von Videoaufzeichnungen, sich auf die verschiedenen „Tricks“ der Stürmer entsprechend einzustellen, um schnell darauf reagieren zu können. Dies ist aber nur bedingt erlernbar. Im Straßenverkehr sind solche Verhaltensweisen erst recht nicht beherrschbar, da jede Situation anders ist und völlig unerwartet eintritt. Die erlernten und unbewussten Verhaltensweisen können nur mit einem permanenten, der jeweiligen Situation angepassten Training verändert werden. Von defensivem Fahren überzeugen Das Allerbeste ist es, mit einer defensiven Fahrweise gar nicht erst in gefährliche Situationen zu kommen (vgl. Kursprogramm - ausgewählte Punkte). Aber die Teilnehmer von der Richtigkeit und den Vorteilen dieses Fahrstils zu überzeugen, gestal-BETRIEBSFÜHRUNG Einen Tag lang wird auf dem Übungsplatz unter extremen Bedingungen trainiert KAISER Elektroinstallations-Systeme . www.kaiser-elektro.de .Tel.+49 (0)2355.809.61 Unterputz . Hohlwand . Betonbau . Einbaugehäuse . Erdung . Kabelverschraubungen . Werkzeuge . Energieeffizienz . Brandschutz . Schallschutz . Bauen im Bestand kai1010ep KAISER Schallschutzdose · Erhält die Schallschutzfunktion in der Wand · Auch nachträgliche Installation · Einbau bis 5-fach-Kombination · Auch gegenüberliegender Einbau Ruhe hinter der Wand. Schallschutz GET Nord, Hamburg Halle B5, Stand 312 ep: Herr Schüler, Sie bemängelten bisher oft, dass durch beidseitige Regalsysteme im Fahrzeugraum zu wenig Bodenfreiheit vorhanden ist. Was halten Sie von dem Simpleco-System? L. Schüler: Es ist richtig, ich lege großen Wert auf genügend Platz am Fahrzeugboden. Insofern bin ich von dem Regalsystem (Bild ) recht positiv überrascht. Da die Regale im oberen Bereich angebracht werden, hatte ich diesmal unten mehr Platz zum Transport größerer Teile. ep: Mehr Platz am Fahrzeugboden - das bedeutet aber auch weniger Regalfläche. Konnten Sie dennoch alles gut und vor allem übersichtlich verstauen? L. Schüler: Diese Ausstattung mit den vorhandenen Ablageflächen erwies sich für unsere tägliche Arbeit während der einmonatigen Testzeit als völlig ausreichend. Wir konnten unsere Arbeitsmittel und -geräte übersichtlich unterbringen und zudem komfortabel darauf zugreifen. Darüber hinaus waren ebenfalls genügend Möglichkeiten zur Ladungssicherung am Fahrzeugboden vorhanden. Leider hatte man irrtümlicherweise für den Test die falschen Spanngurte mitgeliefert. Interessant wäre es für mich auch gewesen, einmal den neuen Sicherheitsmontageboden Sobogrip auszuprobieren. ep: Haben Sie weitere Hinweise oder Wünsche in Hinblick auf einen längerfristigen Einsatz? L. Schüler: Ja, in der Tat vermissen wir nach wie vor geeignete Lagermöglichkeiten für Kabel und angefangene Kabelrollen. Dafür wäre aus meiner Sicht eine abgetrennte Gitterbox ideal - befestigt in einer Ecke des Fahrzeugs. Darüber hinaus ist es auf größeren Baustellen von Vorteil, wenn wir für unsere Messgeräte verschließbare Boxen verfügbar hätten. BETRIEBSFÜHRUNG Elektropraktiker, Berlin 64 (2010) 11 916 Für den ep von Schüler getestet Fahrzeugausrüstung Schon dafür routiniert testete Elektromeister Lars Schüler nun zum 3. Mal einen Transporter für den ep (Bild ) auf den Straßen Berlins und im Umland. Doch nicht nur der Peugeot Partner, sondern vor allem auch die Simpleco-Ausrüstung von Sortimo stand im Fokus seiner kritischen Begutachtung. Fahrzeugtyp: Peugeot Partner - 1,6 l HDI Kastenwagen L1H1 Motor: Diesel-Motor, 90 PS/66kW Listenpreis: etwa 15300 Euro zzgl. MwSt., Angaben Sortimo: 14350 Euro zzgl. MwSt., zusätzliche Ausstattung: 214 Euro für Trennwand und 476 Euro für Radio Regalsystem mit Boxen - platzsparend und gut zugänglich Praktisch - die herausnehmbare L-Box Gesamtnote „Gut“ vergab Elektromeister Schüler am Ende des Tests für Fahrzeug und Ausrüstung Fotos: ep Durch die seitliche Schiebetür passen auch größere Teile Daten des Testfahrzeugs tet sich immer wieder schwierig. Daher legt man seitens der Schulungsstätte ebenso Wert darauf, ausführlich auf menschliche Verhaltensweisen - psychische Prozesse und Persönlichkeit, die Ursachen des Sekundenschlafes usw. - sowie auf die Inhalte des defensiven Fahrens einzugehen. Darüber hinaus erfolgt die praktische Demonstration dieser Fahrweise im realen Straßenverkehr - Landstraße, Kleinstadt, Autobahn und Berlin. Ein ganzer Tag ist für Fahrübungen auf einem Übungsplatz vorgesehen. Trainiert werden vor allem · Slalomfahrten · Schlagbremsungen · Kreisbahn · Bremsen auf unterschiedlichen Belägen. Behandelt werden dabei auch Themen wie · theoretische- und praktische Inhalte zur Ladungssicherung und Fahrphysik · Selbstrettung und Verhalten nach einer Rettung · Rettung anderer Personen. Geschwindigkeit als entscheidendes Kriterium Bei den Fahrübungen geht es vor allem darum zu verdeutlichen, dass die Geschwindigkeit das alles entscheidende Element ist, was den Ausgang einer gefährlichen Situation bestimmt. Zur Unterstützung gibt es eine kursbegleitende DVD. Einfluss von Alkohol. Seit 2010 steht den Teilnehmern für die sinnvolle Abendgestaltung ein „Wiener Testsystem“ zur Verfügung. Bei den Übungen können die Teilnehmer zweifelsfrei erkennen, welche negativen Auswirkungen der Alkohol - selbst nur ein Glas Bier - auf das Reaktionsvermögen hat. Erfolgreiches Praxis-Beispiel. Positiv sind ebenfalls die Erfahrungen auf der A 24 (Berlin-Hamburg). Hier wurde im Jahr 2003 die Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h begrenzt - im Bereich Kreuz Havelland bis Kreuz Wittstock - und gleichzeitig ein Überholverbot für Lkw festgelegt. Die Unfälle gingen bereits 2003 um etwa 46 % zurück und es gab 91 Verletzte weniger. B. Enzenroß
Autor
- B. Enzenroß
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