Betriebsführung
Licht-Portale im Internet - besser planen und verkaufen
ep9/2003, 2 Seiten
Reale Beleuchtungssituation verkaufsfördernd nutzen Die Beleuchtung im Innen- und Außenbereich ist in vielen Fällen von Normen und Vorschriften geregelt. Vor allem dort, wo es um die Sicherheit und die Gesundheit geht, z. B. im Straßenverkehr oder am Arbeitsplatz, bilden diese Vorschriften die Grundlage der Lichtplanung. Hier spielen vor allem technische Parameter eine Rolle. Der Planer errechnet beispielsweise, mit welcher Anzahl einer bestimmten Leuchtenart mit spezifischen Leuchtmitteln die vorgeschriebene Lichtmenge erreicht wird. Vor allem im Bereich der Architektur aber auch im Privatkundenmarkt spielt neben der Technik die Emotion eine große Rolle. Licht als Atmosphäre oder auch Ausdrucksmittel wird hier unter anderen Gesichtspunkten geplant als im rein technisch bestimmten Anwendungsfall. Für technisches und emotionales Licht ist jedoch eine Simulation realer Beleuchtungssituationen von Vorteil. Zum einen spart sie Planungsaufwand, zum anderen verschafft sie eine Vorstellung von Licht, die im Kundengespräch verkaufsfördernd sein kann. Für diese Vorwegnahme der Realität werden Software-Programme genutzt. Immer komplexer und anwenderfreundlicher sind auch Internet-Portale geworden, die vor allem durch Herstellern von Lampen und Leuchten angeboten werden. Praktisches Wissen für viele Anwendungsfälle Die Fördergemeinschaft Gutes Licht (FGL) bietet neben ihren zahlreichen Publikationen zum Thema Licht einen umfangreichen Internet-Auftritt. Unter www.licht.de werden in der Rubrik „Lichtanwendung“ 36 Anwendungen beschrieben (Bild ). Es finden sich hier Antworten auf folgende Fragen: · Welche Lampen und Leuchten eignen sich für welchen Beleuchtungszweck? · Was ist bei der Planung zu beachten? · Welche lichttechnischen Normen gelten, was schreiben sie vor? In den komprimierten Informationen zu den einzelnen Beleuchtungssituationen sind weiterführende Links geschaltet, die es ermöglichen, einen schnellen Überblick über lichttechnische Grundlagen zu gewinnen. Hierfür wird ein Licht-Lexikon genutzt. Beratungsinstrument für Handwerker und Planer Wie zu Hause kann man sich auf der Homepage von Philips Licht fühlen (Bild ). Hier gibt es auf der Homelighting-Seite mit „Leben mit Licht“ und „Beleuchtung im Haus“ zwei Rubriken, in denen man seinen Alltag in bestimmten Räumen nachstellen kann und dazu die passende Beleuchtung auswählt. Hierfür stehen jeweils vier Lichtquellen zur Verfügung, die unterschiedlich bestückt und gedimmt werden können. Dieses Angebot von Philips Licht unter www.philips.de/licht ist ein Beratungsinstrument, das Handwerker oder Planer dazu nutzen, ihren Kunden realitätsnah den Einsatz unterschiedlicher Leuchten und Lampen vorzuführen. Besuch im virtuellen Lichthaus Zu einem Rundgang im virtuellen Lichthaus wird unter www.osram.de/lightatwork eingeladen (Bild ). Hier kann der Besucher unterschiedlichste Lichtszenarien individuell erzeugen. Er informiert sich über das Thema Licht im Allgemeinen, kann an Beleuchtungsverbesserungen arbeiten oder an speziellen Lichtlösungen für das eigene Umfeld experimentieren. Das virtuelle Lichthaus eignet sich so für den privaten aber auch für den gewerblichen Bereich. Es hat insgesamt zehn Räume. In den Räumen selbst bieten sich 27 Varianten der Lichtgestaltung: Von drei verschiedenen Standplätzen im Zimmer aus lassen sich jeweils drei unterschiedliche Lichtlösungen abrufen, die untereinander nochmals kombinierbar sind. Auf alle 10 Räume bezogen, gibt es also 270 verschiedene Möglichkeiten, Licht zu gestalten, zu erleben und auch zu verstehen. Den Start bilden jeweils Panoramabilder, die der Besucher selbst über die Computermaus steuern kann. Vergleichen lässt sich das mit Innenaufnahmen per Videokamera. Dabei kann sich der Betrachter frei im Raum drehen und so die berechnete Lichtwirkung aus an- Elektropraktiker, Berlin 57 (2003) 9 678 BETRIEBSFÜHRUNG Licht-Portale im Internet - besser planen und verkaufen Die riesige Vielfalt an Lichtanwendungen und die oft diffuse Vorstellung über „das richtige Licht“ erschweren die Kundenberatung. Mit faszinierenden Licht-Portalen im Internet stehen Handwerk und Planern nützliche Helfer kostenlos rund um die Uhr zur Seite. Für das Thema „Licht zu Hause“ lassen sich auf der Homepage von Philips Licht detailierte Beleuchtungsszenen animieren Mit Light@work bietet die Homepage von Osram ein virtuelles Lichthaus für den privaten und gewerblichen Kunden Mit dem Light Scout auf www.erco.com kann der Licht-Profi virtuelle Leuchten für die Simulation realer Lichtverhältnisse erstellen Die Homepage der Fördergemeinschaft Gutes Licht (FGL) bietet einen umfassenden Beratungsbereich für 36 Beleuchtungssituationen deren Perspektiven studieren. Dies ist auch das Hauptanliegen des virtuellen Lichthauses: Die jeweilige Gesamtwirkung der Lampen-Leuchtenkombination im Raum soll realitätsnah vermittelt werden. So findet der Besucher schließlich seine individuelle Lösung. Darüber hinaus werden ihm in der Rubrik „Tipps und Tricks“ Informationen zur Beleuchtung speziell für diesen Raum geliefert. Digitale Arbeitsabläufe in der Planung unterstützen Mit dem „Light Scout“ auf www.erco.com werden Architekten und Lichtplaner in ihren Planungsprozessen unterstützt (Bild ). Dies wird geleistet durch umfangreiche Informationen, z. B. Projektreportagen, allgemeine Planungstipps, virtuelle Leuchten, Datenblätter und Planungsdaten zu Erco-Produkten. Positive Resonanz kommt von Planerseite: „Für die Planung und Visualisierung der neuen Beleuchtung des Brandenburger Tores in Berlin arbeiteten wir intensiv mit virtuellen Leuchten von Erco“, berichtete das Lichtplanungsteam von Kardorff Ingenieure, Berlin. „Die vorgesehenen Positionen wurden mit Leuchtendaten gerechnet, da diese im Internet vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden. Es ist erstaunlich, welche Anschaulichkeit diese Visualisierung erreicht. Die Qualität der Simulation“, davon ist man bei Kardorff überzeugt, „hat entscheidend zu unserem Wettbewerbssieg beigetragen.“ Auf der Suche nach Anregungen oder wenn ein erster Lichtentwurf auf Qualität und Realisierbarkeit überprüft werden soll, finden Planer im „Ratgeber“-Bereich des Light Scout wertvolle Tipps von den physikalischen Grundlagen der Beleuchtung bis hin zu Lösungsvorschlägen für konkrete Beleuchtungssituationen. Zur fotorealistischen Darstellung von Lichtwirkungen bietet der Light Scout digitale Leuchtendaten, die durch Labormessungen an realen Leuchten ermittelt wurden. Darüber hinaus können Leuchten in digitaler Form, bei Programmen wie Autodesk VIZ4 auch per Drag & Drop, herunterladen und in CAD-Modelle eingefügt werden. Um die Illustration des Beleuchtungskonzeptes noch anschaulicher zu gestalten, kann der Planer außerdem Produktbilder herunterladen und in die Präsentation einarbeiten. Die Funktion „Merkzettel“ im Light Scout ermöglicht es, aus dem gesamten Informationsangebot einzelne Seiten als Links zu einer Liste zusammenzustellen, um sie beispielsweise an Kunden oder Interessenten per E-Mail weiterzugeben. Branchenlösungen für Profis Mit speziellen Branchenlösungen unterstützt Zumtobel Staff Lichtplaner bei der Kundenberatung (Bild ). Für folgende Branchen sind unter www.zumtobelstaff.de Animationen und Verkaufsargumente verfügbar bzw. in Vorbereitung: · Büro und Bildung · Industrie und Technik · Präsentation und Verkauf · Kunst und Kultur · Sport und Freizeit · Hotellerie und Gastronomie · Verkehrsbauten und Parkhäuser · Health & Care · Sicherheit und Vertrauen · Active Light. In den einzelnen Präsentationen spiegelt sich der Anspruch des Herstellers wider, mit innovativen Lichtlösungen ergonomischen, ökonomisch-ökologischen und ästhetischen Mehrwert zu schaffen. Der Planer profitiert dabei in Form von kundennahen Beratungsintrumenten in unterschiedlichsten Branchenlösungen. Vieles von dem, was in den Branchenlösungen als Verkaufsargumente genannt wird, lässt sich sicher in der Praxis verwenden. Zumindest gibt es die Richtung an, in der eine erfolgreiche Beratung laufen sollte. Hier beispielsweise Argumente aus der Branchenlösung „Shop“: · Wer seine Kundinnen krank aussehen lässt, hat bald Schwindsucht in der Kasse! · Fällt der Kaufentscheid vorm Schaufenster oder im Showroom? Im falschen Licht der Umkleidekabine kippt er jedenfalls wieder. · Bläulich kalt ist schick und gelblich warm lieb, und beides braucht der Mensch vom Wunsch zum Kauf. · Das eine Licht ist für die Ware, das andere für die Menschen, und wenn beide nicht zusammenkommen, entsteht kein Geschäft. Diese Beispiele zeigen, dass es genügend Argumente für professionelles und gutes Licht gibt. Oft geht es nur darum, sie richtig und gezielt und vor allem ohne Scheu einzusetzen! R. Lüders Elektropraktiker, Berlin 57 (2003) 9 Für den professionellen Lichteinsatz finden sich auf der Homepage von Zumtobel Staff spezielle Branchenlösungen
Autor
- R. Lüders
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