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Blitz- und Überspannungsschutz

Kundenberatung - Elektroinstallation mit Mehrwert: Blitz- und Überspannungsschutz

ep10/2005, 4 Seiten

Schnäppchen in Baumärkten laden geradezu den privaten Bauherren zum Selbermachen ein. Häufig denkt er dabei nicht an wichtige technische Anforderungen, die mit der Elektroinstallation auch noch nach 10 Jahren erfüllt werden sollten. Für den Elektromeister gilt es daher, sich sein Geschäftsfeld mit solider Leistung und kompetenter Beratung beim Kunden zu sichern.


hend schon bei der Auswahl der Kleidung durch Trageversuche eingebunden werden. Die Schutzwirkung der gesamten Kleidung kann beim Kombinieren mit weiteren ungeprüften, z. B. privat erworbenen Kleidungsstücken schnell aufgehoben werden. Darauf sollte unbedingt geachtet werden, wenn mehrere schädigende Einwirkungen oder Risiken zu berücksichtigen sind. Ein weiteres Problem sind Verschmutzungen der Kleidung. Flammhemmende Eigenschaften von Kleidungsmaterialien können z. B. schnell durch Verunreinigungen reduziert, wenn nicht sogar aufgehoben werden. Auf eine regelmäßige Reinigung entsprechend der Herstellerhinweise ist deshalb unbedingt zu achten. Jedes Kleidungsstück enthält nach EN 340 eine Kennzeichnung, auf der das verarbeitete Material und empfohlene Waschverfahren angegeben sind (Bild ). Beschädigte Schutzkleidung darf nur entsprechend der Herstellerhinweise repariert und in vielen Fällen sogar nur durch autorisierte Werkstätten instand gesetzt werden. Angebots-Checkliste Es sollten mehrere Angebote eingeholt und auf Basis einer Checkliste miteinander verglichen werden. Dabei ist der Träger der Schutzkleidung mit einzubeziehen. Individuelle Lösung kontra Standardinstallation Die individuellen Kundenwünsche bei der Nutzung elektrischer Geräte und elektrischer Energie ändern sich ständig. Dem gegenüber steht die Maßgabe, dass die Elektroinstallation eines Gebäudes in ihrer grundlegenden Form für mehr als ein Vierteljahrhundert Bestand haben soll. Diesen scheinbar unüberwindbaren Interessenskonflikt gilt es durch das Elektrohandwerk zur Zufriedenheit des Kunden zu lösen. Hier bietet sich dem Elektrohandwerk die Chance, Kundenbedürfnisse zu ermitteln und weitere zu wecken, um dann die geeigneten Lösungsvorschläge anzubieten. Dazu ist es allerdings notwendig, bereits frühzeitig im Gespräch mit dem Kunden seine tatsächlichen Wünsche zu erfragen. Dabei interessiert ihn die technische Umsetzung wenig. Für ihn ist der Gebrauchswert der Lösung wichtig. Dies beinhaltet also weit mehr, als dem Kunden nur die Kosten für eine Installation vorzurechnen - eine aktive Beratung ist hier gefragt. Schlüsselstellung des Elektrohandwerks Die mögliche Leistungsspanne des Elektrohandwerks ist dabei äußerst breit. Sie reicht von A wie Automatisierungssysteme über B wie Blitzschutz bis hin zu Z wie Zeiterfassung. Das sollte jedem Elektrohandwerker verdeutlichen, dass den Fachbetrieben heute praktisch eine Leitfunktion in der Gebäudetechnik zufällt. Egal ob Heizung, Telekommunikation, Sicherheitstechnik, Empfangsanlagen oder EDV-Verkabelung: In all diesen Bereichen - neben der klassischen Verteilung von Elektroenergie, - ist der Elektrohandwerker als Fachmann und Berater gefragt. Leider sind sich noch nicht alle Fachleute dieser Schlüsselstellung bewusst. So kommt es, dass sich der Leistungsumfang vieler Elektrohandwerksbetriebe im Verlegen von Leitungen und Einbau von Steckdosen, Schaltern, Leitungsschutzschaltern und Fehlerstromschutzschaltern erschöpft. Selbst dabei wird oft nicht einmal der Mindestausstattungsgrad von Wohnungen erreicht. Wenn nun der Vorsatz zur Erweiterung des Geschäftes gefasst ist, wo und wie lässt sich ansetzen? Zum Spezialisten profilieren Das Sommerhalbjahr jedes Jahres ist die Hauptsaison für Gewitter und damit für Schäden an Gebäuden und elektrischen Geräten. Damit sind ständig hohe finanzielle Verluste verbunden, die nur zum Teil über Versicherungspolicen kompensiert werden. In diesem Bereich bieten sich ideale Ansatzpunkte für den Elektroinstallateur, sich als Spezialist zu profilieren und seinen Kunden ein Mehr an Sicherheit zu verkaufen. Fachkenntnisse erwerben. Grundvoraussetzung für die richtige fachliche Beratung des Kunden ist zunächst erst einmal der Erwerb fachlich-technischer Kenntnisse für dieses Geschäftsfeld. Für den Bereich des Blitz- und Überspannungsschutzes bietet die Elektroindustrie vielfältige Möglichkeiten zur Aneignung dieser Fachkenntnisse an. Diese reichen von speziellen Seminaren bis hin zu detaillierter Fachliteratur. Gleichzeitig sollte der Elektrofachmann klar für sich herausarbeiten, welchen Kundennutzen bestimmte technische Lösungen bieten. Kunden kaufen vordergründig Funktionalität, Komfort und Sicherheit, aber keine bestimmten technischen Komponenten. Ein Elektromeister, der bisher hauptsächlich mit der Installation von klassischen Anlagen zur Energieverteilung in Gebäuden befasst war, wird sicherlich gut daran tun, sich in neue Geschäftsfelder vorzuarbeiten, die auch in unmittelbarem Zusammenhang mit seinem bisherigen Geschäft stehen. Leistungsangebot bekannt machen. Um die Kunden auf das neue Leistungsangebot aufmerksam zu machen, können zunächst mit einer gezielten Aktion erst einmal die Stammkunden der Firma angespro-Elektropraktiker, Berlin 59 (2005) 10 768 BETRIEBSFÜHRUNG IM ÜBERBLICK Checkliste für Angebotseinholung · Auflistung der Gefährdungen, die in Zusammenhang mit den im Unternehmen ausgeführten Tätigkeiten auftreten können · Beurteilung, für welche Gefährdungen eine Schutzkleidung erforderlich ist · Konkretisierung der Anforderungsparameter (z.B. Temperatur, Störlichtbogenklasse etc.) · Erstellung der Anfrage mit Normenverweis und Anforderungsparametern · Prüfzertifikate vom Hersteller bestätigen lassen · Information beim Hersteller bezüglich der Risken beim Kombinieren unterschiedlicher Kleidungsstücke Literatur: [1] PSA-Benutzungsverordnung (PSA-VO), EWGRL 656/89, vom 20.12.96 [2] BGV A1 „Grundsätze der Prävention“, Ausgabe 01/2004 [3] BGV A3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“, aktualisierte Nachdruckfassung 01/ 2005 [4] RSA „Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen“, ISBN 3-7812-1552-0,12/2001 [5] BGR 189 „Einsatz von Schutzkleidung“, aktualisierte Nachdruckfassung 10/2004 [6] DIN EN 340 „Schutzkleidung - Allgemeine Anforderungen“, 03/2004 [7] DIN EN 342 „Schutzkleidung; Kleidungssysteme zum Schutz gegen Kälte“, 09/2004 [8] DIN EN 343 „Schutzkleidung gegen Regen“, 11/2003 [9] DIN EN 470-1 „Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren; Teil 1: Allgemeine Anforderungen“, 06/1998 [10] DIN EN 471 „Warnkleidung; Prüfverfahren und Anforderungen“, 12/2003 [11] DIN EN 533 „Schutzkleidung; Schutz gegen Hitze und Flammen; Materialien und Materialkombinationen mit begrenzter Flammenausbreitung“, 2/1997 [12] DIN EN ISO 15025 „Schutzkleidung; Schutz gegen Hitze und Flammen; Prüfverfahren für die begrenzte Flammenausbildung“, 02/2003 [13] DIN EN 50286 (VDE 0682 Teil 301) „Elektrisch isolierende Schutzkleidung für Arbeiten an Niederspannungsanlagen“, 05/1999 [14] DIN EN 100015-1 „Grundspezifikation: Schutz von elektrostatisch gefährdeten Bauelementen; Teil 1: Allgemeine Anforderungen“, 06/1993 [15] IEC 61482-Normenreihe „Schwer entflammbares Material für Bekleidung - Thermische Wirkung des Störlichtbogens“ [16] IVSS D1 „Leitlinie für die Auswahl von persönlicher Schutzausrüstung gegen thermische Auswirkungen durch einen Störlichtbogen“, ISBN 3-9807576-2-5 J. Jühling Kundenberatung - Elektroinstallation mit Mehrwert Blitz- und Überspannungsschutz Schnäppchen in Baumärkten laden geradezu den privaten Bauherren zum Selbermachen ein. Häufig denkt er dabei nicht an wichtige technische Anforderungen, die mit der Elektroinstallation auch noch nach 10 Jahren erfüllt werden sollten. Für den Elektromeister gilt es daher, sich sein Geschäftsfeld mit solider Leistung und kompetenter Beratung beim Kunden zu sichern. Empfohlene Waschverfahren Elektropraktiker, Berlin 59 (2005) 10 769 chen werden. Auch hierfür gibt es bei den Herstellern der Branche geeignete Werbemittel, die der Elektrobetrieb nutzen kann. Das betrifft z. B. Briefbeileger/Flyer, die mit einem Firmenstempel versehen, auf das erweiterte Leistungsspektrum des Handwerksbetriebes hinweisen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Verbreitung dieser Werbebotschaft, die in jedem Fall auch an die lokalen Gegebenheiten angepasst werden sollten: z. B. als Beileger für Rechnungen, im Rahmen einer gezielten Mailing-Aktion, als Postwurfsendung oder als Beileger zur Tageszeitung im Einzugsgebiet des Handwerksbetriebes. Versicherungspolice - keine aktive Schutzmaßnahme Versicherungen sollen vor den finanziellen Folgen im Schadensfall schützen. Sie können jedoch nicht die Gefahren des Alltages, die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Schadensereignisses und die damit verbundenen Folgeschäden abwehren. Dennoch vermittelt eine Versicherungspolice seinem Besitzer oftmals das Gefühl, sehr viel für die Gefahrenabwehr im täglichen Leben getan zu haben. Dem ist aber praktisch nicht so. Erst eine technische Schutzmaßnahme kann die Eintrittswahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses aktiv beeinflussen. Diesem Spannungsfeld wird sich auch der Elektrohandwerker in seinen Beratungsgesprächen zum Blitz- und Überspannungsschutz ausgesetzt sehen. Argumente gut vorbereiten Hier gilt es, im Gespräch die richtigen Argumente zur Hand zu haben. Privatkunden. Der Haupteinwand von Privatkunden wird neben dem Hinweis darauf, dass der Blitz- und Überspannungsschutz für private Wohngebäude nicht bindend gefordert ist, der Verweis auf die Wohngebäude- und vor allem die Hausratversicherung sein. Beim Argument: „Überspannungsschäden werden von der Hausratversicherung bezahlt“ sollten die Überlegungen des Kunden auf folgende Punkte gelenkt werden, um ihm die Notwendigkeit von zusätzlichen technischen Schutzmaßnahmen zu verdeutlichen: · Die Police ist dahingehend zu prüfen, inwieweit die mögliche Schadenssumme pro Schadensereignis nach oben begrenzt ist. · Überspannungsschäden sind in Hausratversicherungen nur durch die Ursache Blitzschlag abgedeckt. · Oft genug kommt es vor, dass Versicherungen die Regulierung Hinweis auf mögliche Schaltüberspannungen aus dem Netz des Energieversorgers verweigern. · Auch weisen die Netze der Energieversorger heute weit weniger technische Reserven auf als noch vor 10 Jahren. Mit Überspannungen aus dem öffentlichen Versorgungsnetz muss man daher tatsächlich rechnen. · Überspannungen aus Blitzentladungen können sich über das öffentliche Versorgungsnetz ausbreiten und in Entfernungen bis zu mehreren Kilometern vom Einschlagsort zu Schäden führen. Eine Regulierung der Schäden über die Hausratversicherung ist dann fast unmöglich. Gewerbliche Kunden. Gerade Kundschaft wie z. B. Anwaltskanzleien oder Arztpraxen bemühen gern das Ansatzpunkte zum Schutz elektrischer Geräte in Privathaushalten Foto: Dehn Tafel Schutzziele beim Überspannungsschutz Tafel Eigentumsabgrenzung bei der Installation von Schutzmaßnahmen Elektropraktiker, Berlin 59 (2005) 10 770 BETRIEBSFÜHRUNG Thema Versicherung um ihre Einwände zu untermauern: „Überspannungsschäden sind durch meine Elektronik-Versicherung abgedeckt.“ Auch hier gilt es geschickt dagegen zu argumentieren: „Eine Elektronik-Versicherung als Rundum-Sorglos-Paket ist sicher eine tolle Sache. Aber bitte bedenken Sie, dass mit dieser Police nur der reine Geräte-Schaden im Falle von Überspannungen abgedeckt ist. Folgeschäden durch z. B. Datenverluste bei Programmabstürzen sind damit nicht versichert. Das sind aber heute die meist kostspieligeren Schäden. Bitte überprüfen Sie daher nochmals die Versicherungsbedingungen Ihrer Elektronik-Versicherung. Besonders nach einem ersten Überspannungsschadensereignis werden zusätzliche Überspannungsschutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik gefordert.“ Wichtig ist es, das eigentliche Schutzziel für Blitz- und Überspannungsschutz im Gespräch nicht aus den Augen zu verlieren: Schutz vor Störung und Zerstörung elektrischer Anlagen und Geräte sowie die Abwendung eventueller Folgeschäden. Fotos: Dehn Schutzziel Bezeichnung der Anwendungsbeispiel Klassifizierung Schutzmaßnahme (Einbauort) der Schutzgeräte Schutz vor Schaltüberspannungen Endgeräteschutz SPD TyP 3 in der Verbraucheranlage (Überspannungsschutzadapter für und Schutz vor induzierten das zu schützende Endgerät oder fest Blitz- Überspannungen installierte Überspannungsschutzgerätein unmittelbarer Nähe der Steckdose Schutz vor Schaltüberspannungen Endgeräteschutz SPD Typ 3 in der Verbraucheranlage (Überspannungsschutzadapter für das in Kombination mit und Schutz vor induzierten Blitz- zu schützende Endgerät oder fest Überspannungsschutz Überspannungen für Geräte, installierte Überspannungsschutzgeräte für das informationsdie von unterschiedlichen Sys- in unmittelbarer Nähe der Steckdose) technische System temen versorgt werden (z. B. EDV-Netzwerke, Telekommunikationsgeräte, TV-Geräte, Radio) Schutz vor Schaltüberspannungen Überspannungsschutz SPD Typ 2 aus dem Versorgungsnetz im Verteiler und Schutz vor Überspannun- (Stromkreisverteiler) gen durch ferne Blitzeinschläge Schutz vor Blitzströmen oder Blitzschutz-Potentialausgleich SPD Typ 1 Blitzteilströmen bei einem (Hauptverteiler/Zählerplatz) direkten oder nahen Blitzeinschlag PRIVATKUNDE GESCHÄFTSKUNDE Schutzmaßnahmen in der Verbraucheranlage Objekt Blitz- und Potentialausgleich Überspannungsschutz Überspannungsschutz im Stromkreisverteier am Endgerät Gemietete Geschäftsräume Zustimmung der Eigentümergemein- in Absprache mit dem ohne Einschränkung möglich In einem Mehrparteiengebäude schaft/des Eigentümers erforderlich Eigentümer möglich mit Eigentümergemeinschaft oder einzelnem Eigentümer Eigene Geschäftsräume in bei Eigentümergemeinschaft ist ohne Einschränkung möglich ohne Einschränkung möglich einem Mehrparteiengebäude deren Zustimmung erforderlich mit Eigentümergemeinschaft oder in vollständig eigenem Besitz Gemietete Geschäftsräume in Absprache mit dem Eigentümer in Absprache mit dem ohne Einschränkung möglich in einem Gebäude ohne möglich Eigentümer möglich weitere Parteien Eigene Geschäftsräume ohne Einschränkung möglich ohne Einschränkung möglich ohne Einschränkung möglich im eigenen Gebäude Gemietete Wohnräume in Zustimmung der Eigentümergemein- in Absprache mit dem ohne Einschränkung möglich einem Mehrfamilienhaus mit schaft/des Eigentümers erforderlich Eigentümer möglich Eigentümergemeinschaft oder einzelnem Eigentümer Wohneigentum in einem Mehr- bei Eigentümergemeinschaft ist ohne Einschränkung möglich ohne Einschränkung möglich familienhaus mit Eigentümerge- deren Zustimmung erforderlich meinschaft oder in vollständig eigenem Besitz Gemietete Wohnräume in in Absprache mit dem Eigentümer in Absprache mit dem ohne Einschränkung möglich einem EFH, einer DHH oder möglich Eigentümer möglich einem RH Wohneigentum als EFH, DHH ohne Einschränkung möglich ohne Einschränkung möglich ohne Einschränkung möglich Elektropraktiker, Berlin 59 (2005) 10 771 Auf Gegenargumente eingehen - Lösungen erläutern So mancher Kunde erweist sich als technisch interessierter Laie und hat zum Thema Überspannungsschutz bereits schon seine eigene Lösung parat. Oftmals ist er auch vollmundigen Werbeversprechungen erlegen, wie z. B.: „Ich habe schon einen Blitz- und Überspannungsschutz in der Steckdosenleiste, die ich im Elektronik-Markt gekauft habe. Die war sehr preiswert.“ In diesem Fall sollte der Elektrohandwerker auf fachlichem Niveau argumentieren: „Ein wirksamer Blitz- und Überspannungsschutz besteht aus mehreren Stufen, damit die hohe Energie eines Blitzes wirksam abgeleitet werden kann. Eine Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz ist nur das letzte Glied in einem mehrstufigen Schutzsystem und stellt auf sich allein gestellt keinen umfassenden Schutz sicher.“ Eine weiterführende, detaillierte Erklärung der Schutzmöglichkeiten lässt sich anhand von Tafel geben. Hier ist eine Zuordnung der einzelnen Schutzmaßnahmen zu den bekannten Störphänomenen gegeben. Anhand dieser Tafel kann mit dem Kunden bereits eine Bedarfsanalyse für sein Schutzbedürfnis durchgeführt werden. Grundsätzlich sollte allen Einwänden oder Argumenten des Kunden Beachtung geschenkt werden, denn manchmal erwartet der Kunde von einer bereits vorhandenen Lösung mehr, als diese überhaupt zu leisten vermag: „Bisher ist bei uns noch nichts passiert und außerdem haben wir für Notfälle eine USV-Anlage installiert.“ Dann gilt es Aufklärungsarbeit zu leisten und die Wichtigkeit des Einbindens der vorhandenen technischen Lösung in ein Überspannungsschutzkonzept herauszustellen: „USV-Anlagen sind ein sehr wichtiger Teil zur Sicherung der Stromversorgung von EDV-Anlagen bei Versorgungsunterbrechungen. Überspannungen sind aber so kurzzeitig und energiereich, dass sie von einer USV-Anlage weder absorbiert noch ausgeregelt werden können. USV-Anlagen können selbst durch Überspannungen zerstört werden. Eine Vervollständigung des Sicherheitskonzeptes für die Stromversorgung durch Überspannungsschutz sollte deshalb unbedingt vorgenommen werden.“ Einsatz von Überspannungsschutzgeräten Anhand der Tafel müssen zunächst die Wünsche und das Schutzbedürfnis des Kunden ermittelt werden. Aus dieser Analyse ergeben sich direkt die einzusetzenden Schutzgeräte. Oftmals muss bei der Installation der Schutzgeräte in die bestehende Elektroanlage eingegriffen werden. Insbesondere bei Mietobjekten kann hier ein Interessenskonflikt zwischen Mieter und Vermieter entstehen, den es bereits im Vorfeld auszuräumen gilt. Der Kunde sollte auf mögliche Konfliktpotentiale (Tafel ) bei der Ausführung von Schutzmaßnahmen hingewiesen werden. Endgeräte, die an zwei oder mehreren unterschiedlichen Systemen betrieben werden, bieten den größten Angriffspunkt für induzierte Blitzüberspannungen. Auf den Schutz dieser Geräte ist besonderes Augenmerk zu richten. In Privathaushalten sind dies u.a.: · Komforttelefone, · DSL-Splitter, · PCs mit Internetanschluss, · SAT-Empfangsanlagen, · TV- und Radiogeräte. In gewerblich genutzten Objekten kommen zusätzlich zu den o.g. Geräten folgende Systeme und deren Komponenten als schützenswert in Betracht: · Telefonnebenstellenanlagen, · EDV-Netzwerke, · Gefahrenmeldeanlagen, · Betriebsdatenerfassungsgeräte, · Gebäudesystemtechnik. Weitere Ansatzpunkte zum Schutz elektrischer Geräte in Privathaushalten sind in Bild gezeigt. Egal welche elektrische Geräte geschützt werden sollen: Dem Kunden muss ein Nutzen seiner Investition vermittelt werden. Dieser besteht hauptsächlich in der Verminderung eines Schadensrisikos bei gleichzeitiger Verminderung einer möglichen Schadenshöhe. Fazit Auch die derzeit schwierige wirtschaftliche Situation bietet bei einer offensiven Bearbeitung des Marktes immer noch genügend Chancen für das Elektrohandwerk, Aufträge zu gewinnen. Mit einer gezielten Vermarktung von Lösungen zum Überspannungsschutz kann sich ein Elektrohandwerksunternehmen als Dienstleister profilieren und seine Marktpräsenz weiter ausbauen. P. Raab

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  • P. Raab
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