Intelligenter Wachschutz vom Elektrohandwerk
ep2/2002, 2 Seiten
Beratung steht am Anfang Vor allem in der „dunklen“ Jahreszeit ist der Wunsch nach Licht im Außenbereich besonders ausgeprägt. Gerade im Winter sind viele Lebenssituationen im Bereich des Wohnens mit Dunkelheit verbunden. Das beginnt am Morgen mit dem Gang aus dem Haus und endet mit dem spätabendlichen Heimkehren aus dem Kino. Dazwischen liegen viele Momente, in denen fehlendes Licht im Außenbereich doch sehr störend sein kann. Das Verschließen einer Tür, der sichere Gang über das Grundstück oder das Ein-und Ausparken des Autos sind ohne Licht zwar möglich aber nicht ratsam. Eine Außenbeleuchtung ist daher selbstverständlich. Mit einem Bewegungsmelder (Bild ) wird aus einer Grundversorgung jedoch eine Komfort- bzw. Sicherheitsschaltung. Mit seinem Einsatz wird die Außenbeleuchtung bedarfsgerecht ein-und ausgeschaltet. Nun soll es heute noch Neubau-Objekte geben, in denen Elektrohandwerker per Hand schaltbare Außenleuchten installieren. Meistens hört man dann das Argument der Kosten. Der wahre Grund ist aber eher die fehlende Beratung und das Nicht-Eingehen auf die Bedürfnisse des Kunden. Dieser Kunde wird früher oder später den Wunsch nach Automatikfunktionen haben. Aber wird er dann seinen Elektriker anrufen, der ihm ja einen Ausschalter an der Terassentür verkauft hat? Dieser Kunde ersteht dann vielleicht für 20 Euro einen Bewegungsmelder aus dem Baumarkt und ärgert sich dann jahrelang über Fehlfunktionen, etwa weil Nachbars Katze bei ihm die Mäuse jagt und 20mal am Abend das Terassenlicht eingeschaltet wird. Das Elektrohandwerk kann jedoch über den dreistufigen Fachvertrieb auf High-Tech-Produkte zurückgreifen, die fehlerfrei arbeiten, eine Vielzahl von Sonderfunktionen bieten und darüber hinaus teilweise in Top-Design (Bild ) angeboten werden. Das Angebot an Meldern ist sehr groß und erlaubt eine individuelle Beratung des Kunden (Tafel ). Wichtig für die Auswahl des richtigen Melders sind Einsatzort und -zweck. Um den richtigen Bedarf eines Kunden zu ermitteln, empfiehlt sich ein strukturiertes Vorgehen. Hierfür sind Checklisten bestens geeignet. Erfragen Sie damit vor allem die Lebenssituationen und die möglichen Orte, an denen Licht und Automatikfunktionen gewünscht werden. Denken Sie auch daran, dass es Anwendungen gibt, auf die der Kunde nicht von sich aus kommt. Nur wenn Sie sehr viele Informationen über die Ansprüche des Kunden haben, können Sie Mehrwertangebote entwickeln. Verschonen Sie Ihre Kunden mit technischen Details, soweit Sie nicht direkt eingefordert werden. Die Technik dient als Problemlösung und Sie sind der Problemlöser. Erst wenn Sie wissen, welche Aufgaben die Technik zu lösen hat, beschäftigen Sie sich mit Parametern wie Erfassungswinkel, Reichweite und Schaltleistung. Lösungen müssen Kundenprofil entsprechen Neben der Grundfunktion des Automatischen Schaltens von Licht gibt es viele variierende Anforderungen, die teilweise weit über die Standardlösung hinausgehen. Neben dem Komfort spielt hier vor allem die Sicherheit eine Rolle. Zwei von drei Wohnungseinbrüchen ereignen sich während der Dunkelheit. Bewegungsmelder können zwar keinen Einbruch verhindern. Sie haben vor allem eine psychologische Wirkung auf Einbrecher. Ihnen wird mit der Automatikfunktion die „Verborgenheit“ entzogen. „Jemand“ wird auf sie aufmerksam und das schreckt ab. Für ein professionelles Angebot genügt es jedoch nicht, einfach einen Bewegungsmelder an die Wand zu schrauben und dies dem Kunden als Sicherheitslösung zu verkaufen. Hier sind Fehlfunktionen und Frust beim Kunden vorprogrammiert. Fehlalarme führen dazu, dass statt mehr Sicherheit vor allem die Unsicherheit zunimmt. Betriebsführung Elektropraktiker, Berlin 56 (2002) 2 104 Intelligenter Wachschutz vom Elektrohandwerk Ein Wachmann, der immer vor Ort ist oder ein Wachhund, der nie schläft und das zu einem Preis von unter 150 Euro - diese Sicherheit gibt es beim Elektrohandwerk. Der Markt für Bewegungsmelder im Außenbereich umfasst ein Volumen von rund zehn Millionen Euro. Angesichts der Tatsache, dass das Thema Sicherheit und Komfort immer noch nicht von allen Elektrohandwerkern aktiv vermarktet wird, ist hier noch einiges an Wachstum möglich. Im Folgenden werden neben einer Auswahl an Geräten vor allem die Verkaufsargumente für dieses Segment vorgestellt. Ganz oben in der europaweiten Hitliste: der Busch Wächter ist der meistverkaufte Bewegungsmelder Foto: Busch Jaeger Anders als alle anderen Melder: der Tectiv 220° verbindet außergewöhnliches Design mit modernster Technik Foto: Gira Erkennt Freund und Feind: mit einem speziellen Spiegelsystem detektiert dieser Melder Haustiere. Leider gibt es diesen Melder nur in der Schutzart IP 41 Foto: Alarmcom Lässt sich nicht täuschen: bestückt mit modernen Prozessoren, kann der Melder nicht durch Fremdlicht (z.B. Taschenlampe) manipuliert werden Foto: Berker Eine Katze ist kein Einbrecher und muss daher als solche erkannt werden. Hier bieten sich Infrarot-Melder an, bei denen sich durch den Einsatz von Blenden bestimmte Erfassungsbereiche ausblenden lassen. Noch professioneller sind Infrarotmelder, die mit Hilfe einer speziellen Spiegeltechnik den Haustierschutz bieten. Der IR 120 (Bild ) erkennt durch den Einsatz einer Schwarzen Triplex-Spiegeloptik sicher Haustiere mit einem Gewicht von bis zu 40 kg. Auch der Unterkriechschutz und die Fremdlichtsicherheit (Bild ) spielen für den Meldereinsatz eine wichtige Rolle. Beim Thema Sicherheit kann man seinen Kunden auch vernetzte Lösungen anbieten. Hier sind Investitionen in Systeme möglich, die einen nachhaltigen Mehrnutzen generieren. So gibt es Bewegungsmelder, die über Funk einen Schaltbefehl absetzen und sich auch mit anderen Meldern vernetzen lassen (Bild ). Hier kommen vor allem Nachrüstungen in Betracht. Interessant ist auch die Anbindung eines Videomoduls an den Bewegungsmelder, das ebenfalls über Funk sendet. Auch wenn jeder moderne Bewegungsmelder über Zeitfunktionen verfügt, kann die Verknüpfung mit einer Zeitschaltuhr sehr sinnvoll sein. Erst recht interessant ist die Anbindung eines Bewegungsmelders in ein Bussystem. EIB-fähige Bewegungsmelder lassen Verknüpfungen mit der gesamten Haustechnik zu (Bild ). Die Anbindung eines Bewegungsmelders an eine Alarmanlage ist eher die Ausnahme. Gerade hier ist die Vermeidung von Fehlfunktionen besonders wichtig und oft schwer zu realisieren. Bevor ein Alarm ausgelöst wird, sollte die Wahrscheinlichkeit einer sicherheitsrelevanten Lage sehr hoch sein. Das heißt u.U. dass ein Melder einen ganz anderen Erfassungsbereich haben muss als für die Komfortfunktion Automatiklicht. Auch hier ist eine genaue Bedarfsanalyse sehr ratsam. Fazit Mit modernen Bewegungsmeldern stehen dem Elektrohandwerk viele „kleine Wachmänner“ zur Verfügung, die für jeden Bedarf eine entsprechende Lösung bieten. Vor der Auswahl der Technik kommt es darauf an, den richtigen Bedarf zu ermitteln. Daher steht die umfassende Beratung des Kunden am Anfang jeder High-Tech-Lösung. Für die Kundenberatung bieten die Hersteller von Bewegungsmeldern - soweit sie über den dreistufigen Fachvertrieb verkaufen - umfangreiche Unterstützung in Form von Broschüren, Checklisten und Werbemitteln. R. Lüders Betriebsführung Elektropraktiker, Berlin 56 (2002) 2 105 Hersteller Typ max. Erfassungs- Schalt- Extras Reichweite bereich vermögen* Berker/ Wächter 70° 8 x 11m 70° 1000 W (G) Funkanbindung Gira/ 1000 W (H) möglich Jung 750 W (N) Wächter 110° 25 x 16 m 110° 2200 W (G) 1000 W (H) Wächter 180°/10 20 x 10 m 180° 1000 W (G) 1000 W (G) 500 W (H) Wächter 180°/16 32 x 16 m 180° 2500 W (G) 2500 W (H) 1200 W (L) Wächter 240° 20 x 22 m 240° 2500 W (G) 2500 W (H) 1200 W (L) Berker Control 16 m 220° 2300 W (G) Busch Busch Wächter Funkanbindung Jaeger Master 90 HGL 12 x 6 m 90° 6A möglich Master 220 HGL 16 x 16 m 220° 16A Rückfeldüber-Master 280 HGL 16 m 280° 16A wachung ETS BEG LUXO- 12 m 40° - 90° 1000 W MAT 90 N (in 180°) Gira Tectiv 16 x 12 m 220° 2500 W (G) 2500 W (H) 1200 W (L) Jung Automatik-Wächter 16 m 220° 2300 W (G) Merten ARGUS 70 7 m 70° 500 W (H) als 12 V-Gerät 300 W (H) und als EIB-ARGUS 110 16 x 24 m 110° 3000 W (G) Sensor verfüg-2500 W (H) bar; Funk- und ARGUS 220 16 m 220° 3000 (G) Videoanbin-2500 W (H) dung möglich ARGUS 300 16 x 20 m 300° 3000 W (G) 2500 W (H) ARGUS 360 30 x 20 m 360° 3000 W (G) 2500 W (H) Züblin Infra Garde 200 LED 12 m 200° 2500 W optische 200 Plus 12 m 200° 1000 W Signalisierung 140 Plus 12 m 140° 1000 W 270 12 m 270° 1000 W * Lastarten: (G) Glühlampen (H) HV-Halogenlampen (N) NV-Halogenlampen (L) Leuchtstofflampen Multitalent: durch entsprechende Module ist dieser Melder über Funk vernetzbar und kann auch Videosignale aufnehmen und versenden Foto: Merten Bustauglich: den Argus 220 gibt es auch als EIB-Ausführung. Der Bewegungsmelder wird so zum Sensor für die gesamte Haustechnik Foto: Merten Tafel Leistungsmerkmale ausgewählter Bewegungsmelder für den Außenbereich
Autor
- R. Lüders
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