Sicherheitstechnik
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Elektrotechnik
Initiative will aktiven Einbruchschutz forcieren
ep10/2004, 1 Seite
Sicherheitssituation der Bürger verbessern Industrieverbände und Errichter stellen in Deutschland seit Jahren einen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern geringeren Ausstattungsgrad mit Sicherungstechnik fest. Mit der Aufforderung zu aktivem Einbruchschutz wollen die Initiatoren deshalb die objektive Sicherheitssituation und somit das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger verbessern. Auf diese Weise leistet die Aktion einen Beitrag zur Kriminalitätsbekämpfung und erschließt vorhandene Marktpotentiale. Die Initiative wird von dem „Programm Polizeiliche Kriminalprävention“ der Länder und des Bundes (Pro PK) unterstützt und von den folgenden Verbänden getragen: · Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) · Zentralverband Elektrotechnik-und Elektronikindustrie (ZVEI) · Bundesverband der Hersteller-und Errichterfirmen von Sicherheitssystemen (BHE) · Bundesverband Deutscher Wach-und Sicherheitsunternehmen (BDWS) · Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie (FV S+B) Sicherungstechnik schreckt Einbrecher ab Durchschnittlich alle zwei Minuten wird in Deutschlands privaten oder gewerblichen Räumen eingebrochen. Dabei entsteht ein materieller Schaden von jährlich rund 800 Mio. Euro. Versicherungen kommen zwar für die materiellen Schäden auf, sind aber nicht in der Lage, verschwundene Daten, gestohlene Kundenkarteien oder Gegenstände mit ideellem Wert zu ersetzen. Noch schwerer wiegen die oft langwierigen psychischen Folgeschäden von Einbruchopfern. Aktiver Einbruchschutz ist daher unerlässlich. Und er ist erfolgreich, denn mehr als ein Drittel aller Einbruchversuche scheitert heute an bereits vorhandener Sicherungstechnik. Dem Markt spürbare Impulse verleihen Vielen Eigenheimbesitzern oder Gewerbetreibenden sind Einbruchgefahren und mögliche Folgen eines Einbruchs nicht bewusst. So besteht beim Einbruchschutz im privaten Bereich oder bei kleinen Firmen wie Planungs-, Beratungs-, Versicherungsbüros, Kanzleien und Arztpraxen enormer Handlungsbedarf. Diesem Marktsegment will die Initiative spürbare Impulse verleihen. Deshalb ist erstes Anliegen, Privatpersonen und Gewerbetreibende für bestehende Gefahren zu sensibilisieren und sie zu motivieren, aktiv etwas für den Einbruchschutz in Haus, Wohnung und Büro zu tun. Eine umfassende Orientierungshilfe stellt die Website www.nicht-bei-mir.de dar. Hier finden Interessierte vielseitige Informationen, lernen Gefahrenpotentiale für Wohn- oder Geschäftshäuser kennen und bekommen einen Einblick in effektive Schutzmaßnahmen. Zur Übersicht über professionelle Anbieter dient eine Datenbank, in der Fachberater mit ihren Kontaktdaten erfasst sind und nach Leistungsspektrum sowie Qualitätskriterien katalogisiert werden. So können die am Einbruchschutz Interessierten schnell mit den in ihrer Nähe befindlichen Anbietern der Initiative in Verbindung treten. Im Portal sind außerdem Kontaktmöglichkeiten zu den polizeilichen Beratungsstellen und Verbänden sowie weitere hilfreiche Links integriert. Die Initiative plant auch regionale und lokale Aktionen. Inhalte der Initiative werden schrittweise in Aktivitäten der polizeilichen Beratungsstellen einfließen. Eine Wanderausstellung unter dem Titel „Krokodile, Geheimgänge und Zauberei - 4 000 Jahre Sicherheit“ präsentiert Einbruchschutz publikumswirksam. Originalexponate, Modelle und Fotos zur Geschichte des Eigentumschutzes gehören ebenso zum Konzept wie die spielerische Darstellung moderner Techniken. Die Ausstellung soll von Januar 2005 bis Dezember 2006 bundesweit in insgesamt zwölf Technik- oder Regionalmuseen gezeigt werden. Mitwirkung der Fachpartner Die Umsetzung von Schutzmaßnahmen ist abhängig von den konkreten Gegebenheiten vor Ort. Dabei reicht die zu beachtende Palette von der technischen Ausstattung der Gebäude über das Wohn- bzw. Büroumfeld bis zu den individuellen Wünschen von Besitzern und Mietern. Die intensive Einbindung von Sicherheitsfachberatern stellt deshalb ein weiteres zentrales Anliegen der Initiative dar. Sie sind die Experten, denen die potentiellen Kunden vertrauen können, wenn sie sich fachlich informieren und beraten lassen. Insofern sind an die Qualifikation von Partnerfirmen im Rahmen der Initiative Bedingungen geknüpft. Wer als Fachbetrieb Partner der Initiative werden möchte, kann den Nachweis der fachlichen Qualifikation erbringen und sich über die Beratungsinhalte sowie Maßnahmen der Initiative informieren. Jeder Fachpartner verpflichtet sich, die vorgegebenen Richtlinien einzuhalten. Damit wollen die Initiatoren die Berücksichtigung einheitlicher Standards ermöglichen. Die Fachpartner werden in eine Anbieter-Datenbank aufgenommen. Sie können alle Services der Initiative für das eigene Marketing nutzen. Bei den aufzuzeigenden Wegen des aktiven Einbruchschutzes durch Sicherheitsfachberater stehen nicht einzelne Produkte oder Dienstleistungen im Mittelpunkt, sondern es geht um situationsgerechte Gesamtlösungen und den Einsatz funktionssicherer Technik. Die Initiative „Nicht bei mir“ gibt Informationsmaterial heraus, bietet Orientierung im Markt für Einbruchschutz an und setzt zu einem späteren Zeitpunkt auch auf Aktionen vor Ort. Die Fachberater erhalten ein Informationspaket, damit sie leicht verständlich rund um den aktiven Einbruchschutz für Haus, Wohnung und Büro beraten können. Für die Fachpartner wird ein Beraterhandbuch zur Verfügung gestellt, das kundenorientiert und praxisnah die Palette möglicher Sicherheitsvorkehrungen präsentiert. Kundenorientierte Musterpakete - z. B. für Sicherungstechnik im Ein- oder Mehrfamilienhaus - stellen anschaulich dar, wie eine Mindestsicherung, eine Standardausführung oder eine Ausstattung bei erhöhtem Risiko dem jeweiligen Kundenbedarf entsprechen kann. Das Beraterhandbuch ist in die Kapitel · Einbruchgefahren, · Anwesenheitsschutz, · mechanischer Einbruchschutz, · elektronischer Einbruchschutz, · Wachdienste, · Beratung und Service untergliedert. Es behandelt darüber hinaus Maßnahmen zum Schutz vor Rauch, Gas und Wasser, bietet nützliche Tipps rund um die Verbraucherberatung und gibt Informationen zu Versicherungen. Am Schluss des Beraterhandbuchs wird das vorhandene Kampagnenmaterial vorgestellt und es werden Kontaktadressen und Websites empfohlen. Zur Weitergabe an den Kunden sind im Faltblatt der Initiative die wichtigsten Aspekte zum Thema Einbruch, Fehlurteile über Gefahren, Tipps zur Vorbeugung sowie Schutzmaßnahmen zusammengefasst. Dem Verbraucher bietet es eine erste Orientierung im vielfältigen Markt des Einbruchschutzes und hält Kontakte für die weitere Informationssuche bereit. Auf der Internetseite www.nichtbei-mir.de ist für die Fachpartner der Initiative ein zugangsgeschützter Expertenbereich vorgesehen. Hier stehen Hinweise zur aktiven Teilnahme sowie Download- und Bestellmöglichkeiten für Fachpublikationen oder Kampagnenmaterial zur Verfügung. Elektropraktiker, Berlin 58 (2004) 10 772 BRANCHE AKTUELL Initiative will aktiven Einbruchschutz forcieren Die Verbände der Sicherheitswirtschaft haben gemeinsam mit der Polizei eine herstellerneutrale Aufklärungskampagne zum Schutz von Bürgern und Gewerbetreibenden vor Einbruch, Brand- und Gasgefahren gestartet. Unter dem Motto „Nicht bei mir - Initiative zum aktiven Einbruchschutz“ weisen die Initiatoren auf Sicherheitslücken in Haus, Wohnung und Büro hin, informieren über wirksame Vorsichtsmaßnahmen und zeigen Wege zur fachlichen Beratung auf. Im Schnitt alle zwei Minuten wird in Deutschlands privaten oder gewerblichen Räumen eingebrochen. Mit der Aufforderung zu aktivem Einbruchschutz will die Initiative „Nicht bei mir“ die Sicherheitssituation und das Sicherheitsgefühl der Bürger verbessern.
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