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Veranstaltung | Elektrotechnik

IFA 2008 in Berlin - Größer, brillanter und beeindruckender

ep10/2008, 1 Seite

Gemessen an der Anzahl der Aussteller, der Größe der Ausstellungsfläche und der Breite des Sortimentes war die IFA 2008 die größte „Funkausstellung“ aller Zeiten. Aber diese Messe präsentiert heute viel mehr. Schon seit Jahren die internationale Leitmesse für Unterhaltungselektronik ist die IFA derzeit auf dem besten Weg, diese Rolle künftig auch für die Elektrohausgeräte zu übernehmen.


Erwartungen übertroffen Die Funkausstellung 2008 hat aus der Sicht des Veranstalters nahezu alle Erwartungen übertroffen. Mit 1245 Ausstellern aus 63 Ländern wurde ein neues Rekordniveau bezüglich der Anzahl und der Internationalität erreicht. Mit 122000 m2 vermieteter Ausstellungsfläche war diese Messe die flächengrößte in ihrer Geschichte. Ausländische Aussteller hatten einen Anteil von 63 %, es konnten Fachbesucher aus 126 Ländern registriert werden. Die Internationalität dieser Messe wird auch durch die Präsenz von über 6500 Journalisten aus 67 Ländern unterstrichen. Mit einem Ordervolumen von über 3 Mrd. Euro wurden die geschäftlichen Erwartungen von Handel und Industrie ebenfalls übertroffen. Bei den Besucherzahlen konnte in etwa das Vorjahresniveau von 220000 Interessierten gehalten werden. Die IFA 2008 hat in weiten Teilen das seit Jahren bewährte Konzept fortgeführt und sich als Plattform der Begegnung zwischen Industrie, Handel und Endkunden präsentiert. Aber mit zunehmender Größe wird der Spagat zwischen Endkunden- und Fachmesse auch für die Aussteller deutlich schwieriger. Die Größe der Messe hat sicher auch manchen Besucher vor Probleme gestellt, die nur durch den sprichwörtlichen „Mut zur Lücke“ zu bewältigen waren. Gleiches gilt für das anspruchsvolle Tagungs-und Rahmenprogramm sowie die vielen Showveranstaltungen. Breites Angebot Das Angebotsspektrum der IFA zeichnete sich schon in den Vorjahren durch eine enorme Breite und Vielfalt aus. Diesmal wurde dieser Aspekt durch die Hinzunahme der Elektrohausgeräte in einem eigenen Messebereich noch verstärkt und damit inhaltlich völlig neue Akzente gesetzt. Die IFA ist schon seit Jahren die internationale Leitmesse für die Consumer Electronics, und wenn man die aktuelle Entwicklung betrachtet, erscheint die Erwartung, dass ihr diese Rolle auch künftig bezüglich der Elektrohausgeräte zufallen dürfte, durchaus berechtigt. Für den Fachmann ist diese Kombination - zumindest oberflächlich betrachtet - etwas gewöhnungsbedürftig. Aber im Grunde genommen wird mit dieser Neuausrichtung der Messe eine Entwicklung vollzogen, die die großen Elektrohandelsketten längst realisiert haben. Dort findet man eben Flachbildschirme neben Waschmaschinen und Trocknern - und Computer und Navigationsgeräte neben Gefriertruhen. Diese Entwicklung ist nicht nur dem Konsumentenverhalten geschuldet, sondern resultiert vor allem aus der Technik an sich. Integration und Konvergenz Die Integration verschiedener Funktionen in einem Produkt ist nach wie vor ein unübersehbarer Trend. Dass man mit einem Mobiltelefon auch fotografieren kann, ist schon fast selbstverständlich. Gleiches gilt für den Rundfunkempfang und den Einsatz als Walkman. Größere Displays erlauben den TV-Empfang am Handy und die Nutzung als Navigationsgerät. Die vorgestellten TV-Geräte werden von Jahr zu Jahr nicht nur größer, flacher und wegen höherer Bildfrequenzen auch brillanter in der Darstellung, sondern durch die Integration eines Rechners auch vielseitiger nutzbar. Das Kürzel PCTV steht für diese Kombination. In Verbindung mit der IPTV-Technologie werden die klassischen Mediengrenzen mehr und mehr überwunden, und das Internet gelangt in jedes Wohnzimmer. Ein anderer Aspekt dieses Trends wurde anhand der Präsentation der Fa. Tobit deutlich. Der Anbieter der universell einsetzbaren Kommunikationslösung David ist in der Gebäudetechnik durch die Einbindung von Automationssystemen wie EIB/KNX und LON in ein solches System bekannt geworden. Auf der IFA präsentierte das Unternehmen mit Clipinc.fx eine neue Version ihrer Software zum Mitschneiden und „zeitversetzten“ Hören von Internetsendern. Bedienen mit Gesten Während man gegenwärtig noch daran gewöhnt ist, technische Geräte per Tastatur, Maus oder Touchpanel zu bedienen, arbeiten Forschungseinrichtungen der Industrie und der Fraunhofer-Institute daran, hierfür künftig neue Möglichkeiten zu erschließen. Neben der seit Jahren bekannten und nach wie vor gewöhnungsbedürftigen Spracheingabe setzt man neuerdings verstärkt auf die Nutzung von Gesten. Toshiba präsentierte eine kamerabasierte Lösung zur Programmbedienung durch Gesten mit einer Hand. Weitergehende Lösungsansätze wurden von Fraunhofer-Instituten unter den Stichworten „Gesture-ID“-Technologie und „iPoint Presenter“ (www.ipointpresenter.de) vorgestellt. Was auf den ersten Blick zunächst den Anschein technischer Spielerei hat, könnte sehr bald für Anwendungen im medizinischen Bereich, für Präsentationssysteme und öffentlich zugängliche Einrichtungen wie etwa Fahrkartenautomaten (Schutz vor Vandalismus) praktische Bedeutung erlangen. Wissenschaft und Technik Das technisch-wissenschaftliche Forum in der Halle 5.3 gehört zu den guten Traditionen der IFA. Getreu dem Motto „Erleben, was als nächstes kommt“ boten auch diesmal wieder Universitäten, die Fraunhofer-Institute und verschiedene Firmen Einblicke in aktuelle Forschungen rund um die Unterhaltungselektronik. Die Kombination von Fachausstellung und Diskussionsforum war insbesondere ein Anziehungspunkt für Fachbesucher. Zentrales Thema der Branche ist nach wie vor das interaktive Fernsehen, wobei als Übertragungsmedium das Internet genutzt wird. Ein neuer Schwerpunkt zeichnet sich mit der semantischen Analyse audiovisueller Inhalte ab. Was bisher auf der Basis textbasierter Suchmaschinen möglich war, soll künftig auch für Audiodateien möglich gemacht werden. Hier wurden insbesondere vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie verschiedene Lösungsansätze präsentiert, die sich zudem nicht nur für die Analyse von Audio-, sondern auch von Videodateien eignen und damit von erheblicher Relevanz für die Sicherheitstechnik sind. Unter dem Titel „Geräuschklassifikation im Smart Home“ präsentierten Diplomanden des Instituts für Informatik der Universität Potsdam einen neuen Lösungsansatz, der sowohl die Hausautomation als auch die Sicherheitstechnik berührt. H. Möbus Elektropraktiker, Berlin 62 (2008) 10 846 BRANCHE AKTUELL IFA 2008 in Berlin Größer, brillanter und beeindruckender Gemessen an der Anzahl der Aussteller, der Größe der Ausstellungsfläche und der Breite des Sortimentes war die IFA 2008 die größte „Funkausstellung“ aller Zeiten. Aber diese Messe präsentiert heute viel mehr. Schon seit Jahren die internationale Leitmesse für Unterhaltungselektronik ist die IFA derzeit auf dem besten Weg, diese Rolle künftig auch für die Elektrohausgeräte zu übernehmen. Erstmals war auf der IFA auch die Hausgeräte-Branche präsent Foto: Messe Berlin EP1008-844-851 19.09.2008 15:19 Uhr Seite 846

Autor
  • H. Möbus
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