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Veranstaltung | Elektrotechnik

IFA 2007 - Bunt, laut und schrill

ep11/2007, 1 Seite

Die IFA 2007 war bunt, laut und schrill, sie lässt sich aber auch durch Begriffe wie erfolgreich, kreativ, innovativ und vielfältig charakterisieren. Das Angebot an Produkten war geradezu überwältigend und selbst für den Fachmann wohl nur in Teilbereichen überschaubar. Der nunmehr jährliche Turnus dieser Messe wurde von Ausstellern und Besuchern gleichermaßen angenommen und auch das Elektrotechnikerhandwerk hat allen Grund, diese Messe mit Aufmerksamkeit zu verfolgen.


Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 11 954 BRANCHE AKTUELL Erwartungen erfüllt Die Internationale Funkausstellung (IFA) hat in diesem Jahr mit 1212 Austellern aus 32 Ländern und einem Plus an vermieteter Fläche von 12 % die Erwartungen der Veranstalter erfüllt. Mit rund 235000 Besuchern konnte auch hier eine deutliche Steigerung erreicht werden, auch wenn das eigentliche Ziel der Viertelmillion verfehlt wurde. Aussteller und Besucher haben die Messe durchweg positiv beurteilt. Die IFA hat einmal mehr den Spagat zwischen Endkunden- und Fachmesse bewältigt. Die Atmosphäre dieser Messe ist beeindruckend, völlig anders als die üblichen Fachschauen der Elektrotechnik. Das beginnt bei der Gestaltung der Stände und reicht bis hin zur Überflutung mit audiovisuellen Eindrücken (Bild ). Aber das ergibt sich eben aus dem Angebot dieser Messe. Zum Erfolg trägt bei, dass hier nicht nur den Herstellern, dem Handel und den Endkunden eine Plattform zur Begegnung geboten wird, sondern ebenso ein anspruchsvolles Tagungs- und Rahmenprogramm. Showveranstaltungen fanden an allen Tagen und in allen Hallen statt, und in diversen Sonderschauen wurden spezielle Themen in den Mittelpunkt gerückt. Breites Angebot Das Ausstellungsspektrum ist weit gefächert und reicht von der Audio-Video-Empfangs- und Wiedergabetechnik bis hin zu Halbleiter-Bauelementen. Dennoch war die Messe - soweit wie möglich - recht gut strukturiert und die Hallenbelegung auf die zu erwartenden Besucherströme abgestimmt. Consumer Electronic ist ein weit gefasster Begriff: Vieles, was auf der IFA präsentiert wurde, gehört zum Themenkreis der klassischen IT-Messen, wie etwa Laptops und Vernetzungstechnik, anderes wie etwa Kühlschränke und Kaffeemaschinen vermutet man eher auf einer Fachschau für Haushaltsgeräte. Aber hier wurde eben die Gunst der Stunde genutzt, um einem breiten Publikum auch diese Produkte zu offerieren. Laptops, Entertainment-PC und Netzwerkzubehör - angefangen vom DSL-Router bis zu Speichermedien - gehören inzwischen ebenso zur Audio- und Videotechnik wie zur IT. Die aus der Computer- und Netzwerktechnik sowie dem Internet bewährten Technologien dominieren heute die Übertragungs-, Empfangs-, Aufzeichnungs-, Speicher- und Wiedergabetechnik von Sprache (Radio) und Bildern (TV). Die meist mit Windows- oder Linux-Betriebssystemen ausgerüsteten Geräte unterscheiden sich zwar in Details der Hardwarekonfiguration und bei der Anwendungssoftware vom klassischen Büro-PC, die größten Unterschiede bestehen aber im Gehäuse und beim Monitor. Der PC für das Home Entertainment ist wohnzimmertauglich, verfügt über einen großen und breiten Flachbildschirm und statt eines Office-Paketes sind z. B. Programme installiert, mit denen gezielt Sendungen aufgezeichnet oder zeitversetzt angesehen werden können. Autos im Blickpunkt Neben dem Home Entertainment bildete die Ausstattung von Autos mit Audio- und Videotechnik sowie Navigationsgeräten einen eindeutigen Messeschwerpunkt (Bild ). Die ausgestellten Fahrzeuge waren vielfach dominierende Besuchermagnete in den verschiedenen Hallen. Ob mobile „Diskothek“, ob eingebauter Video-„Player“ oder „Gameboy“ für die „Kids“ auf den Rücksitzen des „Family-Vans“, alles konnte bewundert werden. Das Angebot an fest eingebauten und mobilen Navigationsgeräten mit Stauwarnern (TMC) war fast unübersehbar. Mehr und mehr werden diese Geräte mit zusätzlichen Funktionen ausgestattet. Auch hier ist ein Trend zu beobachten - der „Car-PC“. Exemplarisch dafür ist ein Gerät der Fa. Inperion, das Navigation, Multimedia-, Kommunikations- und Office-Funktionen in einem Gehäuse vereint. Forschung und Entwicklung Eine sehr interessante Veranstaltung fand mit dem technisch-wissenschaftlichen Forum (TWF) in Halle 5.3 statt, das unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung stand. Auf 2200 m2 wurde durch Firmen, Bildungs-und Forschungseinrichtungen gezeigt, woran gegenwärtig in den Labors gearbeitet wird, z. B.: · DVB und IPTV - Netze und Infrastrukturen · Interfaces - Usability, Displays und High Definition · Audio - DRM, DAB und mehr · MyMedia - Personalisierung, Interaktivität und Mobilität. Das zentrale Thema der Branche ist aber ganz offenbar das interaktive Fernsehen über Internet-Strukturen, kurz IPTV genannt. An vielen Beispielen wurde gezeigt, wie auf der Basis von Web-Technologien die klassischen audiovisuellen Medien in die modernen Kommunikationsstrukturen eingebunden werden können. Die Kombination aus Fachausstellung und Diskussionsforum (Talk im TWF) hat insbesondere Fachbesucher angezogen. Verschiedene, hier gezeigte Entwicklungen hatten direkten Bezug zur Hausautomation, wie etwa die Einbindung der Haussteuerung über den TV-Empfänger (Smart Living) oder die Sprachsteuerung von Technik. H. Möbus IFA 2007 in Berlin Bunt, laut und schrill Die IFA 2007 war bunt, laut und schrill, sie lässt sich aber auch durch Begriffe wie erfolgreich, kreativ, innovativ und vielfältig charakterisieren. Das Angebot an Produkten war geradezu überwältigend und selbst für den Fachmann wohl nur in Teilbereichen überschaubar. Der nunmehr jährliche Turnus dieser Messe wurde von Ausstellern und Besuchern gleichermaßen angenommen und auch das Elektrotechnikerhandwerk hat allen Grund, diese Messe mit Aufmerksamkeit zu verfolgen. IFA 2007 - an allen Tagen gut besucht Fotos: Messe Berlin Autos mit Navigationsgeräten und unfangreicher Audio-und Videotechnik gehörten zu den Besuchermagneten

Autor
  • H. Möbus
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