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Technische Gebäudeausrüstung | Energietechnik/-Anwendungen | Betriebsführung

Heizungstechnik (1)

ep7/2004, 2 Seiten

In dieser Beitragsserie werden die Kompetenzen eines modernen Elektrobetriebes dargestellt. Am Beispiel einer Badsanierung löst der „EP-Serienheld“ – Oskar Ohm – vielfältige Aufgaben. Hier zeigt der Elektromeister seinen Weg, die Mitarbeiter über das Thema „Fußbodenheizung“ zu informieren.


Flächenheizung Um die geplante Badsanierung bei Familie Fischer sachgemäß durchzuführen, schult Elektromeister Oskar Ohm seine Mitarbeiter in diesem neuen Geschäftsfeld. Die einzubauende Warmwasser-Fußbodenheizung zählt zu den Flächenheizungen (Bild ), referiert Oskar. Flächenheizung geben ihre Wärme überwiegend durch Wärmestrahlung an den Raum ab, man bezeichnet sie deshalb auch als Strahlungsheizung. Im Gegensatz zu Konvektions-Heizsystemen gibt es bei Flächenheizungen keine Staubverschwelungen und -aufwirbelungen. Da z. B. eine Fußbodenheizung gleichmäßig nach oben strahlt, wird die Raumluft nicht bewegt. Staubpartikel mit Allergenen werden nicht mit der Raumluft aufgewirbelt. Der Staub lagert sich auf dem Boden ab und kann dort problemlos entfernt werden. Darüber freuen sich besonders Menschen mit Allergien. Durch das gleichmäßige Temperaturprofil wird Feuchtigkeit entzogen. Das macht besonders Bakterien, Hausstaubmilben und Schimmelpilzen das Leben schwer. Fußbodenheizung Fußbodenheizungen bestehen aus „Heizschlangen“, die auf isolierende Styropor-Grundelemente im Estrich verlegt sind. Warmwasser-Fußbodenheizungen sind nach DIN EN 1264-1ff genormt. Sie zeichnen sich durch folgende Vorteile aus: · Keine sichtbaren Heizkörper. · Sehr hygienisch, da geringe Konvektion und deshalb wenig Staubaufwirbelung. · Warmer Fußboden und ausgeglichene Raumlufttemperatur. · Brennwertkessel und Wärmepumpen lassen sich wegen der niedrigen Heizwassertemperaturen besonders gut anbinden. Als nachteilig werden besonders folgende Gesichtspunkte angesehen: · Hoher Anschaffungspreis, je nach Ausführung. · Schwierige und teure Reparaturen bei Undichtheiten. · Träge Regelung. · Erhöhte Wärmeverluste nach unten, daher gute Dämmung erforderlich. Heizrohre Für die Warmwasser-Fußbodenheizung werden leicht biegbare Heizrohre verwendet: · Kupferrohre mit äußerem Kunststoffisoliermantel. · Präzisions-Stahlrohre mit äußerem Kunststoffisoliermantel. · Kunststoffrohre aus Polybuten (PB). · Kunststoffrohre aus Polypropylen Typ 2 (PP). · Kunststoffrohre aus vernetztem Polyethylen (PE-X). · Mehrschicht-Verbundrohre. Äußere Rohrdurchmesser betragen 11 mm bis 20 mm. Die Wanddicken der Kupfer- und Präzisions-Stahlrohre reichen von 0,8 mm bis 1 mm, die der Kunststoffrohre von 1 mm bis 2 mm. Sauerstoff-Diffusion. Früher bestand bei Kunststoffrohren die Gefahr der Sauerstoff-Diffusion. Durch die Molekularstruktur des alten Kunststoffrohres konnte Sauerstoff von außen in das Heizungswasser gelangen. Dort verursachte es an Eisenteilen Korrosion. Heute werden nur sauerstoffdichte Kunststoffrohre verwendet. Die Dichtheit wird durch eine Ummantelung gewährleistet, welche ein Eindringen von Sauerstoff verhindert. Auslegung Die Auslegung erfolgt in erster Linie nach der erforderlichen Auslegungswärmeleistung. Weitere wichtige Faktoren sind u. a.: · Verlegeabstand (VA) der Heizschlagen (im Bad 10 cm) · Teilfläche · Fußbodenoberflächentemperatur (im Bad 33 °C) · Spreizung · Spezifische Wärmeabgabe. Die Berechnung ist sehr komplex. Daher nutzt Oskar bei der Dimensionierung von Fußbodenheizungen ein Berechnungsprogramm, in das er alle erforderlichen Faktoren und Parameter eingeben kann. Der Anlagenaufbau von Fußbodenheizungsanlagen ist in Bild ersichtlich. Heizkreise Einzelraumlösung mit Multibox Rücklauftemperaturbegrenzer. Das Bad von Familie Fischer erhält einen neuen Fußbodenheizkreis, der an den Vor- und Rücklauf des Handtuchheizkörpers angeschlos-Elektropraktiker, Berlin 58 (2004) 7 562 BETRIEBSFÜHRUNG Heizungstechnik (1) In dieser Beitragsserie werden die Kompetenzen eines modernen Elektrobetriebes dargestellt. Am Beispiel einer Badsanierung löst der „EP-Serienheld“ - Oskar Ohm - vielfältige Aufgaben. Hier zeigt der Elektromeister seinen Weg, die Mitarbeiter über das Thema „Fußbodenheizung“ zu informieren. ELEKTRO PRAKTIKER MEISTERWISSEN Autor Jörg Veit ist Unternehmensbereichsleiter Elektro- und Gebäudetechnik am Elektro-Technologie-Zentrum (etz), Stuttgart. Flächenheizungen Prinzipieller Aufbau eines Fußbodenheizungssystems sen wird (Bild ). Aufgrund der hohen Vorlauftemperatur von 70 °C muss der Heizkreis mit einem Rücklauftemperaturbegrenzer ausgestattet werden. Ansonsten würde der Fußboden viel zu heiß und zudem sind die Heizungsrohre für solche Temperaturen nicht ausgelegt. Der Rücklauftemperaturbegrenzer wird im Rücklauf am Ende des Fußboden-Heizkreises angeschlossen. Auf die Flussrichtung ist beim Anschluss unbedingt zu achten! Thermostatventil. Zusammen mit dem Thermostatventil befindet sich der Rücklauftemperaturbegrenzer in einem Wandgehäuse - der sog. Multibox. Diese wird so eingebaut, dass der Thermostat-Kopf die Temperatur der Raumluft erfassen und von dieser ungehindert umströmt werden kann. Hersteller weisen darauf hin, dass die von der Anlage gefahrene Vorlauftemperatur für den Systemaufbau der Fußbodenheizung geeignet sein muss. Damit die Regelung bei Familie Fischer richtig funktioniert, muss der Abstand von Fertigfußboden bis unterkante UP-Kasten (Multibox) mindestens 200 mm betragen. Die Installation bei Familie Fischer stellt aber eine Sonderlösung dar. Mehrraumlösung mit Heizkreisverteiler Die Anzahl der Heizkreise ist normalerweise von der Größe des Raumes und des Wärmebedarfs abhängig. Bei reinen Warmwasser-Fußbodenheizungsanlagen darf die Länge der Heizrohre maximal 150 m je Heizkreis betragen. Bei diesen Anlagen werden am Heizkreisverteiler (Bild ) die Vor- und Rückläufe aller Heizkreise angeschlossen. Die Anordnung der Heizkreisverteiler erfolgt Stockwerksweise an einer zentralen Stelle. Die Verteiler befinden sich in einem leicht zugänglichen Stahlblechschrank, der in die Wand eingelassen wird. Die Wasservolumenströme können durch eingebaute Regulierventile auf die Wärmeleistung abgestimmt werden. Die Temperaturregelung erfolgt über Stellantriebe in Verbindung mit einem Raumthermostat. Elektropraktiker, Berlin 58 (2004) 7 563 BETRIEBSFÜHRUNG Multibox mit Rücklauftemperaturbegrenzer und Thermostatventil Rücklauf Heizkörper Vorlauf Prinzip einer Einzelraumlösung mit Multibox Heizkreisverteiler mit elektrischen Stellventilen

Autor
  • J. Veit
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