Skip to main content 
Gebäudesystemtechnik | Elektrotechnik

Hauskommunikations-Systeme im Überblick

ep8/1999, 2 Seiten

Die gestiegenen Sicherheitsanforderungen für Wohngebäude haben den Markt für Systeme der Hauskommunikation in den letzten Jahren immer interessanter werden lassen. Heute gibt es eine Vielzahl von Anbietern in diesem Bereich. Die Suche nach dem System, das am besten die speziellen Anforderungen eines Objektes erfüllt, ist dadurch natürlich schwieriger geworden. Der Beitrag versucht, eine hilfreiche Orientierung zu geben.


Anlagengröße bestimmt eingesetzte Technologie Die klassische Anlage der Hauskommunikation ist die Türsprechanlage. Sie verbindet die Funktionen Klingeln, Sprechen, Öffnen miteinander und stellt die heute noch verbreitetste Anwendung dar. Zunehmend spielen jedoch mehr Sicherheit und Komfort eine wesentliche Rolle. Der Einzug der digitalen Technik in Form von Bussystemen bietet hier zusätzliche Leistungsmerkmale. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Funktionen, die zusätzlich angeboten werden können: · Videosignalübertragung (schwarzweiß oder Farbe) · Anbindung an Tk-Anlagen erschließt neue Möglichkeiten der hausinternen Kommunikation · Lichtansteuerung · Freisprechfunktionen · Anbindung an andere Systeme, z. B. EIB, Alarmanlagen. Der wesentlichste Faktor bei der Auswahl des einzusetzenden Systems ist neben der erreichbaren Funktionalität natürlich immer der Preis. Dieser richtet sich gerade bei großen Anlagen nach dem Verkabelungsaufwand. Die Einsparung an Leitungsmaterial und der geringere Aufwand an Verdrahtung - gerechnet in Arbeitsstunden - war die treibende Kraft bei Neuentwicklungen der letzten Jahre. Es lassen sich folgende Verdrahtungen unterscheiden: · Mehrdrahtanlagen · adersparende Anlagen · Anlagen in Bustechnik. Mehrdrahtanlagen Mehrdrahtanlagen spielen bei größeren Objekten heute keine Rolle mehr. Durch die Entwicklung der 1+n-Technik und später der Bustechnik sind im Wohnbau erhebliche Einsparpotentiale bei der Verdrahtung erreicht worden - und das bei nur geringen Abstrichen in der Funktionalität (z. B. Kurzschlußsicherheit oder gleichzeitiges Sprechen mehrer Teilnehmer). In vorhandenen Anlagen trifft man noch auf diese Mehrdrahtinstallationen, in denen jede Türstation seperat mit der jeweiligen Gegensprechstelle verkabelt ist und der Etagenruf zusätzlich ein Adernpaar belegt. Beim Umbau von solchen Anlagen ist diese aufwendige Verkabelung aber auch von Vorteil, da beim Einsatz von adersparenden Systemen freie Leitungskapazitäten - beispielsweise für die Videoübertragung - zur Verfügung stehen. Adersparende Systeme Mit der Einführung der 1+n-Technik hat sich der Verkabelungsaufwand deutlich reduziert. Heute wird diese Technik aber zunehmend nur noch bei kleineren Bauvorhaben eingesetzt (< 15 WE). Denn 1+n heißt, daß eine Ader durch die gesamte Anlage geführt wird und jede Gegensprechstelle eine zusätzliche Ader benötigt. Das war zwar ein Fortschritt gegenüber der Mehrdrahttechnik, die Bustechnik verringerte den Leitungsbedarf jedoch noch weiter. Der Nachteil bei der adersparenden Installation ist, daß nur immer ein Teilnehmer sprechen bzw. hören kann. Eine Auswahl der angebotenen Systeme zeigt Tafel . Grundsätzlich lassen sich alle Anlagen in vorhandene Mehrdrahtsysteme integrieren. Alle Hersteller bieten eine ähnliche Funktionalität. Zu den Standards zählen die Mithörsperre oder die Ruftonabschaltung. Bei allen in Tafel aufgeführten Herstellern besteht zudem die Möglichkeit, die Türsprechanlage mit Briefkastensystemen zu kombinieren. Die Grundplatten für die Türstationen können ebenfalls aus einer Vielzahl von Materialien und Designvarianten ausgewählt werden. Die Entscheidung fällt also schwer. Nur wer einige Zeit auf diesem Gebiet gearbeitet hat, wird seinen „Favoriten“ finden. Die preislichen Unterschiede sind dagegen teilweise erheblich. Sie sind in den eingesetzten Materialien und in der Vielfalt der zur Verfügung stehenden Systemkomponenten begründet. Neben den konventionell verdrahteten Anlagen spielt zunehmend die Zweidraht-Bustechnik eine Rolle. Gebäudetechnik Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 8 714 Hauskommunikations-Systeme im Überblick R. Lüders, Berlin Die gestiegenen Sicherheitsanforderungen für Wohngebäude haben den Markt für Systeme der Hauskommunikation in den letzten Jahren immer interessanter werden lassen. Heute gibt es eine Vielzahl von Anbietern in diesem Bereich. Die Suche nach dem System, das am besten die speziellen Anforderungen eines Objektes erfüllt, ist dadurch natürlich schwieriger geworden. Der Beitrag versucht, eine hilfreiche Orientierung zu geben. Tafel Führende Hersteller von Hauskommunikations-Anlagen für die adersparende Ausführung (1 + n bzw. 2 + n) Anbieter balcom MV 802 vorhanden möglich Stummschaltung möglich (1+n-System) Grothe HT 200/300 nachrüstbar nachrüstbar keine Angaben möglich HT 500 vorhanden vorhanden möglich möglich Ritto Ritto Automatik vorhanden vorhanden teilweise möglich Siedle & Söhne HT 711 vorhanden vorhanden möglich keine Angaben S. Kinkel (sks) HT 3500 vorhanden vorhanden keine Angaben möglich STR Elektronik NH 209 möglich keine Angaben keine Angaben möglich System-Bezeichnung Mithörsperre Rufunterscheidung Ruftonlautstärke regelbar Lautstärke Türstation regelbar Roland Lüders ist Redakteur der Fachzeitschrift Elektropraktiker, Berlin. Autor Gebäudekommunikation mit Bustechnik Deutlichere Unterschiede zwischen den am Markt befindlichen Systemen gibt es bei den angebotenen busbasierten Sprechanlagen. Die Vorzüge der Bustechnik lassen sich schnell auf einen Nenner bringen: · Verringerung des Materialeinsatzes und des Arbeitsaufwandes durch die Verlegung nur einer Zweidrahtleitung · Erschließen neuer Funktionen durch den Einsatz digitaler Technik. Die Leistungsmerkmale der Bustechnik werden von der jeweiligen Anlagenspezifikation beeinflußt. So ist es für die Dimensionierung des Platzbedarfes für die Einbaugeräte in der Schalttafel wichtig, ob eine Neuinstallation oder eine Sanierung durchzuführen ist. Bei der Sanierung dürfte genügend Platz durch den Ausbau der Altgeräte gewonnen werden. Für die Neuinstallation sollte man den Platzbedarf sorgfältig planen. Je nachdem, wieviele Teilnehmer an eine Linie angeschlossen werden und wieviele Linien ein Netzgerät versorgen kann, müssen entsprechend viele Netzgeräte eingebaut werden können (Tafel ). Um die allgemeinen Sicherheitsbestimmungen für Fernmeldeanlagen nach VDE 0100 und VDE 0800 zu erfüllen und Störbeeinflussung zu vermeiden, muß auf eine getrennte Verlegung von Stark- und Schwachstromleitungen geachtet werden. Ein Abstand von 10 cm sollte unbedingt eingehalten werden. Die Leitung vom Türlautsprecher sollte ohne Abzweigungen direkt zum Hauptanschlußkasten geführt werden und kann u. U. auch über andere Türlautsprecher geschleift werden. Bei Neuinstallationen empfiehlt sich die Verlegung von · J-Y(ST)Y - Leitungen paarig verdrillt, abgeschirmt · A2Y(ST)2Y - Fernmeldekabel. Der Aderdurchmesser sollte 0,8 mm betragen. Bei Altanlagen sind die vorhandenen Installationen überwiegend mit Schwachstromdraht (Y) oder Schwachstromleitung (YR) ausgeführt. Auch mit diesem Leitungsmaterial können Anlagen problemlos betrieben werden. Die Störfestigkeit ist jedoch geringer als bei Verwendung von J-Y(ST)Y. Um auch hier eine einwandfreie Funktion zu garantieren, sollte bei der Installation folgendes beachtet werden: · Verlegung des Busses muß auf einem Adernpaar erfolgen, · bei YR-Leitungen sollten die Adern nebeneinander liegen · bei Umrüstung von 1+n-Anlagen müssen alle n-Adern miteinander verbunden werden, um die zweite Busleitung zu gewährleisten. Wechselsprechanlagen Vor allem im gewerblichen Bereich finden Wechselsprechanlagen häufig ihren Einsatz. In Industrie- und Handwerksbetrieben, in Arztpraxen und Anwaltskanzleien - speziell in Bereichen, die räumlich voneinander getrennt sind und dennoch oft miteinander kommunizieren müssen, bringen diese Anlagen eine erhebliche Effizienzsteigerung. Wechselsprechanlagen müssen vor allem ein technisches Problem beherrschen - die Akustik. Da Mikrofon und Lautsprecher nicht wie im Telefonhörer genügend Abstand für eine saubere Akustik haben, kann in der Regel immer nur eine Partei sprechen. Die Kanalwahl erfolgt per Tastendruck oder durch eine elektronische Automatik. Gerade diese hat jedoch einige Nachteile. Da diese Systeme mit geräuschpegelabhängiger Steuerung arbeiten, versagen sie bei Umgebungen mit hoher Lärmbelastung, z. B. in produktionsnahen Bereichen. Es spricht immer nur derjenige, der sich in diesem Bereich mit hohem Lärmpegel aufhält. Hier gibt jedoch auch Lösungen, die ein echtes Gegensprechen erlauben (Tafel ). Gebäudetechnik Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 8 715 Tafel Führende Hersteller von Hauskommunikations-Anlagen in Bus-Ausführung 1) Die Leitungslänge richtet sich nach dem verwendeten Leitungsdurchmesser und nach den zu verbindenden Komponenten. Die Werte beziehen sich auf die größtmögliche Entfernung (Speisung/Haustelefon). Anbieter System-Bezeichnung Mithörsperre Adressierung max. Teilnehmerzahl max. Leitungslänge1) Extras balcom Duo-Plus vorhanden Jumper 255 4500 m - (Steckbrücke) Grothe Duoline vorhanden Drehschalter 99 60 m keine Änderung der Altanlage Ritto Twin-Bus vorhanden Tasten 90 280 m Video (Zwei-Mann) Lichtschalten Siedle & Söhne Standard-Bus vorhanden Dialog 64 200 m Lichtansteuerung (Ein-Mann) Comfort-Bus vorhanden Dialog 465 900 m Lichtansteuerung (Ein-Mann) Video S. Kinkel (sks) 2-D-Bus vorhanden DIP-Schalter 384 1500 m - STR 2-Draht-Bus vorhanden k.A. 80 280 m - TCS TCS-Bus vorhanden Tasten oder 64 300 m Lichtschalten Programmier- Tk-Interface gerät Gefahrenalarmierung Tafel Wechselsprechanlagen ausgewählter Hersteller Hersteller Umschaltart Extras balcom Tastendruck - + 20 s Grothe elektronisch - Ritto Taste Codeschloß Busverb. Siedle k.A. Diskrethörer progr. Eing. sks elektronisch - STR elektronisch - Telko echtes Lichtsignal-Gegensprechen gerät

Autor
  • R. Lüders
Sie haben eine Fachfrage?