Gebäudesystemtechnik
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Elektrotechnik
Gewerkeübergreifende Visualisierung
ep7/2001, 2 Seiten
Dach für viele Systeme Vielfach gibt es heute den Wunsch, die Funktionen der Elektro-, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik sowie der Sicherheitstechnik auf einem System zusammenzufassen. So werden offene gebäudetechnische (Bus-)systeme unabdingbar. Jedoch kommt man auch heute nicht mit einem System im Gebäude aus, trotz einer mittlerweile großen Applikationsvielfalt für EIB oder LON. Daraus wächst die Forderung nach nutzbringender Umsetzung aller dem technischen Gebäudemanagement angehörigen Systeme, wie Bus-, Kommunikations- und Informationstechnik. Realisierbar wird diese Forderung durch gewerkeübergreifende Visualisierungssoftware. Beispiel B-CON Mit der Visualisierungssoftware „B-CON 2001i“ können alle offenen Standardsysteme im Gebäude (EIB, LON, M-Bus, Mod-Bus, Interbus, Profibus, Ethernet I/O u.v.m.) sowie viele proprietäre Systeme (Johnson Controls, Kieback & Peter, Sauter, SAIA u.v.m.) kostengünstig zusammengefasst werden (Bild ). Funktionsorientierte Visualisierungs-Software ermöglicht die einfache und effiziente Darstellung im Rahmen eines offenen modularen Managementsystems. Zu den Vorteilen zählen vor allem die Aufzeichnungs- und Analysemöglichkeiten für alle Busaktivitäten und Verbrauchswerte, die Automatisierungsfunktionen (Zeit, Ereignis etc.), Ferndiagnose, und -wartung sowie die Kommunikation über Mobilfunk, Fax und Voicemail. Darüber hinaus umfasst die Sofware grafische Funktionsblöcke, vorprogrammierte Module sowie eine umfangreiche Funktionsbibliothek. Außerdem ist ein Datenaustausch mit allen Office-Programmen möglich. Homepage für`s Gebäude Ein Leistungsmerkmal für eine Visualsierungssoftware ist die Kommunikation über Mobilfunk und Fax. Über einen konventionellen Internet-Browser lassen sich alle Informationen des technischen Gebäudemanagements ablesen. Damit integriert sich die Software vollständig in gegenwärtige und zukünftige Netzwerktopologien, ohne dass dafür ein nennenswerter Mehraufwand an Projektierung entsteht. Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 7 574 Report Gewerkeübergreifende Visualisierung Die Entwicklungen in der Gebäudetechnik, die immer mehr zur Gebäudeautomation wird, werden bestimmt durch Kostensenkungsdruck, Komfort- und Energieoptimierung, Ergonomie und Flexibilität. Die Zukunftssicherheit von Technologien wie EIB oder Lon Works lässt das gewerkegetrennte Vorgehen als schwerfällig, kostenintensiv und synergielos erscheinen. Integrativer Softwareeinsatz für alle Ebenen im technischen Gebäudemanagement: für Visualisierung, Gebäudeleittechnik, technisches Gebäudemanagement und zur Einrichtung von Gateways Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 7 575 Beleuchtungssteuerung und Visualisierung Eine häufig anzutreffende Anwendung der Visualisierung für die Beleuchtungssteuerung ist ein Touch-Bedientableau, mit dem Leuchten in unterschiedlichsten Bereichen geschaltet werden. Darüber hinaus können Jalousien bedient werden, die Sollwerte für die Raumtemperatur verstellt und ein Zeitmanagement realisiert werden. Diese Funktionen werden mit Bussystemen wie dem EIB ermöglicht. Der Einsatz von B-CON leistet hier jedoch noch mehr: es werden Alarme weitergeleitet und Zählerstände (M-Bus) über das hausinterne Netzwerk an einen Leitrechner übermittelt. So werden unnötige Fahrten der Haustechniker vermieden. Eine komplexere Beleuchtungssteuerung ist beispielweise eine Anwendung im Kulturhaus von Stockholm. Es handelt sich dabei um ein Multifunktionsgebäude mit Theatern, Bibliotheken, Restaurants und zwei Ausstellungshallen. Hier galt es, die Zeit zwischen wechselnden Ausstellungen zu verkürzen. Die Herausforderung bestand darin, den Lichtdesignern ein Werkzeug an die Hand zu geben, dass die Berechnung von komplexen Lichtszenen vereinfachte. Mit der B-CON wurde ein virtuelles Mischpult erstellt, welches auf zwei Notebooks mit Funknetzwerkkarte läuft. Nun können die Lichtdesigner direkt, vor dem Ausstellungsobjekt stehend, die Lichtszenen erstellen. Zusätzlich ist auch die gesamte Dokumentation der angeschlossenen Verbraucher im System abgelegt. Leittechnik für Heizung, Lüftung und Klima Offene Gebäudeleittechnik wird beispielsweise in einem Call-Center der Sparda Bank in St. Ingbert groß geschrieben. Dank offener SAIA-DDC-Regler konnte die Klima Becker Gmb H in Saarbrücken ein preiswertes Leitsystem anbieten, um die Einzelraumregelung, die Klima- und Lüftungszentralen sowie die Heizzentrale zu bedienen und über Zeitprogramm zu steuern sowie Ferneinwahl und Störmeldeverarbeitung zu realisieren. Schade, dass der EIB für die Beleuchtungsanlagen aus dem Angebot gestrichen wurde, sonst wäre ein preiswertes Komplettsystem entstanden. Auch mit den DDC- und Einzelraumreglern von Johnson-Controls wurden mittlerweile einige Projekte realisiert, sowohl mit den LON-Reglern als auch mit den proprietären N2-Bus-Reglern. Beispielhaft seien hier genannt ein Schulzentrum in Kall (Visualisierung, Zeit- und Alarmmanagement für Einzelraumregelung, Heizungs- und Lüftungszentralen, Aufschaltung auf die Kreisverwaltung und beratendes Ingenieurbüro). Zu nennen ist auch ein Projekt für die Kreisverwaltung Senftenberg, wobei die Raumerschließung für Einzelraumregelung sowie die Sicherheitstechnik mit EIB erfolgte und die regeltechnischen Anlagen mit LON-DDC-Reglern erschlossen wurden. Die Umsetzung erfolgte hierbei durch die lokal ansässige Firma Elektro Mrotzek aus Kummersdorf. Auch für die gewerkeübergreifende Steuerung im Wohnbereich kommt Visualiserungssoftware stärker zum Einsatz Integriertes Gebäudemanagement Vermittlungsstellen Telekom Ausnahmslos alle Gewerke auf einem System bei hohen Anforderungen an die Sicherheit der gebäudetechnischen Anlagen fordern die Telekommunikationsunternehmen beim Ausbau ihrer Netze. So hat die Firma Tessag (ehemals SAG Schrack) jüngst die Vermittlungsstellen der Österreichischen Telekom mit einem System ausgestattet, welches alle Gewerke zusammenfasst und in das der Natur der Sache wegen vorhandene EDV-Netzwerk integriert. Neben den üblichen Anforderungen, von zentraler Stelle aus Zeit-und Störmeldungen sowie Bedienung der Gewerke Elektro und HLK zu realisieren, spielte hier die Integration der Sicherheitstechnik eine bedeutende Rolle. Netzwerkfähige Kameras („Webcams“) überwachen die zumeist unbemannten Vermittlungsstellen. Türen werden überwacht und freigeben. (Multimedia-)Gateway B-CON kommt auch zum Einsatz als Software zur Programmierung von Controllern und Gateways. Dabei spielt die Möglichkeit, im grafischen Editor ohne Programmierkenntnisse beliebig Daten in einem System zu erfassen, umzuformatieren und an andere Systeme der Gebäudetechnik bzw. der Informations- und Kommunikationstechnik zu übergeben, eine entscheidende Rolle. Beispiele sind hier Anbindungen an Medientechnik (AMX, DMX und EIB), Bustechnik (LON und EIB), Brandschutz (LON), Ethernet I/O (EIB/LON und TCP/IP), Energiemanagement (M-Bus über SQL an Oracle/MS SQL), Netzwerkmanagement (EIB und SMNTP) u.v.m. Gebäudemanagement im Eigenheim Auch in der Heimautomation wird verstärkt Wert auf die Integration aller Systeme gelegt. Neben Standardanwendungen wie Beleuchtung, Lichtszenen, Heizung, Lüftung und Sanitär kommt es hier auf Bedienmöglichkeiten und -komfort der Gesamtanlage an. So können komplexe Anlagen mit Medienräumen, Schwimmbädern oder aufwendigen Außenanlagen effizient gesteuert werden (Bild ). C. Wild
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- C. Wild
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