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Elektrotechnik

Gefahrenwarnanlage nach VdS-Klasse H

ep10/2006, 1 Seite

Mit Einführung der VdS-Klasse H (Heim) durch den Verband der Sachversicherer (VdS) dürfen auch Elektrofachbetriebe so genannte Gefahrenwarnanlagen (GWA) errichten und damit in diesem Bereich der Sicherheitstechnik aktiv werden.


Elektropraktiker, Berlin 60 (2006) 10 850 AUS DER PRAXIS Gefahrenwarnanlage nach VdS-Klasse H Mit Einführung der VdS-Klasse H (Heim) durch den Verband der Sachversicherer (VdS) dürfen auch Elektrofachbetriebe so genannte Gefahrenwarnanlagen (GWA) errichten und damit in diesem Bereich der Sicherheitstechnik aktiv werden. VdS-Klassen Der Zutritt zum Markt der Sicherheitstechnik war elektrotechnischen Fachbetrieben bis vor etwas mehr als zwei Jahren schlichtweg verwehrt - nur zertifizierte Facherrichter durften Einbruchmeldeanlagen (EMA) der VdS-Klassen A, B und C montieren. Das hat sich seit dem 1. April 2004 mit Einführung der VdS-Klasse H (Heim) geändert. Gemäß VdS sind Einbruchmeldeanlagen mit angeschlossenen Bewegungs- oder Kontaktmeldern objektabhängig unterteilt in die Klassen A, B und C. So ist Klasse A vorgesehen für nichtgewerbliche Wohnobjekte, in denen ein einfacher Schutz gegen Überwindungsversuche ausreicht. Die Klassen B und C für gewerbliche und öffentliche Gebäude höherer Gefährdung wie Supermärkte oder Juweliere stellen entsprechend strengere Sicherheitsanforderungen. Derartige Anlagen dienen ausschließlich der Meldung von Einbrüchen oder Einbruchsversuchen und dürfen keine weiteren Funktionen übernehmen. Eine attraktive Alternative für den Wohnbereich und Räume mit wohnungsähnlicher Nutzung wie Arztpraxen oder Kanzleien stellen Gefahrenwarnanlagen nach der VdS-Klasse H dar. Diese basieren auf den VdS-Richtlinien für Einbruchmeldeanlagen der Klasse A, bieten jedoch einen deutlich höheren Funktionsumfang. Die VdS-Systemanforderungen an VdS-H-zugelassene GWA beschreiben diese als elektrische Einrichtung für die frühzeitige Warnung zur Vermeidung oder Reduzierung von Schäden, die durch Einbruch, Bedrohung, Brand, ausströmendes Gas und Wasser sowie technische Defekte entstehen können. Darüber hinaus können GWA auch zum Hilferuf für Personen in Notlagen dienen. Grundkomponenten Zur Sicherstellung der Einbruchmeldefunktionen sind im Wesentlichen die vier Grundkomponenten Zentrale, Bewegungs- sowie Kontaktmelder und eine Scharf-Schalt-Einrichtung (SSE) erforderlich. Das Herz der GWA bildet die Anzeige- und Bedien-Zentrale: Als intelligentes Managementsystem verwaltet sie alle angeschlossen Komponenten und stellt die Schnittstelle zwischen Alarmanlage und Benutzer bzw. Errichter dar. Die Zentrale erkennt das Auslösen eines Melders und reagiert entsprechend. Die Bedienung ist in der Regel einfach. So erfolgt bei der neuen, funkbasierten GWA von Hager (Bild ) die Anmeldung von Komponenten und die Änderung von Einstellungswerten über ein intuitiv bedienbares Touch-Screen. Die drahtlose Übermittlung der Information vom Melder an die Zentrale erfolgt hier aus Sicherheitsgründen in dem abgesicherten Frequenzbereich von 868 MHz über codierte Telegramme. Im Gefahrenfall aktiviert das System beispielsweise eine Funk-Außensirene mit Blitzlicht, eine Funk-Innensirene in Form eines Steckdosenaufsatzes zur internen Alarmierung oder auch einen aufgeschalteten Sicherheitsdienst. Die Funklösung ist im Vergleich zu leitungsgebundenen Systemen generell mit einem deutlich geringeren Montageaufwand verbunden und erweist sich vor allem in der Nachrüstung als sinnvolle Variante. Und auch bei der Scharf-Schalt-Einrichtung wurde eine montagefreundliche Variante entwickelt, die keine baulichen Veränderungen an der Tür erfordert (Bild ). Die Funkrosette des Herstellers gestattet in Verbindung mit einem modifizierten Standard-Schließzylinder an der zu sichernden Tür eine netzunabhängige und drahtlose Kommunikation mit der Zentrale. Die Scharf-/Unscharfschaltung der GWA erfolgt hierbei über die Zahl der Schließvorgänge (Schlüsseldrehungen). GWA mit Busanschluss Das Besondere an dem genannten System ist ein integrierter Anschluss für das EIB/KNX-System tebis (Bild ). Mit der Einbindung in eine tebis-Anlage kann der Anwender über das Display des Zentralgeräts zahlreiche Steuerfunktionen der Gebäudesystemtechnik nutzen und Gebäudezustände anzeigen. Der Wechsel vom Alarm- in den tebis-Modus erfolgt per Fingerdruck auf dem Bildschirm. Das einfach zu bedienende interaktive Display gewährt dann Zugriff auf alle wichtigen Gebäudefunktionen. Diese vermarktungstechnisch interessante Kombination einer VdS-zugelassenen Anlage mit einem EIB/KNX-Bussystem stellt ein Novum im Bereich der Elektro-Installationstechnik dar. Der Anschluss an das Bussystem erfolgt entweder leitungsgebunden über Twisted Pair oder drahtlos über eine Funkschnittstelle. Die Einbindung der GWA in bestehende tebis-TX-, tebis-Funk-KNX- und tebis-EIB/KNX-Anlagen ist damit problemlos möglich. All dies macht die GWA gegenüber einer EMA für viele Endkunden zu einer attraktiven Alternative und eröffnet dem Elektrotechniker ein lukratives Geschäftfeld. Zentrale der Gefahrenwarnanlage Die Funkrosette in Verbindung mit einem modifizierten Standard-Schließzylinder ist eine montagefreundliche Variante der Scharf-Schalt-Einrichtung Zusammenwirken der Komponenten Fotos: Hager EP1006-850-861-ak 05.10.2006 13:26 Uhr Seite 850

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