Arbeits- und Gesundheitsschutz
Fußschutz bei elektronischen Arbeiten
ep4/2007, 2 Seiten
Fußschutz: Anforderungen Nach den Statistiken der gewerblichen Berufsgenossenschaften sind rund 20 % aller gemeldeten Arbeitsunfälle Fußverletzungen. Grund genug, ausreichend Sorgfalt bei der Auswahl des richtigen Fußschutzes (Bilder und ) walten zu lassen [1] bis [6]. Hinweise in übersichtlicher Form zur Auswahl und Benutzung von Fuß- und Beinschutz finden sich in der BGR 191 [2]. Grundeinteilung des Fußschutzes. Entsprechend der harmonisierten europäischen Normen wird unterschieden in 1 Sicherheitsschuhe nach den Normen der Reihe DIN EN 345 mit Zehenkappen für hohe Belastungen, deren Schutzwirkung mit einer Energie von 200 Joule geprüft wurde (Kurzbezeichnung S), 2 Schutzschuhe nach den Normen der Reihe DIN EN 346 mit Zehenkappen für mittlere Belastungen, deren Schutzwirkung mit einer Energie von 100 Joule geprüft wurde (Kurzbezeichnung P) und 3 Berufsschuhe nach den Normen der Reihe DIN EN 347 ohne Zehenkappen. Wenn eine Kappe vorhanden ist, werden an die Zehenkappe keine Anforderungen gestellt (Kurzbezeichnung 0). Klassifizierung. Innerhalb der drei Schuhausführungen wird differenziert nach den Klassifizierungsarten I und II: I - Schuhe aus Leder und anderen Materialien und II -im Ganzen vulkanisierte oder geformte Schuhe (z. B. Gummi- oder Kunststoffstiefel). Kennzeichnung. Der Hersteller oder Importeur ist verpflichtet, jedes Paar Schuhe dauerhaft zu kennzeichnen, damit der Benutzer an den Schutzfunktionssymbolen erkennen kann, vor welchen Gefahren der Schuh schützt. Die Kennzeichnung muss den harmonisierten Normen der Reihen DIN EN 345 bis DIN EN 347 entsprechen und folgende Angaben aufweisen: · Größe · Hersteller · Typenbezeichnung · Herstellungsdatum · Europäische Norm · Schutzfunktionssymbol · CE-Kennzeichnung. Auswahlkriterien Mit einer Gefährdungsanalyse ist festzustellen, welche Schuhausführung (Sicherheits-, Schutz-, Berufsschuh) auszuwählen ist. Die Analyse sollte umfassen: · persönliche Voraussetzungen des Versicherten · Art und Umfang der Gefährdung · Gefahrendauer und · Wahrscheinlichkeit des Risikos einer Fußverletzung. Eine Gefährdung ist immer vorhanden, wenn mit Verletzungen des Fußes und anderer Körperteile zu rechnen ist durch: · Stoßen · Einklemmen · umfallende oder herabfallende Gegenstände · Hineintreten in spitze oder scharfe Gegenstände · elektrischen Schlag · heiße oder ätzende Flüssigkeiten oder · mit anderen schädigenden Umgebungseinflüssen. Kategorien von Fußschutz Bei Schuhen mit mehreren Zusatzanforderungen kann die Kennzeichnung mit den einzelnen Kennzeichnungssymbolen zu Schwierigkeiten führen. Die Kennzeichnung ist dann zu umfangreich und für den Verbraucher zu unübersichtlich. Deshalb sind in den Normen der Reihe DIN EN 345 bis Normen der Reihe DIN EN 347 die meistbenutzten Kombinationen der sicherheitsrelevanten Grund- und Zusatzanforderungen zusammengefasst und Kurzzeichen für die Kennzeichnung eingeführt worden (Tafel ). Mithilfe der Angaben aus Tafel kann dann - entsprechend der ermittelten Anforde-Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 4 287 Fußschutz bei elektrotechnischen Arbeiten Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) zum Schutz der Füße fallen in den Geltungsbereich der PSA-Herstellerrichtlinie (89/686/EWG) und müssen deshalb vor Inverkehrbringen überprüft werden, ob sie die Anforderungen der Richtlinie und den entsprechenden harmonisierten Normen erfüllen (Baumusterprüfung). Der Träger erhält dadurch die Sicherheit, dass der Fußschutz die elementaren sowie auch die besonderen Anforderungen, z. B. beim Arbeiten unter Spannung, erfüllt. BETRIEBSFÜHRUNG Lasche Triangeln, Haken, Ösen Schaftvorderteil (Blatt) Kantenabdeckung der Zehenkappe Zehenkappe Blattfutter Laufsohle mit Profil Brandsohle Gelenkbereich (Profil möglich) Gelenkeinlage Absatz Knöchelschutz, hier verbunden mit Polsterkragen Schafthinterteil (Quartier) Verstärkung im Fersenbereich (Hinterkappe) Quartierfutter durchtrittsichere Einlage, wenn erforderlich Schuhunterbau Schuhformen: a) Halbschuh, b) Stiefel niedrig, c) Stiefel halbhoch, d) Stiefel hoch, e) Stiefel oberschenkelhoch IM ÜBERBLICK Typische Tätigkeitsbereiche für Elektrohandwerke Tätigkeitsbereich Schutzkategorien nach DIN EN 345-1 bzw. -2* SB S1** S2** S3 S4** S5 Rohbau-, Tiefbau- und Straßenbauarbeiten X X Gerüstbauarbeiten X X Abbrucharbeiten X X Ausbauarbeiten X X Arbeiten in Beton- und Fertigteilwerken mit Ein-und Ausschalungarbeiten X X Arbeiten auf Bauhöfen und Lagerplätzen X X Arbeiten im Bereich von Aufzügen, Hebezeugen, Kranen, Fördermitteln, Hängebahnen (ausgenommen auf Baustellen) X X Ausbauarbeiten, z. B. Installationsarbeiten X X Umbau- und Instandhaltungsarbeiten X X Arbeiten unter Spannung bis 1 kV X * siehe Kennzeichnungskategorien, ** zusätzlich „profilierte Laufsohle“ Beispiel für die Bestandteile eines Schuhs EP0407-284-290 20.03.2007 13:38 Uhr Seite 287 Konventionelle Lösungen Barkauf. Der Barkauf wird immer seltener, erscheint vielen geradezu altmodisch. Wer sich dennoch dazu entschließt, wird seine guten Gründe dafür haben. Zum anderen aber wird er bei den Kaufgesprächen all sein Verhandlungsgeschick ausspielen, um einen möglichst hohen Rabatt zu erreichen. Für die Liquidität des Unternehmers ist es jedoch ein großer Unterschied, ob er beispielsweise monatlich 200 bis 300 Euro netto oder auf einen Schlag 15000 bis 20000 Euro für einen neuen Transporter auf den Tisch legen soll. Beim Barkauf ist daher genau zu überlegen, ob dieser Weg wirklich der günstigste ist. Oftmals ist es sinnvoller, sich für eine andere Variante des Fahrzeugerwerbs zu entscheiden. Finanzierung. Für denjenigen, der von vornherein weiß, dass er das Fahrzeug behalten will, stellt die Finanzierung eine interessante Alternative dar. Er zahlt den Fahrzeugpreis auf Raten und mit der letzten Rate geht das Auto vollständig in den Besitz des Kunden über. Doch auch bei dieser Lösung kommt es darauf an, sich genau über die Konditionen zu informieren. Wer sein Auto finanziert, hat die Möglichkeit zwischen Hausbank und Autobank. Die Autobank kann dann attraktiv sein, wenn man sich für ein Fahrzeug entscheidet, dessen Absatz durch besonders niedrige Finanzierungsraten gefördert wird. Meist sind solche Angebote begrenzt und wechseln ständig. Manchmal lohnt es sich, mit seinem Händler einen besonders günstigen Hauspreis auszuhandeln und sich auf dieser Basis ein Finanzierungsangebot seiner Hausbank oder einer herstellerunabhängigen Autobank erstellen zu lassen. Miete. Sie ist meist dann von Interesse, wenn der Unternehmer ein Fahrzeug nur für eine bestimmte Zeit zur Bewältigung seiner Transportaufgaben benötigt: für zusätzlichen Bedarf, zu saisonalen Spitzenzeiten oder wenn man nur ab und zu einen Transporter einsetzt. Leasing als interessanteste Variante Bei einem Leasinggut wie z. B. einem Transporter liegt der Nutzen im Gebrauch, nicht im Erwerb. Für Gewerbetreibende ist Fahrzeug-Leasing im Moment das interessanteste Angebot (Tafel ). Alle Unternehmen müssen scharf kalkulieren, um sich am Markt behaupten zu können - gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Da kommt vielen Firmen Leasing als flexible und individuell angepasste Finanzierungsmöglichkeit sehr entgegen. Auch weil sich gerade für kleine und mittelständische Unternehmen es sich schon wegen der Steuervorteile lohnt, ihre Firmenwagen zu leasen. Und das hat seine Gründe: · Kostbares Eigenkapital - auch als der Schlüssel zu günstigen Krediten - bleibt erhalten. · Die Liquidität wird erhöht. Je rungen aus der Gefährdungsbeurteilung - der geeignete Schuh ausgewählt werden. Zusatzanforderungen Die DIN EN 345 hat für besondere Anwendungen Kurzzeichen eingeführt (Tafel ). Isolierende Anforderungen an den Fußschutz, wie er bei Arbeiten an unter Spannung (AuS) stehenden Teilen von Anlagen oder in deren Nähe erforderlich sein kann, werden in der Norm DIN EN 50321 gesondert zusammengefasst. Fußschutz entsprechend dieser Norm schützen wirksam gegen eine Körperdurchströmung bei Arbeiten an Anlagen bis 1 kV Wechselspannung (Effektivwert) oder 1,5 kV Gleichspannung. Isolierende Fußbekleidung im Sinne dieser Norm können durchtrittsichere Sohlen und Zehenkappen aus Metall enthalten. Da die metallenen Teile in die elektrischen Baumusterprüfungen einbezogen werden, erfüllen auch diese Schuhe in vollem Umfang die Isolationsanforderungen. Isolierender Fußschutz muss neben der Kennzeichnung der Basisnorm DIN EN 345 auch eine Kennzeichnung zum AuS tragen (Bild ). Hinweise zum Gebrauch von isolierenden Schuhen Isolierende Fußbekleidung ist trocken aufzubewahren. Sie ist stets vor Gebrauch auf offensichtliche Beschädigungen zu prüfen. Außerdem ist sie nach BGV A3 vor jeder Benutzung auf augenfällige Mängel und spätestens nach einem Jahr auch einer elektrischen Spannungsfestigkeitsprüfung nach EN 50321 zu unterziehen. Prüfstelle und -zeitpunkt sind auf dem vorgesehenen Kennzeichnungsfeld dauerhaft zu vermerken. Literatur [1] BGV A1: „Grundsätze der Prävention“ [2] BGR 191: Benutzung von Fuß- und Beinschutz" [3] MB 01: „Persönliche Schutzausrüstungen“ [4] MB 04: „Elektroinstallation“ [5] DIN EN 345 bis 347 [6] DIN EN 50321 J. Jühling Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 4 288 BETRIEBSFÜHRUNG Tafel Auswahl des Schuhs entsprechend der Anforderungen aus der Gefährdungsbeurteilung Eigenschaft Kurzzeichen für die Kennzeichnung von (Merkmal) Sicherheitschuhen: S SB S1 S2 S3 S4 S5 Schutzschuhen: P PB P1 P2 P3 P4 P5 Berufsschuhen: O - O1 O2 O3 O4 O5 · Grundanforderungen I/II I I I II II · Geschlossener Fersenbereich I I I ** ** · Kraftstoffbeständigkeit Laufsohle * * * * * · Antistatische Eigenschaften I I I II II · Energieaufnahme im Fersenbereich I I I II II · Wasserdurchdritt/-aufnahme I I · Durchtrittsicherheit I II · Profilierte Laufsohle I II * Nur bei Berufsschuhen, bei Sicherheits- und Schutzschuhen in Grundanforderungen enthalten, ** Forderung bauartbeding erfüllt I und II - Klassifizierungsarten der Schuhausführungen Tafel - Symbole für besondere Anforderungen Anforderung Symbol Schuh im zusammengebauten Zustand Durchtrittsicherheit P Elektrischer Durchgangswiderstand leitfähige Schuhe C antistatische Schuhe A Wärme- und Kälteisolierung Wärmeisolierung HI Kälteisolierung CI Energiaufnahmevermögen im Fersenbereich E Schuhoberteil Wasserdurchtritt und -aufnahme WRU Laufsohle Profilierte Laufsohle profilierte Flächen Dicke und Profilhöhe Verhalten gegenüber Kontaktwärme HRO 1000 V Den Transporter günstig nutzen statt teuer kaufen Längst vorbei sind die Zeiten, als der Elektromeister, um mobil zu sein, seinen Transporter beim Händler gekauft und bar bezahlt hat. Dafür bieten sich heute die Modelle: Miete, Finanzierung und Leasing an. Eine Reihe von Vorteilen sprechen für das Leasing als die für den Unternehmer interessanteste Variante. Peugeot Partner Werkfoto EP0407-284-290 20.03.2007 13:38 Uhr Seite 288
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- J. Jühling
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