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Aus- und Weiterbildung | Fortbildung

Fachgerechtes Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen

Pflichtprüfungen erfordern eine Befähigung gemäß TRBS 1203 und DIN EN 60974-4 (VDE 0544-4): 2017-5
luk10/2020, 1 Seite

Lichtbogenschweißeinrichtungen kommen in vielen Branchen sowie im Handwerk in unterschiedlichsten Nutzungsumgebungen zum Einsatz. Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet den Arbeitgeber, alle erforderlichen Maßnahmen für den Schutz seiner Mitarbeiter zu treffen. Gemäß TRBS 1201 sind die Lichtbogenschweißeinrichtungen wiederkehrend auf ihre Betriebssicherheit zu prüfen.


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Arbeitgeber, Betreiber, Verantwortliche sind gemäß Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), Betriebssicherheitsverordnung (BetriebSichV) sowie DGUV – Vorschriftenwerk zur Organisation von sach- und fachgerechter Prüfungen auch von Lichtbogenschweißeinrichtungen verpflichtet und haften, z. B. im Unfall- und Schadensfall. Hierfür sind qualifizierte bzw. geschulte und damit befähigte Elektrofachkräfte einzusetzen oder zu beauftragen.

Spezifika und Befähigung zum Prüfen

Elektrische Schweißstromquellen stellen für den Schweißvorgang geeignete niedrige Spannungen und hohe Ströme zur Verfügung, die auch sicherheitstechnisch zu berücksichtigen sind. Verschiedenartige technische Ausführungen erfordern für die sicherheitstechnischen Prüfungen spezielle Kenntnisse über Aufbau, Funktion, Arbeitsweise und zu eventuell erforderlichen zusätzlichen Prüfschritten.

Die Prüfgrundlagen sind in der DIN EN 60974-4 (VDE 0544-4):2017-05 „Lichtbogenschweißeinrichtungen – Teil 4: Wiederkehrende Inspektion und Prüfung“ beschrieben und finden bei der Inspektion und Prüfung in den notwendigen Intervallen bzw. für die Wiederinbetriebnahme nach einer Reparatur Anwendung.

Nach TRBS 1203 dürfen Prüfungen nur von einer zum Prüfen befähigten Person durchgeführt werden (vgl. auch DGUV Information 209-010 „Lichtbogenschweißen“). Als befähigt gelten Personen mit abgeschlossener elektrotechnischen Berufs- oder Studienausbildung und einer mindestens einjährigen Berufserfahrung sowie auch Personen mit einer zeitnahen beruflichen Tätigkeit und einer Aktualisierungen ihrer Kenntnisse der Elektrotechnik, z. B. durch Teilnahme an fachspezifischen Schulungen oder Erfahrungsaustauschen – etwa an einschlägigen ELKOnet – Seminaren (s. Termine).

Die Gefährdungsrisiken lassen sich letztendlich nur minimieren, wenn die elektrischen Prüfungen der Schweißgeräte von Fachkräften mit nachweislicher Qualifikation zum Prüfen durchgeführt werden bzw. entsprechende externe Kräfte beauftragt werden.

Prüfgegenstände und -schritte

Die fachgerechte Prüfung von Lichtbogenschweißeinrichtungen gemäß DIN EN 60974-4:2017-05 (VDE 0544-4):2017-05 umfasst folgende Inhalte:

  • Festlegung/Überprüfung der Anforderungen gemäß Abschnitt 4 der Norm (Prüfbedingungen; Messgeräte; Zuordnung: Wiederkehrende Inspektion und Prüfung, Instandhaltung, Reparatur; Reihenfolge der Prüfungen – gemäß Auswahl Tabelle 1 der Norm)

  • Prüfungen/Messungen – Schutz gegen elektrischen Schlag gemäß Abschnitt 5 der Norm (1. Sichtprüfung; 2. Durchgängigkeit des Schutzleiterstromkreises; 3. Isolationswiderstand; 4. Berührungsstrom des Schweißstromkreises; 5. Berührungsstrom bei Normalbetrieb; 6. Schutzleiterstrom; 7. Leerlaufspannung)

  • Funktionsprüfung gemäß Abschnitt 6 der Norm (Funktion, Ein/Aus-Schalteinrichtung für den Netzanschluss, Spannungsminderungseinrichtung, Gas-Magnetventil, Melde- und Kontrollleuchten)

  • Dokumentation gemäß Abschnitt 7 der Norm

Besonders zu beachten ist, dass die Norm besondere Vorgaben zur Prüfung/Messung der Leerlaufspannung macht. Die einzelnen Prüfschritte, das fachgerechte Messen und Bewerten der Ergebnisse in Theorie und Praxis sind Gegenstand der Seminare.

Abschluss

Die ELKOnet-Seminare (s. Termine) zum „Fachgerechten Prüfen von Lichtbogen-Schweißeinrichtungen“ vermitteln den Elektrofachkräften eine Grundbefähigung oder aktualisieren ihre Kenntnisse zum Prüfen von Schweißgeräten gemäß den gesetzlichen Vorgaben.

Die Teilnehmer üben vermittelte Prüfungsschritte und die vorgeschriebenen Messverfahren an bereitstehenden Schweißgeräten.

Mit der Erstellung von Prüfungsdokumentationen und der Planung von Wiederholungsprüfungen wird der Seminarinhalt abgerundet.

Alle Teilnehmer erhalten zum Kursabschluss ein Teilnehmerzertifikat.


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