Arbeits- und Gesundheitsschutz
Fachbekleidung als Prävention gegen Erkrankungen im Beruf
ep9/1999, 1 Seite
Anforderungen an Berufsbekleidung wachsen Früher galt Berufsbekleidung lediglich als Schutz vor Schmutz, sie wärmte und schonte die Privatkleidung. Das hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Heute wird Fachbekleidung auch gezielt zur betrieblichen Gesundheits- und Sicherheitsvorsorge eingesetzt. Dazu trägt ein hoher Standard, aber auch die Beteiligung führender Mietserviceunternehmen an epidemiologischen, arbeitswissenschaftlichen, orthopädischen und biomechanischen Forschungsarbeiten bei. Ein Beispiel: Eine Untersuchung des Universitätskrankenhaus Eppendorf in Hamburg hat ergeben, daß krankhafte Veränderungen des Bewegungsapparates zu den häufigsten Ursachen für berufsbedingte Erkrankungen im Handwerk gehören. Ein weiteres Forschungsprojekt untersuchte die biomechanischen Auswirkungen von hochwertiger Berufsbekleidung im Elektrohandwerk. Auf der Grundlage zahlreicher Bewegungsanalysen wurden vor allem bei Überkopfarbeiten große Gewichtsbelastungen festgestellt. Bei der Bewegung nach oben müssen nicht nur die Arme, sondern auch die Jacke und der Inhalt der Taschen nach oben gehoben werden. Das Ergebnis ist eine ungesunde Armhaltung, die zu Mehrbelastungen im Bereich der Wirbelsäule und der Rückenmuskulatur führt. Aktiver Gesundheitsschutz Nach Auswertungder Forschungsdatenwurde gemeinsam mit dem Zentralverband Elektrotechnische Handwerke ein Kleidungsstück entwickelt, das unmittelbar zur Vermeidung der Mehrbelastung beiträgt: die sog. „Funktionsweste“ Durch die Verlagerungder Taschenvonder Arbeitsjackeindas Vorder- und Rückenteil der Weste bleibt der Tascheninhalt auch bei Überkopfarbeiten an der gleichen Stelle, die zusätzliche Gewichtsbelastung entfällt. Praktische Klettverschlüsse, die sich automatisch selbst verschließen, sorgen dafür, daß nichts herausfällt. Ein weiterer Beitrag zum Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter: Durch die Kombination von tiefgezogener Arbeitsjacke und Funktionsweste wird der kritische Nierenbereichgeschütztundgewärmt.Die Gefahrvon Verkühlungen wird so spürbar gesenkt. Die „Funktionsweste“ ist Bestandteil der Miet-Fachbekleidung für die Elektrohandwerke. In zwei Designlinien für die Bereiche Installation und Kundendienst werden Arbeits- und Bundjacken, Funktionswesten, Herrenmäntel, Westen, Herrenhemden und T-Shirts sowie Latz und Bundhosen angeboten. Das Mietserviceunternehmen, das dieses neue Sortiment entwickelt hat, hat die o.g. Untersuchungen initiiert und finanziell gefördert sowie die Ergebnisse umgesetzt. Weitere Forschungsvorhaben im Bereich Gesundheitsschutz zielen darauf, die Aspekte Prävention von arbeitsbedingten Krankheiten, Hygiene, Funktionalität und Tragekomfort optimal miteinander zu kombinieren. Betriebsführung Schutzbekleidung gegen Störlichtbögen Die in ep 11/98 vorgestellte Problematik des ausreichenden Schutzes gegen Störlichtbögen veranlaßte den Autor Dr. Eberhard Müller-Steineck zur Kritik an den EN-Normen. Diese hat er jetzt erneuert, da die Normung weiter in die „falsche Richtung marschiert“. Der Grenzwert der Belastbarkeit wurde jetzt bei einer Lichtbogendauer von einer halben Sekunde und Kurzschlußströmen von 4 kA bzw. 7 kA festgesetzt. Der Beitrag in ep 11/98 zeigte jedoch deutlich, daß es wesentlich höhere Belastungen in der Praxis gibt. In dem konkreten Fall waren es: 1 s bei über 10 kA! Diese Monteure hätten mit nach EN-Norm ausgelegter Schutzkleidung den geschilderten Unfall nicht so schadlos überstanden. ZUM THEMA Idee mit Pfiff Der Name „Sortimo“ steht eigentlich für stationäre und mobile Werkstattaufbauten. Jetzt bietet die Firma auch hochwertige Berufsbekleidung mit Pfiff. Die umfangreiche Kollektion wird unter dem Namen „Workline“ angeboten. Dazu zählen Parkas, Westen, Blousons, Bundhosen, Kombihosen, Overalls und Berufsmäntel. Hemden, Polos, T-Shirts, Hosenträger, Gürtel und Mütze rundet das Programm ab. Hervorzuheben sind die vielen praktischen Details der „Workline“. SPEZIAL-ANGEBOT Fachbekleidung als Prävention gegen Erkrankungen im Beruf Arbeitsbedingte Erkrankungen tragen in erheblichem Maße zur Erhöhung des Krankenstandes in Fachbetrieben bei. Die Folge sind hohe wirtschaftliche Belastungen für die Unternehmen und nicht selten auch langwierige juristische Auseinandersetzungen. Für den gezielten Abbau krankheitsbedingter Ausfallzeiten rückt moderne Berufsbekleidung zunehmend in den Blickpunkt.
Autor
- E. Müller-Steineck
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