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Elektrotechnik | Licht- und Beleuchtungstechnik

ESL an Schaltern mit Glimmlampenanzeige

ep12/2010, 2 Seiten

Das folgende Phänomen trat bei dem Austausch von normalen Glühlampen gegen Energiesparlampen (ESL) auf: Nach dem erstmaligen Ein- und Ausschalten leuchteten die Lampen (ESL) immer nach. In der Annahme, dass auf der Lampenleitung Kriechströme vorhanden sind, überprüfte ich die ausgeschaltete Leitung mit einem Messgerät – ohne Ergebnis. Das beschriebene Phänomen trat allerdings nur in den Zimmern auf, in denen Lichtschalter mit Glimmlampen vorhanden waren. Nach dem Entfernen der Glimmlampen trat das Nachleuchten der Energiesparlampen nicht mehr auf. Wie ist dies zu erklären?


Bedingt durch den vorhandenen Parallelpfad am Schalter ist die Aus-Stellung nie ganz hochohmig. Dies spielt bei der Verwendung von Glühlampen in der Brennstelle keine Rolle. Werden jedoch die über den Schalter betriebenen Glühlampen generell durch ESL ersetzt, so bedingen selbst kleine Ströme in Aus-Stellung des Schalters ein Aufladen des hochohmigen Eingangskreises der ESL bis die Schwellspannung am Elko zum Anschwingen des HF-Generators erreicht ist und die Lampe in einem (sich immer wiederholenden) Startversuch die inzwischen gespeicherte Energiemenge im Elko verbraucht. Dies führt zu vorzeitiger Alterung und irritiert den Nutzer durch kurzes, schwaches Aufleuchten.
Eine Möglichkeit, das Aufleuchten der Lampe trotz Aus-Stellung des Schalters zu vermeiden, besteht in der Verwendung von ESL mit entsprechender Vorheizung vor dem eigentlichen Zünden der Lampe. Derartige Lampen haben zwischen dem erstmaligen Schalten und der Lichtabgabe einen geringen zeitlichen Verzug, allgemein von unter einer Sekunde. Bei diesen Lampen werden die Elektroden vor dem Start vorgeheizt (sogenannte Warmstartlampen). Im Gegensatz hierzu gibt es die im Handel stark vertretene Reihe der sogenannten Kaltstartlampen, deren Lichtabgabe nach dem Einschalten ohne Verzug sofort erfolgt. Diesen Lampen fehlt der Vorheizkreis (Baugruppe), die Elektroden werden beim Einschalten hier stärker belastet (Kaltstart). Warmstartlampen haben durch die Vorheizung der Elektroden einen schonenden Start, der sich auch positiv auf die Lebensdauer der Lampen auswirkt. Markenfabrikate dieser Ausführung erreichen gut 20000 Stunden. Die entsprechenden Werte der Kaltstartlampen liegen erheblich darunter.
Werden nun Warmstartlampen mit der erwähnten Schalterausführung betrieben, dann wird die Energie, die aus der fortdauernden Aufladung des Elko herrührt, beim Entladen über den Vorheizkreis eliminiert, sodass ein Anschwingen des Generators nicht erfolgt und damit auch das Aufleuchten der Lampe ausbleibt.
Da das Angebot an ESL heutzutage relativ unübersichtlich geworden ist, haben Verbraucher oftmals Schwierigkeiten bei der Auswahl geeigneter Lampen mit integriertem Vorheizkreis. Eine entsprechende Lampenreihe ist z. B. Dulux Intelligent Facility von Osram, die sich auch für Anwendungen mit häufigem Einschalten und kurzer Betriebszeit (nur wenige Minuten) in Fluren von Hotels sowie ähnlichen Bereichen eignet [1]. Eine spezielle zusätzliche Elektronikbaugruppe sichert hier unabhängig von der Betriebszeit immer einen optimierten Warmstart, sodass das beschriebene Aufleuchten bei der Verwendung von Schaltern mit Glimmlampenanzeige vermieden wird.

Quellen

Schnor, R.: Fortschritte bei Energiesparlampen. Elektropraktiker, Berlin 63 (2009) 11, S. 881–886.


Autor
  • R. Schnor
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