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Elektrotechnik | Licht- und Beleuchtungstechnik

Energiebedarf beim Anlaufvorgang von ESL

ep10/2010, 1 Seite

Bezüglich der Verwendung von Energiesparlampen, ergibt sich die Frage, ob der Energiebedarf beim Einschalten im Vergleich zum Dauerbetrieb deutlich höher ist. Trifft es zu, dass eine Energiesparlampe für etwa 10 Minuten leuchten muss, damit sich das Einschalten lohnt?


Energiesparlampen (ESL) haben gegenüber Glühlampen den Vorteil der besseren Lichtausbeute (durchschnittlich 55 lm/W) und der höheren Lebensdauer (~ 15000 h). Jedoch wird direkt nach dem Einschalten nicht unmittelbar der volle Lichtstrom abgegeben (Anlaufverhalten) und die Lebensdauer der ESL ist von der Schalthäufigkeit abhängig. Da die Lichtstrom-Anlaufphase temperaturabhängig ist, braucht die Lampe etwa 2 Minuten um den Lichtstrom von 30 % zum Einschaltzeitpunkt auf 90 % des Nennlichtstroms zu erzeugen, weil zunächst das Plasma für die Gasentladung aufgebaut werden muss. Dieser Anlaufvorgang ist von der Umgebungstemperatur (je höher desto schneller) und der Lampenbrennstellung abhängig. Er geht jedoch nicht mit erhöhtem Energiebedarf einher, denn die Leistungsaufnahme der Lampen ist während dieser zeitlichen Phase nicht höher als im Normalbetrieb. Die meisten ESL sind als sogenannte Warmstartgeräte ausgelegt, wobei die Lampenelektroden vor dem Zünden der Lampe 0,5 s bis 2 s vorgeheizt werden, um so einen die Lampe schonenden Start zu ermöglichen. Es gibt jedoch auch ESL für den Kurzzeitbetrieb (z. B. Treppenhausbeleuchtung), bei denen die Zündzeit nur 0,5 s beträgt aber dennoch eine hohe Schaltanzahl erreicht wird. Eine ausführliche Abhandlung über Technik und Einsatz von ESL ist in [1] zu finden.

Quellen

Schnor, R.: Fortschritte bei Energiesparlampen. Elektropraktiker, Berlin 63 (2009) 11, S. 881– 886.


Autor
  • R. Baer
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