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Grundwissen | Elektrotechnik

Englisch trainieren: Interview mit unserer Fachautorin Petra Zillmer über technisches Englisch

ep2/2016, 1 Seite

Mit der Neuordnung der Elektroberufe wurde technisches Englisch zum festen Bestandteil der Ausbildung. Bereits seit dem Jahre 2004 bietet die ep-Bildungsbeilage Lernen & Können in jeder Ausgabe interessante Textschnipsel zum Selbstlernen an - natürlich mit Hilfestellung. Der ep fragt bei der Autorin Petra Zillmer nach Tipps zum Sprachenlernen.


Ganz Vorne Elektropraktiker, Berlin 70 (2016) 2 | www.elektropraktiker.de Englisch trainieren Übung macht den Meister Mit der Neuordnung der Elektroberufe wurde technisches Englisch zum festen Bestandteil der Ausbildung. Bereits seit dem Jahre 2004 bietet die ep-Bildungsbeilage LERNEN&KÖNNEN in jeder Ausgabe interessante Textschnipsel zum Selbstlernen an - natürlich mit Hilfestellung. Der ep fragt bei der Autorin Petra Zillmer nach Tipps zum Sprachenlernen. Frau Zillmer, warum ist die eng lische Sprache für Elektrotechniker und speziell Elektrohandwerker wichtig? P. Zillmer: In meiner über dreißigjährigen Laufbahn als Seminarleiterin für Englisch habe ich viele Elektrotechniker, Mechaniker und Ingenieure unterrichtet. Auch wenn man glaubt, Englisch sprechen zu können, gibt es zahlreiche Fallen, in die man tappen kann. Mein erstes Seminar für die Deutsche Telekom habe ich bekommen, weil eine Gruppe von Technikern eine englische Bedienanleitung für ein sündhaft teures Gerät nicht richtig verstanden und das Gerät zerstört hatte. In Zeiten der Globalisierung werden viele Anlei tungen nicht mehr übersetzt; es wird davon ausgegangen, dass die Bediener sie lesen können. Auslandsbesuche und Kontakte zu ausländischen Firmen sind für viele Betriebe Standard. Auch da steht einem Mitarbeiter kein Übersetzer zur Verfügung. Warum sollten schon Auszubil dende ihre Englischkenntnisse mit der regelmäßig erscheinenden Serie „Tech nisches Englisch“ vertiefen? P. Zillmer: Indem man Texte liest und Voka beln wiederholt, prägen sich wichtige Begriffe ein. Viele Vokabeln kommen häufiger vor. Die stete Arbeit mit den Texten - lesen, verstehen, wichtige Vokabeln herausschreiben (in Papier form oder eine eigene Liste im Smartphone) übt ungemein, auch wenn es zunächst als passive Aufgabe gesehen wird. Warum sind Pictorial (technische Grafiken mit englisch/deutschen Fachbegriffen) besonders geeignet, das Vokabelwissen zu erweitern? P. Zillmer: Die Pictorial, die von meinem Kollegen Michael Meier in seinem Magazin INCH bereitgestellt werden, eignen sich fan tastisch zum Vokabellernen, weil man dort 1:1 sieht, was was ist. Im Wörterbuch findet man als Übersetzung meist mehrere Begriffe. Ein Sprachlaie hat es da häufig schwer, eine Entscheidung zu treffen. Außerdem unter stützt ein Bild den Lernprozess. Es kommt der visuelle Kanal hinzu. Es gibt auch ein gutes Oxford-Duden-Bildwörterbuch mit vielen Abbildungen und Benennungen, also einer 1:1-Zuordnung der Begriffe. Wie schaffen Sie es immer, hu morvolle und kreative Texte oder Grafiken für die Leser aufzuspüren? P. Zillmer: Da ich schon seit vielen Jahren Artikel für meine eigene Zeitschrift Engineering Report (2014 eingestellt) oder meinen Unter richt gesucht habe oder als Übersetzerin darauf stoße, fällt es nicht schwer, im Internet die richtigen Seiten zu finden. Viele der humor vollen Beiträge oder Cartoons werden mir aber auch von Kollegen und Bekannten zugeschickt. Auf welche Möglichkeiten der Ver besserung von Englischkenntnis sen möchten Sie besonders hinweisen? P. Zillmer: Lesen ist eine Möglichkeit - tech nische Magazine wie INCH, Spotlight Maga zin (Allgemeinsprache) oder englische Bücher (Easy Reader). Auch Fernsehen übt (CNN, BBC, DVDs in englischer Originalsprache), nicht umsonst sprechen Niederländer und Schweden so gut Englisch. Desweiteren kann man ins englischsprachige Ausland fahren oder Seminare belegen (die günstigste Mög lichkeit ist die VHS, obwohl man dort in der Regel kein Fachenglisch lernt). Bei offenen Seminaren muss man schauen, wer was an bietet. Inhouse-Schulungen - von der eigenen Firma organisiert - ist die wahrscheinlichste Methode, das Englisch zu bekommen, das man braucht. Welche Methode bevorzugen Sie persönlich? P. Zillmer: Ich bin eine Verfechterin der inten siven Methode, d. h. 1 bis 5 Tage am Stück. Bei wöchentlich einer Stunde kann man nicht in die Sprache eintauchen, häufig bringt man gedanklich seine Arbeit mit. Blockseminare ermöglichen intensives Beschäftigen mit der Sprache. Ich selbst unterrichte nach einem gehirngerechten, stressfreien, nachhaltigen, effektiven Konzept mit dem unaussprech lichen Namen Suggestopädie, das zudem noch Spaß macht. Das ist kein Hokuspokus, sondern wissenschaftlich belegtes Lehren. Nach diesem Konzept habe ich unzählige Mitarbeiter verschiedener Technologieunter nehmen (z. B. Philips, Kabel Deutschland) geschult, immer mit guter Resonanz. Unter www.total-learning.de kann man mehr dazu finden. n Lesen Sie dazu in LERNEN&KÖNNEN die Beitragsreihe „Technisches Eng lisch“ auf S. 13. Autorin Petra Zillmer im Gespräch mit ep-Redakteur Heino Hackbarth Quelle: Hackbarth

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