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Elektrotechnik
Embedded World 2008 - Erwartungen übertroffen
ep5/2008, 1 Seite
Messe und Kongress Moderne Technik ist erklärungsbedürftig. Dieser Erkenntnis folgend haben die Veranstalter der Embedded World a priori Messe und Kongress als eine Einheit geplant - und sind mit diesem Konzept überaus erfolgreich. Die Messe ist Jahr für Jahr kontinuierlich gewachsen und kann auch 2008 (Tafel ) in allen Positionen auf zweistellige Wachstumsraten verweisen. Auch die begleitenden Kongresse, die World Conference und die Electronic Displays Conference, haben mit fast 1300 Teilnehmern eine äußerst positive Resonanz erlebt. Bei solchen Zahlen ist es nicht verwunderlich, wenn Veranstalter und Aussteller eine geradezu euphorische Bilanz ziehen. Von guter Stimmung war auch das Messegeschehen in den Hallen geprägt, und mancher Stand wurde vom Ansturm und Interesse der Besucher fast überwältigt. Der Begriff Fachmesse wird in den letzten Jahren leider etwas inflationär gebraucht, aber die Embedded World ist eine solche im besten Sinne des Wortes und der typische Besucher ist der Elektronik-Fachmann. Inhaltlich bietet diese Messe (Tafel ) einen guten Überblick zum aktuellen Stand und den Entwicklungstendenzen bezüglich der Hard- und Software für „eingebettete“ Elektronik. Das Ausstellerspektrum dieser Messe reicht von den großen Halbleiterproduzenten über die Modulhersteller bis hin zu den Anbietern von Entwicklungswerkzeugen, Anwendungssoftware und Dienstleistungen. Trotz unübersehbarer Präsenz regionaler Firmen wird das Bild dieser Messe aber eher durch Aussteller und Besucher „rund um den Globus“ dominiert - eben ein in jeder Hinsicht internationales Ereignis. Inhaltlich ist das Angebotsspektrum dieser Messe eine perfekte Ergänzung zur alljährlich im November stattfindenden SPS/IPC/Drives. Während dort vor allem das fertige elektronische Betriebsmittel und seine Anwendung im Vordergrund stehen, konzentriert sich diese Messe eher auf die davor liegenden Arbeitsschritte. Dabei gibt es durchaus eine Reihe von Überschneidungen, und gerade deshalb ist ein Besuch dieser Messe auch für den in der Automatisierungstechnik tätigen Elektrofachmann empfehlenswert. Trends und Entwicklungen Anders als bei vielen, vor allem auf den Besuch von Entscheidern ausgerichteten Messen, war hier durchweg eine ausgesprochene Arbeitsatmosphäre spürbar. Ob bei den Präsentationen an den Ständen oder bei den sparsam in den Hallen platzierten Foren - von vordergründiger Effekthascherei wurde der Besucher nur selten belästigt. IPC, Displays und PAC. Das Angebot an Modulen und Entwicklungswerkzeugen zu deren Einsatz war sehr vielfältig, ob Industrie-PC für die Hutschiene, Panel-PC für die Schranktür oder der Car-PC für das Cockpit von Kraftfahrzeugen, Displays in allen Größen und Varianten, speicherprogrammierbare Steuerungen und vieles mehr. Die wachsende Integrationsdichte bei Chips ermöglicht Miniaturisierungen, deren Grenzen vor allem durch die Abmessungen der Steckverbinder bestimmt werden. Was noch vor Jahresfrist als Modul auf einer Leiterplatte angeboten wurde, ist jetzt als Chip verfügbar. Die enorme Geschwindigkeit bei der Verbesserung des Preis-Leistungsverhältnisses macht heute Lösungen möglich, die vor ein und zwei Jahren fast unbezahlbar waren. Aus der Fülle der vorgestellten Hardware-Produkte erscheinen zwei Entwicklungstendenzen für die Industrie- und Gebäudeautomation recht interessant. Zum einen sind es die Touch-Panels als universelle Anzeige- und Bediengeräte und zum anderen die PAC (Programmable Automation Controller), eine konsequente Fortentwicklung der Industrie-PC. Linux. Während bei der Büro-IT noch die Vor- und Nachteile von Open-Source-Software vielfach kontrovers diskutiert werden, hat sich Linux bei Embedded-Systemen in diversen Varianten auf breiter Front etabliert. Dieser Eindruck drängte sich dem Besucher nicht nur auf dem Stand der OSADL (Open Source Automation Development Lab eG) auf. Dabei wird immer deutlicher, dass diese Entwicklung nicht vordergründig durch die Einsparung von Lizenzkosten, sondern vor allem aus der Verfügbarkeit des Quellcodes resultiert. Embedded Jobs. Unter diesem Stichwort waren an nahezu allen Kreuzungspunkten der Hallengänge Aufsteller mit Jobangeboten platziert. Aber es gab auch kaum einen Stand, an dem nicht mehr oder minder deutlich Stellen angeboten wurden. Gesucht werden junge und gut ausgebildete Fachkräfte, wobei der Aspekt gut ausgebildet mehr denn je akzentuiert wird und das Anforderungsprofil mancher Angebote durchaus als Curriculum eines Master-Studienganges dienen könnte. Das Problem ist nur: Derartige Studienangebote gibt es kaum, und vor zwei oder drei Jahren hätten man einen solchen Plan auch noch nicht aufschreiben können. Jung und erfolgreich. Technologiemessen sind immer auch eine Chance für kleine innovative Firmen ihre Produkte einem breiten Publikum vorzustellen. Dabei sind es oft Absolventen von Hochschulen, die direkt nach dem Studium in die Selbstständigkeit starten. So präsentierte beispielsweise die Fa. Solvimus aus Ilmenau unter anderem eine CoDeSys-programmierbare SPS von der Größe einer Streichholzschachtel. Do you speak english? Diese Frage wurde eigentlich gar nicht gestellt. Englisch war die alleinige Sprache der Fachkongresse. An den Ständen wurde meist auch noch deutsch gesprochen, ebenso bei den Foren. Aber Standbetreuer und Referenten wechselten oft simultan von der einen zur anderen Sprache. Fazit Die Messe hat einmal mehr gezeigt, dass die Entwicklung der Embedded-Elektronik ihren Höhepunkt bei weitem noch nicht erreicht hat. In der Industrie- und Gebäudeautomation ist daher eher mit einer Beschleunigung des Entwicklungstempos zu rechnen. Ein Besuch dieser Veranstaltung ist vor allem für Mitarbeiter von Ingenieurbüros von Interesse, die vorzugsweise in der Automatisierungstechnik tätig sind und gelegentlich auch Aufgabenstellungen zu bearbeiten haben, für die es noch keine Standardlösungen gibt. H. Möbus Elektropraktiker, Berlin 62 (2008) 5 392 BRANCHE AKTUELL Fachmesse Embedded World 2008 in Nürnberg Erwartungen übertroffen Die Embedded World hat sich innerhalb von wenigen Jahren zum bedeutenden Treffpunkt der Hersteller und Anwender von „eingebetteten“ Technologien entwickelt. Die zentrale Lage des Messestandortes Nürnberg, das industrielle Umfeld und ein überzeugendes Konzept haben entscheidend zu diesem Erfolg beigetragen. Tafel Wachstum der Messe in Zahlen Kenndaten 2008 und Veränderung gegenüber dem Vorjahr Aussteller 675 (+14 %) Besucher 17341 (+27 %) Fläche ca. 30000 m2 (+18 %) Tafel Themenschwerpunkte im Überblick Hardware · Bauelemente · Module · Komplettsysteme Tools · Hardware · Software Anwendungssoftware · Echtzeitbetriebssysteme · Visualisierungssoftware · Internet-Browser · Test- und Verifikationssoftware Dienstleistungen · Systementwicklung · Elektronikfertigung · Consulting · Schulung · Fachliteratur
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Autor
- H. Möbus
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