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Elektrotechnik | Installationstechnik

Einsatz von Reihenklemmen und Neutralleiter-Trennklemmen

ep7/2009, 1 Seite

Aus welcher Norm kann ich ableiten, dass in Installationsverteiler für Büro, Wohnung bzw. Technikraum Reihenklemmen eingesetzt werden müssen? Was gilt für den Einsatz von Neutralleiter-Trennklemmen?


LESERANFRAGEN Einsatz von Reihenklemmen und Neutralleiter-Trennklemmen ? Aus welcher Norm kann ich ableiten, dass in Installationsverteiler für Büro, Wohnung bzw. Technikraum Reihenklemmen eingesetzt werden müssen? Was gilt für den Einsatz von Neutralleiter-Trennklemmen? ! Einsatz von Reihenklemmen. Reihenklemmen dienen zum lösbaren Anschluss oder zum Verbinden von Hilfsstromleitungen für Steuer-, Mess- oder Meldezwecke in Schaltschränken, Verteilern und dergleichen. Einzelheiten zu Leiteranschlüssen, Leiterverbindungen und Leitungseinführungen sind dem grau schattierten Unterabschnitt 526.5 in DIN VDE 0100-520 [1] zu entnehmen, der damit nationale Zusätze für Deutschland enthält. In dieser Norm enthaltene Festlegungen müssen auch bei der Ausführung von Anschlüssen und Verbindungen in Installationsverteilern erfüllt werden. Nach Unterabschnitt 526.5.2 von [1] darf das Anschließen und Verbinden von Leitern nur mit Klemmen nach den Normen der Reihen DIN EN 60947 (VDE 0611) bzw. DIN VDE 0611 und den Normen der Reihe DIN EN 60998 (VDE 0613) bzw. DIN EN 61210 (VDE 0613-6), Press- und Steckverbindern nach DIN VDE 0628 (VDE 0628) sowie durch Löten oder Schweißen vorgenommen werden. Löten oder Schweißen kommt für den lösbaren Anschluss kaum in Betracht. Neben Reihenklemmen nach DIN VDE 0611 können dementsprechend ebenso andere Klemmenvarianten eingesetzt werden. Es gibt Reihenklemmen in Ausführungen als Schutzleiter-Reihenklemmen, Sicherungs-Reihenklemmen, und Neutralleiter-Reihenklemmen, die in jeweils gesonderten Tragschienen untergebracht werden müssen. Der Einsatz dieser Tragschienenprofile (DIN-Schienen) ermöglicht das Aufrasten und die Reihbarkeit der Klemmen. In der Regel verfügt jede Klemme über zwei unabhängig voneinander wirkende Klemmstellen. Für jeden Strompfad ist eine Möglichkeit zur Kennzeichnung vorgesehen. Nähere Einzelheiten zu den Anschlussmöglichkeiten der Leitungen, zu den Leitungseinführungen, zur Schutzisolierung, dem Berührungsschutz, den Luft- und Kriechstrecken, der mechanischen Sicherheit, der Schutzart, den Aufschriften usw. sind DIN VDE 0603-1 [2] zu entnehmen. Nach [2], Abschnitt 1, gilt diese Norm für Betriebsmittel für die Energiezuführung, -verteilung und -messung in elektrischen Anlagen für Hausinstallationen - also den Einrichtungen, die Gegenstand der Frage sind. Ein Einsatz von Reihenklemmen wird in [2] aber nicht obligatorisch gefordert. Unter Punkt 4.1.3 von [2] ist nur festgelegt, dass die Klemmstellen DIN VDE 0609-1 entsprechen müssen. Die Norm DIN VDE 0607, die darin ebenfalls genannt wird, ist inzwischen nicht mehr verbindlich. Auf die Sicherungs-Reihenklemmen wird in Wohnungsverteilern in der Regel verzichtet. Die auf die Tragschienen aufgerasteten LS-Schalter lassen sich den Stromkreisen eindeutig zuordnen und kennzeichnen, sodass keine Notwendigkeit besteht, zusätzliche Klemmen vorzusehen. Auch in DIN 18015-1 [4] wird ihr Einsatz nicht gefordert. Wo in Büros und anderen Hausinstallationen Verteiler nach [2] verwendet werden, dort sind Sicherungs-Reihenklemmen in aller Regel ebenfalls nicht erforderlich. Um in größeren Installationsverteilern nach VDE 0660-504 [5] beim Betreiben die Übersichtlichkeit zu gewährleisten, können ggf. Sicherungs-Reihenklemmen erforderlich sein. Zusätzliche Klemmen sind von Vorteil, wenn sich damit die Übersicht verbessern und die Prüfung erleichtern lässt. Es ist aber auch zu bedenken, dass sie beim Stromfluss Wärme entwickeln, die wieder über das Gehäuse abgeführt werden muss. Auf die Schutzleiter-Reihenklemmen und Neutralleiter-Reihenklemmen kann nicht verzichtet werden. Die Festlegungen in den Abschnitten 4.6.9 und 4.6.10 von [2] zu der separaten Trennung in einzelne Leitungsadern und Kennzeichnung der Schutzleiter PE, der Neutralleiter N und der PEN-Leiter lassen sich ohne Reihenklemmen nicht erfüllen. Auch die Festlegung im Unterabschnitt 526.5.3 von [1], dass lösbare Verbindungsstellen zugänglich bleiben müssen, kann ohne Einschränkungen im vollen Umfang nur verwirklicht werden, wenn dabei auf die zusätzliche Demontage von Abdeckungen verzichtet werden kann. Anwendung von Neutralleiter-Trennklemmen. Neutralleiter-Trennklemmen bieten die Möglichkeit, den Isolationswiderstand der Neutralleiter gegen Erde ohne ein Abklemmen zu messen. Meistens sind hierbei so genannte Trennschieber mit der Neutralleiter-Sammelschiene in Kontakt, die sich nach dem Lösen einer Schraube von der Neutralleiter-Schiene abschieben lassen. Aktuell gibt es hierzu eigentlich nur die Festlegung im Abschnitt 482.1.9 von DIN VDE 0100-482 [3]. Es heißt darin, dass jeder Neutralleiter mit einer Einrichtung zum Trennen nach DIN VDE 0100-537 (VDE 0100-537), Abschnitt 537.2 [6], versehen sein muss. Dort findet sich die grau hinterlegte für Deutschland bestimmte Anmerkung, dass Neutralleiter-Trennklemmen dafür verwendet werden dürfen. Literatur [1] DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520):2003-06 Errichten von Niederspannungsanlagen - Teil 5: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel - Kapitel 52: Kabel- und Leitungsanlagen. [2] DIN VDE 0603-1 (VDE 0603-1):1991-10 Installationskleinverteiler und Zählerplätze AC 400 V; Installationskleinverteiler und Zählerplätze. [3] DIN VDE 0100-482 (VDE 0100-482):2003-06 Errichten von Niederspannungsanlagen - Teil 4: Schutzmaßnahmen - Kapitel 48: Auswahl von Schutzmaßnahmen; Hauptabschnitt 482: Brandschutz bei besonderen Risiken und Gefahren. [4] DIN 18015-1:2007-09 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden - Teil 1: Planungsgrundlagen. [5] DIN EN 60439-3 (VDE 0660-504):2002-05 Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen - Teil 3: Besondere Anforderungen an Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen, zu deren Bedienung Laien Zutritt haben; Installationsverteiler. [6] DIN VDE 0100-537 (VDE 0100-537):1999-06 Elektrische Anlagen von Gebäuden - Teil 5: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel; Kapitel 53: Schaltgeräte und Steuergeräte; Abschnitt 537: Geräte zum Trennen und Schalten. H. Senkbeil Ältere Prüfgeräte und neue Prüfnorm ? Wir haben Messgeräte zum Prüfen elektrischer Geräte im Einsatz, die nicht älter als vier Jahre sind. Müssen diese Messgeräte nun nach dem Erscheinen der neuen DIN VDE 0701-0702 umgestellt (Durchführung eines Updates) oder erneuert werden, obwohl sich die Grenzwerte nicht geändert haben? ! Mit der neuen Norm DIN VDE 0701-0702 [1] hat sich hinsichtlich der Vorgaben für die zum Prüfen einzusetzenden Messgeräte und die der zu beachtenden Grenzwerte nichts geändert. Die im Anhang von [1] angeführten „Anforderungen an Prüfgeräte“ sind gleich geblieben und auch die entsprechenden Vorgaben in der Norm DIN VDE 0404-2 [2] sind nach wie vor die gleichen. Aber auch wenn einmal z. B. die Grenzwerte geändert werden sollten, ändert sich damit für den Prüfer nichts am üblichen Prüfablauf: 528 LESERANFRAGEN Elektropraktiker, Berlin 63 (2009) 7 Fragen an Liebe Abonnenten! Wenn Sie mit technischen Problemen kämpfen, Meinungsverschiedenheiten klären wollen oder Informationen brauchen, dann suchen Sie unter www.elektropraktiker.de (Fachinformation/Leseranfragen). Finden Sie dort keine Antwort, richten Sie Ihre Fragen an: ep-Leserservice 10400 Berlin oder Fax: 030 42151-251 oder E-Mail: richter@elektropraktiker.de Wir beraten Sie umgehend. Ist die Lösung von allgemeinem Interesse, veröffentlichen wir Frage und Antwort in dieser Rubrik. Beachten Sie bitte: Die Antwort gibt die persönliche Interpretation einer erfahrenen Elektrofachkraft wieder. 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Autor
  • H. Senkbeil
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